Sonntag, November 30, 2008

Velaro RUS

Der Siemens Hochgeschwindigkeitszug ist unterdessen in Russland angekommen. Erste Bilder vom Zug auf russischem Boden sind bei Paravoz aufgetaucht. Die Überfuhr erfolgte mit zwei eigens für diesen Zweck frisch gestrichenen (!) Dieselloks. Weiter wurde ein Flachwagen mit einem Container voller Ersatzteile mitgeführt.
  

Der Zug heisst übrigens Сапсан (= Wanderfalke), Сокол (=Falke) ist schon besetzt von dem 1999 gebauten erfolglosen Prototypen ЭС250 .


ЭС250 in er Versuchsanlage Tscherbinka südlich von Moskau. (2001)

S-Bahn einmal anders

In der Hafenstadt Massawa in Eritrea verkehrt dieser Vorortszug:

(gefunden bei drehscheibe)

Auffahrunfall Recklinghausen

In Recklinghausen ist am 25.11.2008 ein Kohlenzug auf eine stehende Rangierlok aufgefahren. Das Stellwerk hatte wahrscheinlich die Rangierlok nicht mehr erkannt und gab fälschlicherweise die Einfahrt in das besetzte Gleis frei. Die Rangierlok benutzte für die Bremsung zuvor Sand und kam vermutlich auf diesem zu stehen. Dadurch wurde sie für die Gleiskreise des Stellwerk unsichtbar. (blaulichtreporter)



Ein ähnlicher Unfall hat es 1990 bei einer Dampfzugfahrt in Sydney gegeben. Der Sonderzug blieb wahrscheinlich auf Grund einer teilweise angezogenen Handbremse in einer Steigung liegen. Die ausgetragene grosse Sandmenge der Dampflokomotive führte ebenfalls dazu, dass der Zug vom Stellwerk nicht mehr gesehen wurde. Die Strecke wurde daraufhin für einen nachfolgenden Vorortszug frei gegeben, der auf den Dampfzug auffuhr. (Wikipedia)

 Damplok 3801

Donnerstag, November 27, 2008

TRAXX Lokomotiven für Ungarn

Die ungarische Staatsbahn hat 25 Traxx Lokomtiven für 3 Mio EUR /Stück bestellt. Es besteht eine Option über 25 weitere Lokomotiven (Railway Market)

Die Pressemitteilung in Ungarisch ist hier.

Sonntag, November 23, 2008

Weißeritztalbahn

Ab dem 13. Dezember fährt die wiederaufgebaute Weisseritztalbahn wieder. Die Strecke dieser Dampfeisenbahn wurde im Jahrhunderthochwasser 2002 beinahe vollständig zerstört. Die Züge fahren das ganze Jahr über täglich.

Der Betreiber ist die Sächsische Dampfeisenbahn Gesellschaft, welche auch die Lössnitzgrundbahn  und die Fichtelbergbahn betreibt. 

Samstag, November 22, 2008

Die Wiedergeburt der Roten Pfeile

Bereits in den dreissiger Jahren haben die SBB schnelle leichte Triebwagen beschafft, mit denen der Reiseverkehr revolutioniert werden sollte. Ihr auffälliges Design wurde durch einen knallroten Anstrich unterstützt - der Rote Pfeil war geboren. 


Die Fahrzeuge waren so erfolgreich, dass sie von ihrem eigenen Erfolg überrollt wurden. Sie waren schnell dem Ansturm der Passagiere nicht mehr gewachsen und mussten durch lokbespannte Züge ersetzt werden. 

Weniger bekannt dürfte sein, dass diese Fahrzeuge auch das Radsatzwellenleiden hatten: nach einem Achsbruch in Flüelen musste die Flotte stillgelegt werden bis alle Achsen ausgetauscht waren. Grund war mangelhaftes Material.


In jüngster Zeit kriegt der rote Pfeil Konkurenz:

Zuerst präsentiert NTV, die erste Privatbahn, die in den Hochgeschwindigkeitsverkehr einsteigen will, ihre roten AGV Züge, die auf .Italo getauft worden sind. Der Punkt im Namen soll Assoziationen mit dem Internet erzeugen und das Produkt modern erscheinen lassen. NTV steht übrigens für Nuovo Trasporto Viaggiatori, zu deutsch Neuer Transport für Reisende.



Erst anfangs November präsentierte dann Trenitalia das neue Design der ETR 500 Züge, die neu auf den Namen Freccarossa hören werden:


Die Züge werden ab 13 Dezember auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Milano - Bologna verkehren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 km/h so dass die Strecke in etwas mehr als einer Stunde zurückgelegt werden kann. Ab 2009 soll dann die ganze Strecke Turin - Salerno befahren werden können. Die beinahe tausend Kilometer lange Metro für ganz Italien hat zwar etwas Verspätung gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Marschtabelle, ist aber auf gutem Weg das Reiseverhalten der Italiener zu revolutionieren. 

Weniger bekannt dürfte sein, dass auch in Russland ein красная стрела (Roter Pfeil) fährt. Der Nachtzug verkehrt seit 1931 zwischen Moskau und Sankt Petersburg. Heute besteht er aus modernen deutschen Schlafwagen mit Scheibenbremsen und benötigt für die Strecke gut acht Stunden.


Hochgeschwidnigkeitszüge - immer zwei Jahre zu spät ?

Nach Aussagen der SBB steht der erste Cisalpino ETR 610 erst im  Juni 2009 zur Verfügung. Es fehlt Rollmaterial für die Verbindungen nach Italien. (nachrichten.ch)



Damit scheint der Zug dem Siemens Velaro in Spanien Konkurenz  zu machen, der auch zwei Jahre zu spät geliefert wurde.

In Russland soll unterdessen der erste Velaro aufgetaucht sein. Er sollte am 20. November mit einer Fähre in einem Hafen nahe Sankt Petersburg eingetroffen sein. Betriebsaufnahme ist nun auf Ende 2009 geplant, was auch zwei Jahre zu spät ist. (RIA

Dienstag, November 18, 2008

Bahnübergänge

Nicht in aller Welt geht es so zivilisiert zu und her wie in Europa. Hier ein Filmchen von einem Nearmiss in Südamerika:



In Indien ist es nicht viel besser. Es ist selbstverständlich, dass man unter den Schranken durchsteigen kann, bis ein Zug naht:



Bei den Bahnhöfen ist es nicht viel besser. Die Hauptaufgabe des Hilfslokführers ist es deshalb das Horn zu betätigen und zwar von der ersten Weiche bis zur letzten im Dauerton, hoch und tief gleichzeitig. Trotzdem kommt es immer wieder zu solchen Situationen:

WAP-5 mit Bophal-Shatabdi-Express, Vmax 150 km/h am Bahnsteig! Die Lokomotive wurde in der Schweiz gebaut.

Noch ein Bild aus Indien:
Auf diesem Bahnübergang in Bombey sind zu sehen:
  • Ein Elefant, heute weniger öV aber bei Festen und Hochzeiten weiterhin benutzt
  • Diverse Rikshas, dreirädrig mit Vespavorderteil, ein sehr häufig anzutreffendes Verkehrsmittel
  • Hinten ist noch ein Premier Padmini Taxi auszumachen, ein Fiat Lizenzbau, der vorallem in Bombay anzutreffen ist

Samstag, November 15, 2008

Renfe S112


S112 Matapozuelos
Ursprünglich hochgeladen von **MoN**
Das erste Wagenset der zweiten Generation Hochgeschwindigkeitszüge scheint fertig zu sein. Die Wagen werden auf Vevey-Rollböcken nach Madrid überführt.

Mittwoch, November 12, 2008

Autotransporte, die vorzeitig Enden

Paradoxerweise ist die Autoindustrie eine der besten Kunden der Bahn. Nicht nur werden die in ganz Europa hergestellten Teile zu den verschiedenen Montagewerke mit der Bahn angeliefert, sondern auch die Neuwagen treten oft als erstes eine Bahnreise an. 



Nicht alle Neuwagen erreichen aber ihre Besitzer. In den letzten Tagen wurden gleich zweimal  junges Autoleben bereits auf der Bahnreise ausgelöscht:

  • Am Freitag 7.11 versuchte in Kaiserlautern ein 23-Jähriger einen Audi A5 von einem Autozug zu klauen. Der Wagen überlebte den Sturz vom Bahnwagen ins Gleisbett nicht und war Totalschaden. Der Täter konnte überführt werden, denn er trug bei einer Polizeikontrolle noch den Schlüssel des Schrottwagens auf sich ...
    (Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern



  • Diese Porsches fielen am 5.11 in Dillenburg von einem Autozu als auf diesen ein Kesselwagenzug aufgefahren ist. (blaulichtreporter)




Mittwoch, November 05, 2008

ICE Radsatzwellen Gedanken

Ich habe schon lange nichts mehr zu den Radsatzwellen geschrieben. Nachdem am 9. Juli bei einem ICE3 in Köln eine Radsatzwelle gebrochen war, wurden am 16. Oktober auch Risse bei den ICE-T Zügen entdeckt und am 2. November wurden auch die Berliner S-Bahnen zu häufigeren Wartungen einberufen. Es fragt sich, welche Fahrzeuge als nächstes dran sind. 

Gebrochene Radsatzwelle des ICE3 in Köln

Mittlerweile sind diverse Ungereimtheiten an den Tag gekommen: Zuerst streitet man sich darum, wer denn die Notbremse im ICE in Köln gezogen hätte, dann heisst es "kein Materialfehler", aber bald melden Experten Zweifel an der Auslegung der Radsatzwellen und deren Festigkeit an. Dass Problem beginnt grössere Dimensionen anzunehmen, doch das wird von der Bahn vertuscht aus Angst vor negativen Folgen auf den geplanten Börsengang. Die Industrie soll verklagt werden, wegen mangelhaft gelieferten Fahrzeugen. Dies dürfte aber schwierig sein, da Leute der Deutschen Bahn bei der Ausarbeitung der geltenden technischen Normen über die Auslegung von Radsatzwellen dabei waren. 

Vielleicht liegt das Problem auch daran, dass noch zu wenig Erfahrung mit dem Zusammenspiel Hochgeschwindigkeitszüge /Feste Fahrbahn besteht (FAZ). Der feste Oberbau ist verlockend weil er weniger Unterhaltskosten verspricht. Schotter hat auf Hochgeschwindigkeitsstrecken eine kurze Standzeit. Die Steine zerbröckeln unter den hohen impulsartigen Belastungen der Züge schneller, so dass das Schotterbett seine dämpfenden Eigenschaften verliert und ausgetauscht werden muss. 

Ich denke es ist schwierig über die Lösung von Problemen in einem technisch komplexes System zu diskutieren, wenn man nur Wirtschaft und Rechtssprechung im Kopf hat. Die Probleme lassen sich nämlich meist nicht eindeutig einer einzigen Komponente zuordnen, so dass sich Verantwortung und Kostenübernahme nicht klar aufteilen lassen. 

Die Weiterentwicklung der Bahn in Europa wird dadurch immer schwieriger. Man scheut sich vor neuen technischen Lösungen, weil man sich vor den juristischen und wirtschaftlichen Folgen fürchtet. 

Die Bahngesellschaften lehnen in den letzten Jahren jede technische Systemverantwortung ab und wollen nur noch Züge fahren sehen. Die Lieferanten der Einzelteile des Systems, sei es die Fahrbahn oder die Fahrzeuge, werden für die technische Funktion des Gesamtsystems verantworltich gemacht. Hilflos wird versucht, die Technik in Normen zu pressen, die meist schon vor ihrer Ausgabe überholt sind. Die Industrie konzentriert sich darauf nachzuweisen, dass ihre Fahrzeuge den Normen entsprechen und hat dadurch keine Zeit mehr, sich um die echten technischen Probleme und um die Weiterentwicklung des Systems zu kümmern.

Wir sind auf dem besten Weg dazu, die Eisenbahn ähnlich wie in den USA technisch verarmen zu lassen. Viele Dinge wurden seit Jahren nicht mehr angetastet. Die Folgen technischer Entwicklungsfehler sind nicht mehr kalkulierbar. 

Juristen und Behörden, bitte gebt die Bahn den Ingenieuren zurück. Nur so können die technischen Probleme gelöst werden, nur so kann sich das System weiterentwickeln.

Link zum Untersuchunsbericht des Radsatzwellenbruches:
Schadenanalyse Radsatzwelle ICE-3 (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) 
zur Verfügung gestellt von Bahn für Alle

Montag, November 03, 2008

BNSF Power

Ein BNSF Zug mit 12 Dieselloks an der Spitze! Der Zug selber ist mit UPS Fracht beladen.



Was soll die ganze Huperei?
Am Anfang ist ein Teil des Grade Crossing Singals zu hören.
Lang-lang-kurz-lang, wobei man beim letzten "lang" den Bahnübergang treffen sollte. Der erste lange Ton hat der Filmer nicht erwischt, dafür wurde er bei der Vorbeifahrt von zwei Hupern gegrüsst.

Das ganze wird mit dem Modulating Valve kontrolliert. Das ist das grosse Ding auf dem Bild von einem ALP-46 Führerraum. Das Foto stammt von eine Präsentation in Hoboken. Deshalb hat es auch jemand für nötig gefunden, den Führertisch mit Absperrband vor unerlaubter Bedienung zu schützen.

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