Montag, Juni 29, 2009

Madrid: Cercania Station Sol ist fertig !

Endlich, endlich, die Cercania Station an der Puerta del Sol ist fertig. Die Züge fahren zwar schon seit einem Jahr durch den Tunnel (siehe hier), aber die Station war nicht fertig. Hoffentlich verschwindet nun auch die Baustelle auf dem Platz möglichst schnell.




Sonntag, Juni 28, 2009

Dampfkran noch im Einsatz ?

Viele kennen die Eisenbahnmodelle von Dampfkranen, wie z.B. dieses hier von Fleischmann:



Die Vorbilder dürften in Europa kaum mehr im Einsatz sein, sind aber in Indien immer noch aktiv. Dieser Kran wurde im Januar 2009 in Kollam (Kerala) fotographiert. Man beachte den heruntergeklappten Schornstein.




Donnerstag, Juni 25, 2009

Bahnübergänge



Ein beinahe Crash und ein verlorener Turnschuh.



Diesem LKW in einem Vorort von Buenos Aires, Argentinien hat es am 4. Dez. 2008 nicht mehr gereicht. Die auf dem Gleis verstreute Ladung Fernet Branca wurde eine Beute der Nachbarschaft. clarin.com

Indian Railway in der Welt der Stack Trains



Im Internet habe ich bei IRFCA diese Fotos eines doppelstöckigen Container Zuges gefunden, der Gerade in der Rbf von Amedhabad einfährt. Seit März 2006 verkehrt der Zug auf der 840 km langen Strecke zwischen Jaipur und dem Hafen Pipavav an der Arabischen See. Die Container werden auf normale Tragwagen verladen.



Route des ersten doppelstöckigen Containerzuges in Indien

Für die Zukunft ist geplant spezielle Güterzugstrecken zu bauen, wo doppelstöckige Container Züge mit elektrischen Lokomotiven befördert werden können. Die Züge sind 7 m hoch und werden eine Achslast von 32,5 t haben. Stone India hat unter dem Namen Omniversal Intelipanto einen Spezialpantographen entwickelt, der auf normalen Lokomotiven aufgebaut die Fahrleitung in 7,5 m Höhe erreichen kann.

Omniversal Intelipanto von Stone India


Unfall Metro Washington

Bei der Metro Washington ist am 22. Juni zu einer Auffahrkollision gekommen. Der Unfall ereignete sich auf der Roten Linie nördlich der Fort Totten Station während dem abendlichen Berufsverkehr (Google Maps). Beim Unfall wurden mehrere Personen verletzt und getötet.

Der Unfall düfte primär darauf zurückzuführen sein, dass die Gleisfreimeldeanlage nicht richtig funktioniert hat und den vor der Stationseinfahrt stehenden Zug nicht erkannte. Zum Zeitpunkt des Unfall verkehrten die Züge im automatischen Betrieb, wobei dem Wagenführer nur noch eine Überwachungsfunktion hat und bis auf die Türschliessung das Fahrzeug nicht mehr selbst bedient.

Die Wagenführerin des Unfallzuges war eine umgeschulte Busfahrerin, die erst seit drei Monaten Metro Züge führte. Sie betätigte die Notbremse ca. 120 m vor dem Aufprall, konnte die Kollision aber nicht mehr vermeiden. Bei der Unfallunntersuchung wurde festgestellt, dass die
routinemässige Prüfung der Bremse bereits vor zwei Monaten hätte erfolgen müssen.

Der Zug stammte aus der 1000er Serie, welche in den 70er Jahren durch die Firma Rohr gebaut wurden. Sie entsprechen bezügliche passiver Sicherheit nicht mehr dem heutingen Standart weil sie über keinen Aufkletterschutz verfügen. Das führt dazu dass bei einem Unfall die daran beteiligten Wagen sich übereinanderschieben können. Bei diesem Vorgang wird am höherliegenden Fahrzeug der Wagenboden aufgeschlitzt, so dass die Passagiere nach unten herausfallen und sehr schwere verletzt werden.



Bei der Metro Washington ist es schon zu mehreren Unfällen gekommen:

1982: Entgleisung wegen fehlerhafter Weiche eines Spurwechsels.

1996: Während einem Blizzard versagt das automatische Bremssystem während der Einfahrt in die Endstation Shady Grove. Der Wagenführer kann nicht händisch in das System eingreifen, so dass der Zug auf eine leere stehende Komposition auffährt.

2004: Ein nicht im Einsatz stehender Zug rollt rückwärts in eine Station und stösst dort mit einem regulären Zug zusammen. Der Fahrer des rückwärtsrollenden Zuges hatte wahrscheinlich geschlafen und die Fahrzeuge verfügten über keinen Rückrollschutz.

2006: Bei drei voneinander unabhängigen Unfällen werden Gleisarbeiter von fahrenden Zügen getötet. Die Geschwindigkeit wird in der Nähe von Streckengängern auf 30 km/h reduziert.

2007: Mehrere Züge der von CAF gelieferten 5000er Serie entgleist. Es wird vermutet, dass die Rad-Schiene-Kräfte ausserhalb der Toleranz sein könnten.

Dienstag, Juni 23, 2009

Umsteigen an den Grenzen

Nicht nur im Italienverkehr muss man an den Grenzen wieder umsteigen, sondern auch beim Verkehr mit Deutschland: der DB fehlen schweiztaugliche ICE Züge, so dass viele Verbindungen mit Zürich erst in Basel SBB Beginnen oder Enden. Das ganze wird als technische Störung deklariert, obwohl hier nichts technisch defekt ist.


Meine letzte ICE Reise hatte demzufolge keine besonders hohe Qualität, zumal das Umsteigen in Basel betrieblich schlecht gehandabt wird:

In Zürich stand der Zug verkehrt rum (1. Klasse an der Zugspitze) und absolut kein Hinweis auf den Anzeigetafeln, was das los ist. Kaum ausgefahren kommt die Durchsage, dass der Zug wegen einer technischen Störung nur bis Basel verkehren würde und Reisende nach Berlin bitte den Zug bla bla benutzen sollen. Ich frage mich, ob der von mir gebuchte Zug in Richtung Frankfurt ausfällt und ich gleich auch noch dem in Freiburg zusteigenden Kollegen auf die Betriebsstörung aufmerksam machen muss. Ich finde heraus, dass keine Betriebsstörung vorhanden ist, sondern nur der Zug in Basel gewechselt werden muss.

Schön, dass das Personal uns frühzeitig über eine betriebliche Unregelmässigkeit informiert, aber dann bitte auch so, dass der Inhalt passt. Ich hätte gerne gewusst, dass die fahrplanmässige Verbindung bestehen bleibt und ich somit nur das Fahrzeug wechseln muss. Meine Sorgen, dass ich mit der letzten Verbindung des Tages mein Ziel nicht erreichen würde, waren also vergebens. In Basel steht dann der Anschluss ICE auch am gleichen Bahnsteig bereit.

Die Freude über angenehmes Umsteigen war von kurzer Dauer, denn der nur-deutschlandtaugliche ICE stand in Basel wieder richtig rum, so wieder 400 m die Zugspitze laufen konnte. Bewegung ist zwar gesund, aber so ein richtiges Vorwärtskommen war doch nicht, weil mir erstens alle 2.-Klass-Passagiere entgegenkommen, zweitens der aus Zürich gekommene Zug für eine in Basel gebrochene ICE Verbindung nach Interlaken eingesetzt wird und sich somit zusätzliche Leute auf dem Perron befinden und drittens ist das Perron im Bahnhof Basel im Bereich der Aufänge zur Passerelle so schmal, dass man kaum durchkommt. Die Leute stauen sich dort regelrecht, zumal der Durchgang auf einer Seite noch durch einen Rollstuhl blockiert wird. Obwohl genügend Zeit war, haben sich einige Reisende schon stark gestresst gefühlt.


Auf der Rückreise in die Schweiz wieder das gleiche. Bereits beim Einsteigen werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wegen einer technischen Störung der Zug nur bis Basel verkehren würde. Ich denke schon, dass ich die Situation kennen würde, aber es kommt anders. In Basel steht kein ICE bereit, sondern ein Einsatzzug Zug mit Swiss-Express Re 4/4 II und EW II Wagen. Die von mir erhoffte Verpflegung aus Speisewagen oder Minibar fällt flach, dafür kann ich den Reisekomfort der 70er Jahre geniessen, der allerdings unter den heute üblichen hohen Geschwindigkeiten und dem damit verbundenen Lärm etwas leidet.

Wieder kommt eine Durchsage kaum haben wir den Bahnhof verlassen. Sie geht vöölig unter weil sie das Ächzen der Personenübergänge bei der rumplingen Fahrt über die Weichen der Ausfahrt nicht übertönen mag. An dere Länge vermute ich etwas weiteres ungewöhnliches, ausserdem meinte ich das Wort "Frick" herausgehört zu haben. Meine Vermutung bestätigt sich, dass der Zug nicht durch den Hauenstein, sondern über Frick - Brugg - Baden verkehrt und somit etwas später in Zürich ankommen könnte. Nach meiner Voraussehung kommt der Zug genau so spät an, dass ich meine Verbindung ins Wehntal entweder verpasse und eine Stunde warten kann oder ohne Billett in der S-Bahn sitze. Ich entschliesse mich, ein Billett in meinem pseudo-ICE zu kaufen und bezahle dafür den in dieser Situation völlig ungerechtfertigte 5-CHF-Zuschlag, der schon bald auf 10-CHF erhöht werden soll. Danke liebe Eisenbahn, dass ich auch noch drauf Zahle, wenn du einen Fehler machst.

Wider erwarten erreicht der Ersatz-ICE pünktlich sein Ziel und ich muss mich nicht einmal auf die S-Bahn beeilen, denn diese hat glücklicherweise gerade noch etwas Nachwehen von der Fahrleitungsstöhrung im Bahnhof Schwerzenbach.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Mitlwereile sind wir soweit, dass aus Managementfehlen technische Störungen werden.

Montag, Juni 22, 2009

Aérotrain


Aérotrain I80 vor dem Hangar auf der Wartungsplattform in Chevilly. In der Nähe der Werkstatt war ein kurzes Stück der Führungsschiene versenkbar ausgeführt, so dass das Fahrzeug die Strecke ohne Führung verlassen konnte. Am Fahrzeug angebrachten Lenkrädern erlaubten das Manövrieren auch ohne Führungsschienen.

In den sechziger Jahren entwickelte Frankreich eine Luftkissenbahn, die bis 430 km/h schnell fahren konnte. Für die Versuche wurden zwei Teststrecken gebaut.

Es bestanden Pläne für die Strecken Paris - Orléans, Paris - Lyon und Brüssel Genf. Die Projekte wurden zugunsten des TGV eingestellt. Einerseits wünschte sich die SNCF Züge in Rad-Schiene-Technik, damit sicha uch konventionelle Bahnstrecken befahren werden können, anderseits war der Aérotrain sehr laut und der Strahlantrieb konsumierte viel Treibstoff. 1977 fand die letzte Fahrt auf der Versuchsstrecke statt.

Der oben abgebildete I80 Zug wurde später auf Strahlantrieb umgebaut.






Aérotrain - die Versuchsstrecken in der Nähe von Paris

Sonntag, Juni 21, 2009

Elektrische Güterzüge für Amerika ?

Fahren schon bald wieder Güterzüge mit Elektroloks in Amerika? Eine Idee, die vor einigen Jahren als absolut Absurd abgetan worden wäre, scheint plötzlich wieder realitätsnah zu sein. (The Transport Politic)

Norfolk Southern überlegt sich die Elektrfizierung von Strecken, die auch im Reisezugsverkehr genutzt werden können.

BNSF denkt an die Verwendung von Lokomotiven, die sowohl mit Energie aus der Fahrleitung, wie auch von Dieselmotoren fahren können. Diese Dual Power Lokomotiven könnten Güterzüge auf elektrifizierten Strecken schneller beschleunigen und würden somit helfen, die Streckenkapazität zu erhöhen.

Während GE noch nicht weiss, ob sie mit der Entwiclung einer Dual Power Lokomotive beginnen soll, arbeitet Bombardier bereits daran. Die ALP-45 DP sind zwar für den Nahverkehr in New York und Montreal bestimmt, könnten aber sicher auch als Güterzuglokomotiven genutzt werden.

Bereits Ende der 50er Jahre gab es Dual Power Lokomotiven. Die FL9A Lokomotiven waren bei einigen Bahnen im Grossraum New York im Einsatz. Im verlängerten Kasten einer FL9 von EMD wurde die zusätzlich benötigte Ausrüstung für den Betrieb ab 650 V Stromschiene mitgeführt. Von den 60 Lokomotiven standen einige bis 2005 im Einsatz. Mit der damaligen Technik wurden die Lokomotiven sehr schwer und teuer im Unterhalt. Mehrere Umbauprogramme versuchten diese Lokomotiven zu verbessern, scheiterten aber letztendlich weil damals die dazu notwendige Technik noch nicht verfügbar war.

FL9AC von Metro North. Diese Lokomotiven wurden 1991
von ABB aus FL9 Lokomotiven umgebaut.



Hauptstromschema der FL9AC, die in den 90er Jahren
mt Stromrichter und Drehstrommotoren ausgerüstet wurden.


Samstag, Juni 20, 2009

Magnetschwebebahn

  • Die NZZ verbreitet das Projekt einer Magnetschwebebahn von Zürich nach Bern als News, obwohl es bereits seit 2006 besteht. Unter dem Namen Swiss Rapid Express soll die Bahn in 20 Minuten die beiden Städte verbinden. Die Linie könnte mit privater Finanzierung für knapp 10 Mia CHF gebaut werden. (NZZ, Projektbeschreibung)

  • Die amerikanische Firma Magplane arbeitet mit Harbn Electric zusammen an einer Magnetschwebebahn für den Kohlentransport. Wenn die Erporbung des Systems erfolgreich ist, soll eine 30 km lange Strecke gebaut werden, welche die Kohle zum Verladebahnhof bringt. (Wired)

    Es dürte sich wahrscheinlich um das Pipeline System von Magplane handeln. Die zylinderförmigen Wagen verkehren in geschlossenen Röhren und werden von Permanentmagneten getragen. Die Technologie ist hier beschrieben.

  • Magplane arbeitet auch an einem Projekt für den Nahverkehr in Chengdu. Ob es sich dabei um diese Fahrzeuge handelt, ist unklar.

  • In China soll der erste lokalentwickelte Magnetschwebezug bald sehrienreif sein. Der Testzug soll eine Vmax von 120 km/h erreichen können und soll als Nahverkehrsmittel eingesetzt werden. Sein Vorteil sei, dass er bereits nach wenigen Metern kaum mehr zu hören sei. German.China.org.cn

  • In Japan soll nächstes Jahr mit dem Bau der Chuo-Shinkansen von Tokio über Nagoia nach Osaka begonnen werden. Vorerst wird für 53 Mia USD der Abschnitt Tokio - Nagoya gebaut, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist. Obwohl zur Zeit noch 3 verschiedenen Streckenführungen diskutiert werden, beginnen bereits die Aktien von möglicherweise daran beteiligten Baufirmen zu steigen. Bei Yamanashi ist bereits eine Teststrecke gebaut, die später in die kommerzielle Strecke integriert werden soll. Gegner der Magnetschwebebahn haben Zweifel an der vorausgesagten Rentabilität des Projektes und warnen sowohl vor der Umweltzerstörung wie auch vor den Schäden, welche durch die elektromagnetischen Felder der Bahn hervorgerufen werden könnten.




    Eine der vorgeschlagenen Streckenführungen der Chou Shinkansen Magnetschwebebahn. Es soll eine von der bestehenden Shinkansen-Strecke in Rad-Schiene-Technik unterschiedliche Streckenführung gewählt werden, so dass bei Ereignissfällen wie z.B. Erdbeben, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wenigstens noch eine Strecke betriebsfähig bleibt.


    Bilder von der Testrecke bei Yamanashi und Erklärung der Technik


    View Larger Map - Teststrecke bei Yamanashi

Donnerstag, Juni 18, 2009

Der längste Bahnübergang ...

... war in Japan, ganze 130 m lang, aber nur für Fussgänger. Er befand sich in der Nähe von Tokio, wurde soeben aufgehoben. Mainichi Daily News


Größere Kartenansicht


Cargosprinter RTS

Bereits hier habe ich von der Wiederauferstehung der Cargosprinter geschrieben. nun ist eine zweite Komposition für RTS unterwegs, die in Chur Wechselpritschen von der Calanda Brauerei abholt.


Foto: Georg Trüb, Railpictures.net

Dienstag, Juni 16, 2009

Teildurschlag im Gotthardbasistunnel

Heute wurde die Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen. Der letzte Durchschlag erfolgt ca. 2011, ab Ende 2017 sollen die Züge fahren.

Sonntag, Juni 14, 2009

Bahnverbindungen nach Skandinavien

Der Blog Rasmus' Gedanken hat richtig herausgefunden, dass das öV Angebot in Gedser, Dänemark nicht gerade berauschend ist. Es fährt gerade mal ein Zug pro Tag, wobei am Sonntag eine andere Abfahrtszeit gilt.



Dass diese heute nicht mehr benötigte verwarloste Strecke einmal die schnellste Verbindung zwischen Kopenhagen und Berlin war, glaubt man heute kaum noch. Dies hat mich bewogen, etwas über die für den Schienenverkehr nutzbaren Verbindungen in der Ostsee zu sinieren, deren Geschichte eng mit der Teilung Deutschlands verbunden ist. Ich habe dazu mal eine Karte erstellt:


Die Karte zeigt die für überregionale Verbindngen genutzten Eisenbahnstrecken sowie die Fährlinien.

Die älteste Eisenbahnfähre nach Dänemark war die Verbindung Warnemünde - Gedser. Sie wurde ab 1886 für die Züge Kopenhagen - Berlin genutzt. Nach der Teilung Deutschlands war die Verbindung für Westdeutschland nicht mehr nutzbar, so dass einen neue Verbindung über Fehmarn und Lolland eingerichtet wurde, wo ab 1953 die Fähren zwischen Grossenbrode und Gedser verkehrten. 1963 wurde die Vogelfluglinie mit der Fehmarnsundbrücke und der Fährverbindung Puttgarden - Rødby in Betrieb genommen, so dass die Fähren von Westdeutschland nach Gedser wieder eingestellt wurden.


Die 1963 eröffnete Fehmarnsundbrücke (Wikipedia)

Eine 218 übernimmt Wagen aus Rødby (1984, Inselbahnen)

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands nahm der Verkehr nach Skandinavien stark zu. Um mehr Platz für LKWs und PKWs zu schaffen werden seit 1995 keine Bahnfahrzeuge mehr zwischen Warnemünde und Gedser befördert. Das Fährterminal wurde auf deutscher Seite an eine verkehrsgünstigere Stelle im Hafen Rostock verlegt.


Letzte Fahrt eines Reisezuges über Warnemünde - Gedser: VT 18.16 als Sonderzug Stolteraa im September 1995. Diese Prestigezüge für den internationalen Verkehr wurden in den sechziger Jahren als Konkurrenz zu den Westdeutschen TEE Zügen gebaut. Sie erreichten mit 2000 PS eine Vmax von 160 km/h und wurden auf der Verbindung Berlin - Kopenhagen zwischen 1964 und Ende der siebziger Jahre unter dem Namen Neptun eingesetzt.


1997 wurde die Grosse Belt Querung eröffnet, welche die Vogelfluglinie im Fernverkehr ersetzt. Regionale Verbindungen werden aber weiterhin zwischen Fehmarn und Lolland angeboten.

Grosse Belt Querung
Die Grosse Belt Querung besteht aus der Westbrücke, einer künstlichen Insel, der Ostbrücke und einem Eisenbahntunnel. Die Eisenbahn konnte nicht über die Hängebrücke geführt werden, weil man befürchtete, dass die fahrenden Züge die Brücke mit 1,6 km Spannweite zu Schwingungen anregen könnten.


Grosse Belt Querung
Die Grosse Belt Querung aus der Luft, Blickrichtung Westen. Im Vordergund ist die Strassenbrücke zu sehen. Die Pfeiler haben die Höhe des Eifelturms und stehen in 29 m tiefem Wasser. Im Hintergrund ist die künstliche Insel und die Westbrücke zu sehen.

Seit 2000 ist die feste Schienenverbindung nach Skandinavien Realität. Die Fernzüge im Personen- und Güterverkehr benutzen die Strecke über Jütland - Grosse Belt Querung - Kopenhagen - Öresundbrücke. Dadurch wurde auch der Eisenbahnfährbetrieb zwischen Helsingør und Helsingborg überflüssig.

2007 wird der Bau der Fehmarnbelt-Brücke beschlossen, die ca. 2018 eröffnet werden soll. Diese Brücke macht dänische Strecke Nykøbing Falster - Gedser überflüssig, so dass der einzige noch auf dieser Strecke verkehrende Zug 2010 eingestellt wird. Die Strecke hätte höchsten noch einen Nutzen gehabt, wenn eine feste Querung Rostock - Gedser gebaut worden wäre. Diese Verbindung wäre allerdings wegen ihrer Länge sehr teuer geworden, so dass sie parallel zur Fehmarnbelt-Brücke kaum realisiert wird.


Neben den oben genannten Verbindungen über Dänemark nach Schweden gibt es auch die direkte Verbindung Deutschland - Schweden mit der Königslinie. Sie wird auch heute noch vom privat Betriebenen Schlafwagenzug Berlin - Malmö genutzt. Die Fähre verbindet Rügen mit Trelleborg. Auf Rügen wurde das Fährterminal 1998 von Mukran nach Sassnitz verlegt. Von dort aus Starten auch Fähren für den Güterverkehr nach Litauen und der russischen Exklave Kalingrad.

Weitere Güterverkehrsverbindungen nach Schweden werden zwischen Rostock und Trelleborg, sowie zwischen Schinemünde und Ystad angeboten. Letztere wird durch die polnische Staatsbahn PKP betrieben.

FS Mecklenburg-Vorpommern
Das Fährschiff Mecklenburg-Vorpommern wird von Scandlines auf der Verbindung Rostock-Trelleborg eingesetzt. Es ist eines der grössten Fährschiffe der Welt und kann eine 3200 m lange Autoschlange sowie einen 950 m langen Zug verschlucken. Das Bild zeigt die Fähre im Hafen Trelleborg im Sommer 2008.

PKP Fährschiff Ystad - Swinemünde
Auf der Güterverkehrsverbindung Ystad - Swinemünde setzt die PKP das Fährschiff Jan Śniadecki
ein. Das Schiff wurde 1988 in Schweden gebaut. Foto aus dem Sommer 2008 im Hafen Ystad.




Freitag, Juni 12, 2009

Edmund Schlummer

hat von Bombardier zur  DB Schenker Rail Deutschland AG gewechselt. (Deutsche Bahn)

Europa: ERTMS Aufrüstung

Die Europäische Union beschliesst bis 2015 die Strecke München-Kufstein-Brenner-Verona mit ERTMS auszurüsten, die Strecken Stockholm-Kopenhagen-Roedby-Hamburg-München und Verona-Neapelsollen bis 2020 folgen. Die Strecken gehören zum Schienengüterverkehrs Korridor B, der somit bis 2020 vollständig mit ERTMS ausgerüstet sein wird. 


Karte der Euopäischen Union mit den Güterverkehrskorridoren in grün und den ERTMS Projekten in rot. 

Korridor A: Rotterdam-Duisburg-Basel-Genua
Korridor B: Stockholm-Kopenhagen-Hamburg-München-Innsbruck-Verona-Neapel
Korridor C: Antwerpen-Luxemburg-Basel/Lyon
Korridor D: Valencia-Lyon-Mailand-Ljubljana-Budapest
Korridor E: Dresden-Prag-Budapest/Wien-Constanta
Korridor F: Aachen-Krakau/Warschau-Terespol


Montag, Juni 08, 2009

Premiumabteil in SBB Zügen, Railjet und Cisalpino Züge


Die sda meldet, dass sich die SBB Gedanken über die Einführung von Premiumabteilen in den neuen Doppelstöcker machen würde. Diese Meldung ist nach meiner Meinung falsch.

Die SBB lässt sich die Züge mit dem Premiumabteil als Option offerieren. Ich denke nicht, dass diese Option eingelöst wird, denn zur Zeit der Ausschreibung lag die Erfahrung mit den Premiumabteilen des Österreichsichen Railjet noch nicht vor.

Das Wirtschaftsblatt schreibt im Zusammenhang, dass die ÖBB mit den Railjet Zügen überfordert ist und im Herbst eventuell 19 Kompositionen abbestellen wird:
"Dazu passt auch, dass das Drei-Klassen-Konzept des Railjets nicht wirklich aufgeht und die teure, personalintensive Premium Class bislang äußerst spärlich von Passagieren genutzt wird."
Dies erstaunt eigentlich nicht, denn auch der auf Geschäftsreisende ausgerichtete deutsche Metroplitan wurde bereits nach 5 Jahren wieder eingestellt. 

Im Zusammenhang mit den eventuell bei der ÖBB frei werdenden Railjet Zügen hätte ich eine Idee: diese Züge könnte doch die SBB beschaffen und anstelle der pannenanfälligen CIS Züge jeglicher Generationen im Italienverkehr einsetzen. Der Railjet ist natürlich kein Neigezug, aber die etwas verlängerte Fahrzeit würde das Publikum sicher akzeptieren, Hautpsache man kommt ohne Übelkeit und ohne Verspätung am Ziel an.  Die zweite Generation Cisalpinozüge könnten sicher dem Hersteller kostenfrei auf den Hof gestellt werden, nachdem sie nach zwei Jahren immer noch nicht in Betrieb sind.  



Railjet Premiumabteil (Wikipedia)

Samstag, Juni 06, 2009

Neue Fahrzeuge

Stadler Next

Die RBS hat den ersten von sechs neuen Stadler-Triebzügen erhalten. Die neue Baureihe nennt sich Next, was für Niederflur-Express-Triebzug steht. Die Fahrzeuge sind durchgehend begehbar. Die Abteiltüre zwischen der 1. und der 2. Klasse lässt sich ferngesteuert abschliessen damit vor der Einfahrt in Bern keine 2. Klasse Reisende durch die 1. Klasse gehen um besser aussteigen zu können. Die Triebzüge sind 120 km/h schnell und haben die beachtliche Leistung von 1,4 MW. Sitzplätze: 154, Gewicht: 78t, technische Bezeichnung: RABe 4/12. 

Mehr Infos hier.




Alstom Prima II

Am 3. Juni wurde die neuste Alstom Baureihe mit dem Namen Prima II vorgestellt. Die Lok soll in verschiedenen Konfigurationen für die vier gängigen Spannungssysteme zur Verfügung stehen. Die Lokomotive soll auch über einen Führertisch nach UIC 612 verfügen. Diese Norm ist äusserst fragwürdig weil sie zu einer unlogischen Anordnung der Bedienelemente auf dem Führertisch führt.  Die ersten Loks dieses Typs werden nach Marokko geliefert. Das Seriemuster soll schon bald in Wildenrath erprobt werden.




Metro Delhi
Im neu erbauten Bombardier Werk im indischen Bundesstaat Gujarat ist der erste Zug für die Metro Delhi fertig gestellt worden. Es sind 424 Züge bestellt. Railway Gazette 







SBB plant Service am Platz in der 1. Klasse

Provisorisch soll auf der Gotthardstrecke in der 1. Klasse für anderthalb Jahre lang das Essen an den Platz serviert werden. Das Angebot dürfte nur auf dieser Strecke einen Sinn machen. Aus Erfahrung von Deutschland ist der Service relative langsam und lohnt sich nur wenn die Leute längere Zeit im Zug sitzen und nicht zuviele das Angebot in Anspruch nehmen, da ansonsten das Personal überfordert ist.

Beitrag auf SF DRS (Tagesschau vom 5.6.2009):


Dienstag, Juni 02, 2009

Lufthansa Airport Express


Die Tage dieser Leiche düften wahrscheinlich gezählt sein. Es handelt sich um einer der drei zuletzt als Lufthansa Airport Express eingesetzten Triebzüge der Baureihe 403 aus den 70er Jahren. Die Einheiten wurden 1993 wegen Korosionsschäden an den aus dem Betrieb genommen. Die Fahrzeuge wurden 2001 von der Prignitzer Bahn übernommen mit dem Ziel, ein Zug mit den Teilen der beiden anderen Züge wieder fahrfähig herzurichten. Die Aktion scheint unrealistisch zu sein, weil die Aluminiumkasten in sehr schlechtem Zustand sind und überdies auch noch eine Asbestsanierung durchgeführt werden müsste. Die obige Foto von Stefan Pavel zeigt ein Zug, der in Putlitz abgestellt ist.

Montag, Juni 01, 2009

Russland

An der Konferenz "Strategische Partnerschaft 1520" in Sochi wurden einige Neuigkeiten bezüglich der russischen Bahn bekannt gegeben. Trotz Wirtschaftskriese scheint RZD genügend Geld zu haben um Bestellungen im Ausland zu tätigen. Erstaunlich ist das Fernbleiben der Deutschen Bahn. Hier eine Aufstellung der neuen und alten Investitionen: 

  • Für die Olympischen Winterspiele 2012 in Sochi will die russische Eisenbahn für 0.5 Mia EUR Züge bei Bombardier beschaffen. Es dürfte sich dabei um Regina Züge handeln, wie sie in Skandinavien bis Vmax 200 km/h eingesetzt werden. finanznachrichten



  • Die russische Version des Velaro Zuges von Siemens hat am 2. Mai mit 281 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Es sind 8 Züge zu 280 Mio EUR bestellt und zusätzlich ist ein Wartungsvertrag über 30 Jahre für 350 Mio EUR abgeschlossen. Die Züge sollen auf der Strecke Moskau - Sankt Petersburg und Moskau - Nishni Novgorod eingesetzt werden. newstix



  • Für die Verbindung Helsinki - Sankt Petersburg sind 4 Pendolino Züge bei Alstom bestellt. Sie werden Allegro heissen und sehen dem finnischen Sm3 ähnlich aus. Auftragsvolumen: 120 Mio EUR. Die Züge sollen 2010 abgeliefert werden. Russland-akutell



  • Siemens plant ein Joint Venture für den Bau von Elektrolokomotiven mit Sinara in Jekatarinaburg. Sinara ist aus den ehemaligen Ural Werken hervorgegangen und gehört dem Industriellen Dmitry Pumpyansky, der vor allem durch seine Röhrenwerke bekannt ist. Pro Jahr sollen 100 Stk 3 kV Doppel-Lokomotiven 2ES10 gebaut werden, die einer moderneren Variante 2ES6 entspricht. Guardian


    2ES6 in Moskau. 25 Lokomotiven dieses Typs sollen bis
    Juli 2009 abgeliefert sein.

  • Alstom beteiligt sich mit 25% an der ehemals staatlichen russischen Eisenbahnindustrie, die sich vor einigen Jahren unter dem Namen Transmashholding zusammengeschlossen hat. Der Preis des Aktienpaketes wird entsprechend der Rendite von Transmasholding in den Jahren 2008-2011 festgelegt. Eine erste gemeinsame Lokomotive soll Ende 2010 fertig gestellt werden. 

  • Die französische Staatsbahn SNCF plant eine Zusammenarbeit mit RZD bei Transporten für die Autoindustrie und in anderen Bereichen.  Rundschau

  • Für 4 Mia USD soll für den Güterverkehr eine direkte Breitspurverbindung Wien - Moskau erstellt werden. Die neue Strecke soll durch Slovakien in die Ukraine führen. Die Strecke soll den Landverkehr Europa - China beschleunigen.Moscow Times

Farbige Loks bei Renfe


TECO en Castellbisbal, ursprünglich hochgeladen von javier-lopez

Die 253 007 mit einem Containerzug Barcelona - Bilbao am 23. April 2009. Im Gegensatz zu den Hochgeschwindigkeitszügen, wo alle farbigen Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr gezogen werden, dürfen offenbar die Güterzüge auch mit versprayten Maschinen verkehren.

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