Montag, Mai 31, 2010

Nahverkehr New York live: Mit dem Bus nach Manhattan


Wer auf der New Jersey Seite wohnt hat drei Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Manhattan zu gelangen: mit der Fähre, mit dem PATH oder mit dem Bus von NJ Transit. Heute bin ich das erste Mal mit dem Bus nach Manhattan gefahren - eine Reise, die nur möglich ist für Leute mit Insiderwissen, was typisch für den amerikanischen öffentlichen Verkehr ist.



Die Haltestelle ist nur drei Minuten von meiner Wohnung, der Bus fährt alle zwanzig Minuten. Die Fahrkarten müssen im Bus gelöst werden, wobei im Internet der Hinweis "Exact Fare" steht. Beim Einsteigen muss der Fahrpreis bei einem Automaten neben dem Fahrer entrichtet werden, der nur 1-Dollar-Scheine und Quaters (0.25 $ Münzen) annimmt.

Inside a 1994 Flxible Metro D Bus
Im NJ Transit Bus. Der Fahrkatenautomat ist rechts neben dem Fahrer sichtbar.
Der sichtbare gelbe Streifen sind die Quittungen für den Fahrer.


Der Fahrpreis ist $ 3.20 für ein Weg. Die Fahrt dauert 20 Minuten und führt durch den Lincoln Tunnel. Nachdem wir alle Haltestellen auf der NJ Seite passiert haben, ist der Bus so gut belegt, dass etliche Fahrgäste stehen müssen - erstaunlich für einen Sonntagnachmittag.


Eingang zum Lincoln Tunnel

Lincoln Tunnel - selten sowenig Verkehr hier!

Auf der Manhattan-Seite fährt über ein Wirrwarr von Rampen direkt in das PABT, das Port Authority Bus Terminal. Diese Anlage verarbeitet an einem gewöhnlichen Wochentag 7'200 Busse und 200'000 Reisende. Umso mehr wundere ich mich, dass wir nahe am Eingang bei einer schlecht beleuchteten Stelle aussteigen und über eine schmale Treppe im Bauch des Gebäudes verschwinden.

Der Rückweg hat noch einige zusätzliche Spannungsmomente. Ich weiss aus dem Internet, dass im PABT keine Fahrkarten im Bus verkauft werden, also muss ich zuerst einen Fahrscheinautomaten finden. NJ Transit setzt zum Glück auf Ascom Automaten, so dass die Bedienung kein Problem darstellt ausser dass der Automat keine europäischen Kreditkarten annimmt und mir das Rückgeld auf einen 10 $ Schein in Quaters ausgibt.

NJ Transit Fahrkartenautomat

Schwieriger ist es den Abfahrtsort des Busses, das richtige Gate zu finden. Zum Glück weiss ich noch aus dem Internet, dass es eine 200er Nummer ist, denn im Bus Terminal gibt es keine gesammelte Information diesbezüglich ausser der bei jedem Gate angebrachte Aushang mit den Bus Linien, die ab dem betreffenden Gate fahren. Der Aufgang zum Gate ist eine kurze Rolltreppe, oben beim Gate angekommen wartet man in einem kleinen Räumchen bis der Bus eintrifft, was auch etwa zwei Minuten nach planmäßiger Abfahrt geschieht.

Eingestiegen wird direkt von der Türe des Gate durch die Vordertüre des Busses. Natürlich hat jemand nicht gemerkt, dass er die Fahrkarte vor dem Einsteigen hätte lösen sollen. Der Fahrgast streckt dem Fahrer hilfslos das Geld entgegen, der Fahrer weist ihn nur immer wieder daraufhin, dass er die Fahrkarte hätte im voraus lösen sollen. Wie das schlussendlich ausgegangen ist, weiss ich nicht. Der Fahrgast ist auf jeden Fall mitgefahren, denn einmal im Gate angekommen gibt es keinen legalen Weg mehr zurück in den Untergrund des Terminals. Der einzige Zugang zum Gate ist die Rolltreppe, ein Notausgang ist nicht ausgewiesen und an der Türe vom Gate auf die Fahrbahn steht "kein Zutritt".

Fazit: Der Fahrt mit dem Bus ist schnell und angenehm für Leute, die wissen wie das System funktioniert. Für Nicht-Ortskundige ist das System beinahe unzugänglich. Es besteht die Gefahr, dass die erste Benutzung zum Alptraum wird.

Nachtrag 31.05.2010:
Die Busfahrt liess sich auch heute wiederholen. Heute war Memorial Day und deshalb der Sonntagsfahrplan gültig, was nur auf der Webseite von NJ Transit herausgefunden werden kann. Ich habe mir irreführen lassen von Google Maps Routenplaner, der den Memorial Day nicht kennt und auch Fehler im normalen Sonntagsfahrplan hat und stellte mich kurz nach halb neun an die Haltestelle. Eine Frau beschwerte sich, dass der Bus kurz nach acht nicht gekommen sei. Ich überlegte mir schon, mich davon zu stehlen un den PATH zu nehmen als schließlich doch noch ein Bus auftauchte. Die Rückreise war wie oben beschrieben, aber mit weniger Fahrgästen als am Sonntag.

Sonntag, Mai 30, 2010

SBB: Andreas Meyer laufen die Leute davon

Nachdem Jürg Schmid, der neue Leiter des Personenverkehrs noch in der Probezeit gekündigt hat, geht auch Thomas Remund, der Finanzchef von SBB Cargo. Insider sagen, dass der Führungstil von Andreas Meyer mangelhaft sei. SF DRS

Vic Berry Scrapyard - Leicester

Das Ende einiger British Rail Diesellokomotiven und einiger Schlafwagen. Mehr Bilder gibt es hier.

Mittwoch, Mai 26, 2010

Stadler: Neuer S-Bahn-Doppelstock-Zug fertig & Tag der offenen Tür

Am 3. Juni von 15:00 - 16:45 können im HB (Gleis 54) die neuen Stadler-Doppelstockzüge für die S-Bahn besichtigt werden. (Meldung von schweizweit.net)
Am 5. Juni führt Stadler von 10:00 - 16:00 ein Tag der offenen Tür an den drei Standorten Althenrhein, Bussnang und Oberwinterthur durch. (Stadler Rail)

Metro Lebedjan - die erste Hobby-Metro ?

Die einen bauen sich eine Gartenbahn, die anderen eine Metro. In der kleinen russischen Stadt Lebedjan knapp 400 km südlich von Moskau baut sich Leonid Muljartschik seine Privat-U-Bahn. Der Tunnel ist beinahe fertigstellt und mittlerweile 130 m lang. Er verbindet sein Haus mit dem Ufer am Don. Später soll die Bahn mit automatischen Wagen betrieben werden, die 3 bis 4 Personen befördern können. Mehr Bilder gibt es hier und hier.

Eingang am Don Ufer



Tunnelgewölbe mit Scheitel auf ca. 1,5 m


Lage der Kleinst-U-Bahn in der russischen Stadt Lebedjan.
Metro L.V. Mulajartschik auf einer größeren Karte anzeigen.

Montag, Mai 24, 2010

Spanien: CAF präsentiert "Oaris" - ein neuer Hochgeschwindigkeitszug


Der spanische Rollmaterialhersteller CAF präsentiert seinen neuen Hochgeschwindigkeitszug Oaris, mit dem sich der Hersteller um den Auftrag über 10 Zügen bemüht, die auf der Strecke Madrid - Paris eingesetzt werden sollen. Mitbewerber um den 540 Mio EUR Auftrag ssind Alstom mit den Produkten TGV Duplex, Pendolino und AGV, Siemens mit dem Velaro E und Talgo mit Avril.

Der 200 m lange Zug besteht aus 8 Wagen und soll 500 Reisende mit 350 km/h befördern. Die installierte Leistung soll 10 MW betragen. Jeder Wagen verfügt über ein Trieb- und ein Laufdrehgetell. Ein Baumuster ist beinahe fertig gestellt, so dass die Probefahrten noch vor Ende dieses Jahres beginnen können. Der Zug wird erst gegen Ende des Jahres das Werk in Beasain verlassen, aber ein Maquette im Massstab 1:1 soll in Valencia vom Mai bis Januar 2011 ausgestellt werden. Nach Angaben des Herstellers sei dies der einzige vollständig in Spanien gefertigte Zug.

Neben der Ausschreibung für den Verkehr nach Frankreich will CAF diesen Zug auch in Brasilien für die HGV-Strecke São Paulo-Río de Janeiro und in den USA für die Strecke Boston - Washington anbieten.

Quelle: El Pais

Montag, Mai 17, 2010

London: Neue Doppeldeckerbusse ab 2012

Heute wurde das Design der neuen Doppeldeckerbusse vorgestellt.
Mehr Info gibt es hier.

Sonntag, Mai 16, 2010

SBB Doppelstöcker: Kritik aus dem Thurgau

In einem Artikel der Thurgauer Zeitung kritisiert der Thurgauer Gewerbeverband und die SVP die Vergabe des 1,9 Mia Auftrags ins "Ausland". An dieser Aussage dürften vor allem die Journalisten schuld sein. Die meisten haben noch nicht gemerkt, dass von der alten BBC ein grosser Teil der Erfahrung und Tradition zu Bombardier gelangt ist. Bombardier ist zwar ein kanadischer Konzern ist, der für den Schienenverkehr zuständige Bereich ist aber in Berlin angesiedelt. Bombardier beschäftigt in der Schweiz über 1'000 Leute, die Lokomotiven, Antriebstechnologie und Drehgestelle für weltweite Projekte entwickeln.

Samstag, Mai 15, 2010

Russland: Neues von Sapsan und Talgo

Nach einer Mitteilung von NTA - Tass sollen die russischen Velaro Züge ab August auch auf der Strecke nach Nischni Nowgorod eingesetzt werden.

Sapsan 

Auf der Strecke Moskau - Brest (Weißrussland) wurde im März ein Talgo-Zug erprobt.

Talgo auf Versuchsfahrt in Russland 

Ein Bahnübergang in Indien

Andere Länder, andere Sitten. Das Video stammt aus dem Jahr 1995 und wurde in Lucknow UP aufgenommen.

Mittwoch, Mai 12, 2010

SBB Doppelstöcker


Die SBB erteilen Bombardier den Auftrag zum Bau von 59 Doppelstockzügen Twindexx für den Fernverkehr. Das Auftragsvolumen beträgt 1,9 Milliarden Franken. Die neuen Züge kommen ab Dezember 2013 zum Einsatz, zuerst auf der Strecke St.Gallen-Zürich-Bern-Genf. Alle Sitzplätze haben Steckdosen und kabelloses Internet.






Dienstag, Mai 11, 2010

Bauten für den HGV Verkehr in Madrid

Die Arbeiten für den Ausbau des Bahnhof Atocha haben begonnen um die Kapazität den Bedürfnissen des stetig wachsenden Hochgeschwindigkeitsnetzes in Spanien anzupassen. Neu sollen die Anlagen für die Ankommenden und Abreisenden getrennt werden.



Seit Ende April ist die Tunnelbohrmaschine im Einsatz, welche die Verbindung zwischen Chamartin im Norden der Stadt und Atocha auffährt. Dieser dritte Tunnel zwischen Chamartin und Atocha wird ausschließlich dem HGV Verkehr dienen. Bis jetzt gibt es zwischen den Bahnhöfen bereits zwei Tunnel, wleche von den S-Bahn-Zügen genutzt werden. Einer der Tunnel bedient aus die Puerta del Sol. 

Der neue Tunnel ist in blau eingetragen. Süden befindet sich am linken Bildrand, Norden am rechten. 


Längsprofil des Tunnels. Die Steigung von Atocha nach Chamartin beträgt ungefähr 20 o/oo.

Sonntag, Mai 09, 2010

Spanien: alle Güterzugloks der Serie S250 abgestellt

Mit der fortschreitenden Ablieferung der Traxx S253 sind alle Lokomotiven der Serie S250 abgestellt worden. Diese Serie wurde Anfangs der 80er Jahre von BBC und Kraus-Maffei gebaut. Die 40 6-achsigen Lokomotiven mit Monomoteurdrehgestellen verfügen über eine konventionelle Widerstandssteuerung bis auf 6 Lokomotiven, die mit Choppersteuerung versehen waren. Die aus der gleichen Zeit stammenden japanischen 251 sind immer noch in Betrieb und trotz ihres Alters beim Personal sehr beliebt.

Donnerstag, Mai 06, 2010

Schlittenfahrt auf Schienen


Auf Java benutzen einheimische Reisbauern die Riggenbachzahnstange der Zahnradahn bei Ambarawa als Fahrbahn für antriebslose Schlitten, die den Heimweg von der Arbeit verkürzen.

Samstag, Mai 01, 2010

SBB Doppelstöcker

Die Entscheidung steht kurz bevor. Eine der drei Firmen Bombardier, Siemens oder Stadler wird den Milliardenauftrag an Land ziehen. In einem Beitrag von SF DRS wird Walter von Andrian präsentiert. Sein Fachwissen ist geschätzt, aber irgendwie scheint in Luzern aber noch nicht angekommen zu sein, dass die Welt in den letzten zwanzig Jahren nicht stehen geblieben ist. Die heutige Industrie ist gar nicht mehr in der Lage, Prototypen zu bauen. Lösungen werden heute schneller erwartet, die Zeit drängt. Aus dieser Sicht verstehe ich die SBB, dass sie gleich ein Seriefahrzeug bestellen will. Sie tut aber gut daran, denn Auftrag an diejenige Firma zu vergeben, welche bei auftretenden Problemen am schnellsten Abhilfe schaffen kann.

Bei den Cisalpino Zügen nehme ich die Leute, welche die Entscheidung getroffen haben, nicht in Schutz. Der selbe Zug ist von der Schweizer Industrie angeboten worden, aber man bevorzugte die billigere Lösungen. Voilà, es gibt eben nur soviel Zug, wie man Geld ausgibt.

Update 10.05.2010
Am Mittwoch soll bekannt werden, wer den Auftrag erhält.

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