Mittwoch, Dezember 28, 2011

HGV in China: Testzug, neue Strecke und Unfall Wenhou

Testzug für 500 km/h vorgestellt
CIT500, der am 22. Dezember vorgestellt wurde
Chinas staatliche Eisenbahnfabrik CSR stellte pünktlich auf das Jahresende den neuen Testzug CIT500 vor. Der Zug basiert auf der Baureihe CRH380AL, wurde aber für die Versuche auf 6 Wagen gekürzt indem alle antriebslosen Zwischenwagen weggelassen wurden. Zusätzlichen aerodynamischen Verkleidungen im Frontbereich vermindern den Luftwiderstand. Die installierte Leistung beträgt 22.8 MW (30'600 PS). China Daily
Mehr Bilder hier und hier.

Mit dm Zug sind Versuchsfahrten über 500 km/h geplant, so dass der von einem CRH380BL (16-teiligen Siemens Velaro) am 9. Januar 2011 in China aufgestellte Rekord von 487.3 km/h gebrochen werden kann. Ich denke aber nicht, dass der in Frankreich mit einem TGV-Versuchszug gefahrene Weltrekord von 574.8 km/h durch diesen Zug in Gefahr ist.

Die Meldung wurde sowohl von DMM, wie auch von Bild falsch interpretiert. Der neue Zug ist den Rekord noch nicht gefahren und ist auch kein CRH380AL. Bei DMM wird die diesjährige Meldung mit einer Meldung vom letzten Jahr vermischt. (Stand 28.12.2011 08:30 MEZ)


Strecke Guangzhou - Shenzhen eröffnet
Seit dem 26. Dezember fahren die Hochgeschwindigkeitszüge auch auf der Linie von Guangzhou nach Shenzhen. Die Fortsetzung nach Hongkong soll 2015 fertig sein. NTD


Unfall Wenhou
Der chinesische Hochgeschwindigkeitsverkehr erlitt dieses Jahr einen jähen Rückschlag durch den Auffahrunfall zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Wenzhou. Der Unfall ereignete sich wahrscheinlich durch einen Auslegungsfehler in der Signalanlage, welcher dazu führte, dass nach einem Blitzschlag ein Signal nicht mehr auf Halt ging, was vom Personal unbemerkt blieb. Ein offizielles Statement zur Unfallursache ist nie erschienen. Die Behörden versuchten den Unfall zu vertuschen  in dem Baumaschinen aufgefahren wurden, welche den Auftrag hatten, die zertrümmerten Züge an Ort und Stelle zu vergraben. Erst Proteste der Bevölkerung führten zu einer Untersuchung. (Tagesschau)







Montag, Dezember 19, 2011

Vert-A-Pac: eine innovative Transportidee der 70er

In den 70er Jahren wurden in den USA unter dem Namen Vert-A-Pac eine spezielle Variante von Autotransportern gebaut, welche nur für die Chevrolet Vega Modelle verwendet werden konnten. Die Autos wurden mit dem Kühler nach unten in senkrechter Lage befördert, wodurch pro Eisenbahnwagen 30 Autos geladen werden konnten statt nur deren 18 wie auf den herkömmlichen Wagen.

Im gesamten wurden 410 Wagen dieser Bauart eingesetzt, wobei oft nur das Oberteil, das sogenannte Car Rack (dt. "Autogestell") der Eisenbahngesellschaft während der Flachwagen vom Vermieter TTX stammte.

Die Beladung erfolgte in dem die zu befördernden Autos auf die heruntergeklappten Seitenwände des Bahnwagens gefahren wurden und die Seitenwände danach von einem Grossstappler wieder geschlossen wurden. Während dem Transport hingen die Autos in senkrechter Lage an vier im Untergestell angebrachten Haken .

Damit die Chevy Vega trotz ihrer senkrechten Lage unbeschadet das Ziel erreichten, mussten einige konstruktive Vorkehrungen für den Transport getroffen werden:
  • eine zusätzliche Rückstauklappe in der Umlaufschmierung des Motors verhindert, dass während dem Transport das Öl in den Verbrennungsraum des ersten Zylinders gelangte
  • die Verschlusskappen der Batterie mussten am hinteren Rand angeordnet werden, so dass keine Batteriesäure auslaufen konnte
  • eine zusätzliche Leitung entleerte in der senkrechten Lage die Schwimmerkammer des Vergases in die Tankentlüftung
  • die Flasche für die Scheibenwaschanlage musste 45° schräg angeordnet werden
  • temporär angebrachte Kunstoffkeile entlasteten während dem Transport die Aufhängung von Motor und Getriebe 
Vert-A-Pac Wagen der Southern Pacific

Beladen eines Vert-A-Pac Wagens

Innenleben eines Vert-A-Pac Wagens

mehr Bilder vom Beladen der Vert-A-Pac Wagen

Quellen:

Samstag, November 19, 2011

CEVA Spatenstich

Selten werden hundert Jahre alte Eisenbahnprojekte realisiert, aber die Bahnverbindung Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse ist eines davon. Der Bau der Strecke vom Schweizerischen Genf-Cornavin zum französischen Anneemasse wurde bereits 1912 in einem Staatsvertrag zwischen der Eidgenossenschaft und dem französischen Staat festgelegt, konnte aber nicht realisiert werden weil kurz danach der Erste Weltkrieg ausbrach.

2002 wurde das Projekt wieder neu aufgegleist und am 15. November fand der offizielle Spatenstich statt, bei dem symbolisch ein Prellbock im Rangierbahnhof La Praille zertrümmert wurde. Das Vorhaben wurde in den letzten Jahren noch durch Einsprachen blockiert, die aber nun endlich beseitigt sind. Die grenzüberschreitende Vorortsstrecke bindet ein Wohngebiete von einer Million Einwohnern an die Stadt Genf an, soll 2017 betriebsbereit sein und kostet 1,6 Mia CHF. Die Bahnhöfe werden vom französischen Stararchitekten Jean Nouvelle, der in der Schweiz mit dem  KKL in Luzern bekannt wurde.

Bhf von Jean Nouvelle

Streckenführung CEVA

Dienstag, November 15, 2011

Die Huckepack-Lokomotiven

Dieses Bild zeigt einen seltsamen Eisenbahnunfall aus dem Jahre 1885:

Foto: P.B. Hausenknecht

Der Unfall ereignete sich am 17 Februar wenige Meilen östlich von Batavia NY auf der New York Central & Hudson River Railroad. Ein Zug mit drei Lokomotiven (#295, #296 und #336), sowie zwei Gepäckwagen versuchte sich während eines Blizzards von Le Roy NY nach Batavia NY durch zu schlagen, blieb aber in einer Schneeverwehung kurz vor dem Ziel stecken.

Es blieb nichts anderes übrig, als ein Bote aus den Reihen des Zugpersonals loszusenden um in Batavia NY Hilfe anzufordern. Es wurde ein Schneepflug ausgesandt, welcher von der Lokomotive #470 geschoben wurde. Weil die Stelle des steckengebliebenen Zuges falsch beschrieb wurde, raste der Schneepflug mit etwa 40 mph in den Havaristen. Der Schneepflug schob sich unter die erste Lokomotive (#295), so dass diese angehoben und über den Schneepflug auf die schiebenden #470 geworfen wurde, die zweite Lokomotive (#296) blieb auf dem Schneepflug aufkletternd liegen und während die dritte Lokomotive (#336) auch schon beinahe vom Pflug angehoben wurde. Wie durch ein Wunder gab es nur zwei leicht Verletzte unter dem Personal, da dieses sich bereits nicht mehr auf den Maschinen befand oder sich in letzter Sekunde noch in Sicherheit bringen konnte.

Beim Aufräumen der Unfallstelle wurde die #470 auf eigenen Rädern mit der auf ihr liegenden #295 in den Bahnhof Batavia überführt, wo die Siamesischen Zwillinge einige Tage in einem Abstellgleis standen bis die Pläne für das weitere Vorgehen gemacht waren: Zur Befreiung der #295 aus ihrer misslichen Lage wurde eine tiefe Grube ausgehoben, die #470 hinein gefahren und mit Erde zugeschüttet, darauf wurden Schienen verlegt  und die #295 auf eigenen Rädern von der #470 gerollt. Beide Loks wurden wieder aufgebaut und kehrten in den Dienst zurück.


  

Montag, November 14, 2011

Crashtaugliche Züge - bringt das etwas ?

Seht selbst diese Beispiele aus Amerika. Beide sind im Transport Technology Center in Pueblo CO aufgenommen worden, das ziemlich viel Erfahrung mit solchen Versuchen hat.


Beispiel 1




Beim ersten Versuch ist zu sehen, wie der Wagen auf die Lok aufklettert und der ganze Wagenboden aufgeschlitzt wird - kaum Überlebenschancen in einem solchen Wagen.

Im zweiten Versuch geschieht das nicht mehr, weil die Wagen mit einem Aufkletterschutz ausgerüstet sind. Das Bild unten zeigt einen solchen Aufkletterschutz an einem Desiro Triebwagen für England. Die gerippen Flächen verkrallen sich in das Nachbarfahrzeug, so dass sich die beiden Wagenkasten nicht gegeneinander verschieben können.




Beispiel 2




Dieses Beispiel zeigt den Aufprall eines Steuerwagens auf eine Blechrolle, wie sie z.B. auf einen LKW geladen sein könnte, der auf einem Bahnübergang stecken geblieben ist. Ein Betonmischer hat seine grösste Masse auch auf der simulierten Höhe. Dies ist der schwierigste Kollision-Fall in den neuen Standards für Crashtüchtigkeit. Er kann in der Regel nur durch massive Verstärkung der A-Säulen beherrscht werden.

Beispiel 3


Bei diesem Versuch fährt eine schwere Diesellok auf einen Güterzug auf. Auch sie ist nicht mit dem heute in der USA vorgeschriebenen Aufkletterschutz ausgerüstet.

Beispiel 4


Dies ist einer der ältesten in Pueblo CO durchgeführten Crashversuche, wo ein Wagen auf eine Betonwand aufprallt.

Samstag, November 12, 2011

Skoda löst beschlagnahmte Lok wieder aus

In Österreich wurde von Skoda durch Hinterlegung einer Kaution die Lokomotive 380 004 wieder ausgelöst. Die Lok wurde im Mai 2011 von den Behörden beschlagnahmt als Sicherheit für eine Patentklage von Bombardier gegen Skoda. Wahrscheinlich geht es im Streit um die widerrechtliche Nutzung der Doppelstern-Motoren-Schaltung in der CD 380 Baureihe von Skoda.

Die Doppelstern-Schaltung wurde von Adtranz entwickelt, welche später von Bombardier übernommen wurde. Die Schaltung wird unter anderem in den italienischen Loks E405 und E412 verwendet. Skoda ist neben Bombardier die einzige Firma, welche diese Technik verwendet, welche vor allem bei Mehrsystem-Loks gewisse Vorteile bringen kann. Ursprünglich plante Skoda eine Zusammenarbeit mit Bombardier, weshalb die tschechische Firma gute Kenntnisse über die Schaltung haben dürfte, aber wahrscheinlich nicht willig ist, die dafür anfallenden Lizenzgebühren an Bombardier zu entrichten..

Trotzdem die 380 004 nun wieder ausgelöst ist, dürfte sie nicht so schnell nach Tschechien zurückkehren. Nach ÖBB liegt nämlich keine Lauffähigkeitsbescheinigung vor.

CD 380 004

 
Trenitalia E412, ebenfalls mit Doppelstern-Schaltung

Quelle: eurailpress

Basel erhält Flexity-Trams von Bombarder

Erstaunlicherweise wählt Basel Flexity Strassenbahnen von Bombardier, obwohl Jahre lang bei Siemens gekauft wurde. Das BLT Tango-Tram von Stadler konnte die BVB nicht überzeugen - wahrscheinlich vor allem wegen der ungünstigen Innenraumaufteilung mit Stufen. Insgesamt sollen 60 Strassenbahnen beschafft werden.

Samstag, Oktober 22, 2011

Österreich: Zuckerrübenzug verliert Ladung

Ein Zuckerrübenzug verliert Ladung im Bahnhof Himberg. Wartende Fahrgäste auf dem Bahnsteig werden verletzt. (Kurier)

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