- Zugegeben, die MGB hat ein stark saisonales Verkehrsaufkommen. Trotzdem sollten die Züge richtig abgefertigt werden, die Anschlüsse einigermaßen gewährleistet werden und und die Kunden nicht ohne Informationen gelassen werden. Details bei JacoBlök
- Ich wollte letzthin vom Wehntal nach Bern fahren. Ich nahm die im Online-Fahrplan angezeigte Belegung der Züge in Richtung Bern ernst und entschied mich deshalb nicht den IC Zürich - Bern zu nehmen, sondern eine gleichwertige Verbindung mit dem IR üer Baden. Ich wollte also ausnahmsweise nicht mit der S5 nach Zürich fahren, sondern in die Gegenrichtung nach Niederweningen und von dort mit dem Postauto nach Baden und dann per IR in Richtung Bern.
Pustekuchen, als ich auf den Bahnhof war und noch gemütlich der S5 in Richtung Zürich zuschaute, kommt eine Stimme am Lautsprecher mit der Info, dass die S5 nach Niederweningen ausfallen würde. Toll, dass ihr das erst jetzt merkt, denn mein Zug musste von Zürich soviel Verspätung mitgebracht haben, dass er in Dielsdorf vorzeitig gewendet werden musste. Diverse ratlose Fahrgäste blieben am Bahnhof stehen.
Ich habe mir dann ein privates Taxi nach Niederweningen organisiert und gerade noch so das Postauto erwischt. Das Postauto hätte schon weg sein müssen, stand aber immer noch da. Der Grund war einfach, das Postauto wusste gar nicht, dass der Zug nicht fährt.
Aus dem Vorgefallenen sollten zwei Lehren gezogen werden:
1) Reisende sollten so früh wie möglich über ein Ereignis informiert werden wenn ein Zug ausfällt oder der Anschluss nicht eingehalten werden kann. Dadurch können die Reisenden alternative Pläne schmieden, die weniger Unannehmlichkeiten verursachen und später keine negativen Erinnerungen zurücklassen.
2) Es muss in der heutigen technischen Welt äußerst schwierig sein, einem wartenden Postauto die geschätzte Ankunftszeit oder den Ausfall des Anschlusszuges mitzuteilen. Ich erhoffe mir da ein bisschen mehr Zusammenarbeit zwischen SBB und Postauto AG. - zum Schluss noch eine Spielerei aus einem der öV-feindlichsten Länder der Welt, die der SBB und der Postauto AG helfen könnte:
Unter diesem Link sehr ihr die tatsächliche Position der Busse in Chicago auf einer Karte. Leider lassen sich maximal nur 5 Linien anzeigen, aber das dürfte meistens genügen.
Ja, es gibt eine ähnliche Visualisierung für die Züge der Schweiz, aber die ist eben (noch) nicht in Echtzeit. Sie heisst swisstrains.ch.
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Dienstag, Dezember 29, 2009
Schweizer öV: Es gibt noch Verbesserungspotential
Obwohl ich mit dem öffentlichen Verkehr in der Schweiz zufrieden bin, stelle ich in letzter Zeit vermehrt fest, dass durchaus noch Verbesserungspotential da ist, vor allem in der Hinsicht des Zusammenspiels zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern:
Montag, März 02, 2009
Die Güter U-Bahn in Chicago
Von 1899 bis 1906 wurden unter den Strassen Chicagos ein ausgedehntes Tunnelsystem gebaut, das offiziell für die Verlegung von Telefonkabeln vorgesehen waren. Heimlich wurde aber in den Tunneln eine 60 cm Bahn eingebaut, die mit kleinen elektrischen Lokomotiven und 4-achsigen Wagen Kohle für die Heizungen, Post, Asche und andere Güter befördern konnte. Die Güter-U-Bahn von Chicago war geboren.

Zwei Züge der Güter-U-Bahn. Die Fahrzeuge mussten
15-m-Kurven unter den Straßenkreuzungen befahren können.

Karte des etwas 100 km langen Streckennetzes
Die Güter-U-Bahn war bis 1956 in Betrieb und hatte in ihren besten Zeiten eine Streckenlänge von 100 km, 150 Lokomotiven und 3000 Güterwagen. Nach der Betriebseinstellung wurden die technischen Installationen verschrottet und die Tunnel gerieten in Vergessenheit.

Einzige übertag erhaltene Lokomotive des Güter-U-Bahnsystems
in Chicago. Eine weitere Lokomotive steht in einem halbgelfuteten
Tunnel unter der Stadt.
Erst 1992 wurde man unliebsam an das Tunnelsystem erinnert. Bei Pfählungsarbeiten wurde das Gewölbe eines Abschnittes unter dem Chicago Fluss verletzt, so dass ein Leck entstand. Der Defekt wurde bei Wartungsarbeiten an Telefonkabeln entdeckt. Die Stadt ließ sich Zeit bei der Organisation der Reparaturarbeiten, da sie sich für das privat erbaute Tunnelsystem nicht verantwortlich fühlte. Am 13. April 1992 war das Leck so groß, dass der Fluss fast ungehindert in das Tunnelsystem fließen konnte, diverse Gebäude, U-Bahn-Tunnel und unterirdische Einkaufszentren wurden geflutete, sowie die Börse Chicagos lahmlegte.
Größere Kartenansicht
Stelle, wo das Tunnelgewölbe beschädigt wurde, so dass Wasser
des Chicagorivers ins System eindringen konnte.
Die Behörden konnten zuerst nicht feststellen, woher die Wassermassen kamen und vermuteten zuerst einen Defekt in der Wasserversorgung. Als das Wasser in den Kellern immer noch stieg obwohl sämtliche Hauptwasserleitungen in die Innenstadt abgestellt waren und außerdem auch noch Fische in den Fluten schwammen wurde man stutzig. Ein Radioreporter entdeckte schließlich den Wasserstrudel über dem geborstenen Tunnelgewölbe im Chicago River.
Die Reparaturarbeiten dauerten drei Tage, wobei mehr al 65 LKW-Ladungen Geröll und Zement in die Leckstelle geschüttet wurden. Die Aufräumarbeiten verschlange 2 Mia USD.
Das Tunnelsystem ist heute auf Sicherheitsgründen nur für bewilligte Fachkräfte für die Ausführung von Wartungsarbeiten zugänglich.
Quellen:
The Chicago Tunnel Company Railroad Home Page
Chicago Tunnel Company - Wikipedia
Chicago Flood 1992 - Wikipedia
Chicago Tribune
Zwei Züge der Güter-U-Bahn. Die Fahrzeuge mussten
15-m-Kurven unter den Straßenkreuzungen befahren können.
Karte des etwas 100 km langen Streckennetzes
Die Güter-U-Bahn war bis 1956 in Betrieb und hatte in ihren besten Zeiten eine Streckenlänge von 100 km, 150 Lokomotiven und 3000 Güterwagen. Nach der Betriebseinstellung wurden die technischen Installationen verschrottet und die Tunnel gerieten in Vergessenheit.
Einzige übertag erhaltene Lokomotive des Güter-U-Bahnsystems
in Chicago. Eine weitere Lokomotive steht in einem halbgelfuteten
Tunnel unter der Stadt.
Erst 1992 wurde man unliebsam an das Tunnelsystem erinnert. Bei Pfählungsarbeiten wurde das Gewölbe eines Abschnittes unter dem Chicago Fluss verletzt, so dass ein Leck entstand. Der Defekt wurde bei Wartungsarbeiten an Telefonkabeln entdeckt. Die Stadt ließ sich Zeit bei der Organisation der Reparaturarbeiten, da sie sich für das privat erbaute Tunnelsystem nicht verantwortlich fühlte. Am 13. April 1992 war das Leck so groß, dass der Fluss fast ungehindert in das Tunnelsystem fließen konnte, diverse Gebäude, U-Bahn-Tunnel und unterirdische Einkaufszentren wurden geflutete, sowie die Börse Chicagos lahmlegte.
Größere Kartenansicht
Stelle, wo das Tunnelgewölbe beschädigt wurde, so dass Wasser
des Chicagorivers ins System eindringen konnte.
Die Behörden konnten zuerst nicht feststellen, woher die Wassermassen kamen und vermuteten zuerst einen Defekt in der Wasserversorgung. Als das Wasser in den Kellern immer noch stieg obwohl sämtliche Hauptwasserleitungen in die Innenstadt abgestellt waren und außerdem auch noch Fische in den Fluten schwammen wurde man stutzig. Ein Radioreporter entdeckte schließlich den Wasserstrudel über dem geborstenen Tunnelgewölbe im Chicago River.
Die Reparaturarbeiten dauerten drei Tage, wobei mehr al 65 LKW-Ladungen Geröll und Zement in die Leckstelle geschüttet wurden. Die Aufräumarbeiten verschlange 2 Mia USD.
Das Tunnelsystem ist heute auf Sicherheitsgründen nur für bewilligte Fachkräfte für die Ausführung von Wartungsarbeiten zugänglich.
Quellen:
The Chicago Tunnel Company Railroad Home Page
Chicago Tunnel Company - Wikipedia
Chicago Flood 1992 - Wikipedia
Chicago Tribune
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