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Samstag, November 12, 2011

Skoda löst beschlagnahmte Lok wieder aus

In Österreich wurde von Skoda durch Hinterlegung einer Kaution die Lokomotive 380 004 wieder ausgelöst. Die Lok wurde im Mai 2011 von den Behörden beschlagnahmt als Sicherheit für eine Patentklage von Bombardier gegen Skoda. Wahrscheinlich geht es im Streit um die widerrechtliche Nutzung der Doppelstern-Motoren-Schaltung in der CD 380 Baureihe von Skoda.

Die Doppelstern-Schaltung wurde von Adtranz entwickelt, welche später von Bombardier übernommen wurde. Die Schaltung wird unter anderem in den italienischen Loks E405 und E412 verwendet. Skoda ist neben Bombardier die einzige Firma, welche diese Technik verwendet, welche vor allem bei Mehrsystem-Loks gewisse Vorteile bringen kann. Ursprünglich plante Skoda eine Zusammenarbeit mit Bombardier, weshalb die tschechische Firma gute Kenntnisse über die Schaltung haben dürfte, aber wahrscheinlich nicht willig ist, die dafür anfallenden Lizenzgebühren an Bombardier zu entrichten..

Trotzdem die 380 004 nun wieder ausgelöst ist, dürfte sie nicht so schnell nach Tschechien zurückkehren. Nach ÖBB liegt nämlich keine Lauffähigkeitsbescheinigung vor.

CD 380 004

 
Trenitalia E412, ebenfalls mit Doppelstern-Schaltung

Quelle: eurailpress

Freitag, September 15, 2006

Skoda 109E

Die tschechische Lokfabrik Skoda steigt in das Geschäft der Mehrsystemlokomotiven ein. Es liegt ihr eine Bestellung über 20 Lokomotiven von den Tschechischen Eisenbahnen vor, welche 2007 bis 2009 abgeliefert werden sollen. Der erste Kasten ist in der Druckprüfung in Cerhenice.

Die Lokomotive 109E ist für den Einsatz vor IC/EC Zügen bis 200 km/h in Tschechien, Slowakei, Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn vorgesehen. Sie kann unter 25 kV 50 Hz, 15 kV 16 2/3 Hz und unter 3 kV verkehren, hat ein von Porsche desingter Kastens und verfügt über Einzelachsantrieb in IGBT Technik mit Doppelsternmotoren.



Technische Details:
  • Umgrenzungsprofil UIC 505-1
  • Vmax: 200 km/h
  • Masse: 86 t, Achslast: 21,5 t
  • Länge: 18 m
  • druckdichte Kabinen mit REXXON-Pultklimagerät und Rammschutz
  • Platz des Lokomotivführers in der Mitte des Führerraums angeordnet und
    nach EUDD Standard ausgebildet
  • Zugsicherung MIREL für Tschechien, Slowakien und Ungarn
  • Hohlwellenantrieb mit einstufigen gerade verzahnten Getrieben und Einzelachsregelung
  • Transformator von ABB mit umschaltbarer Sekundärwicklung für 25 kV/15 kV.
    Die Sekundärwicklungen dienen unter 3 kV als Eingangsdrosseln.
  • Zwei wassergekühlte Stromrichterblöcke in IGBT-Technik enthaltend
    - vier Netzkreise
    - ein Bremssteller
    - vier Traktionswechselrichter
  • Leistung an der Fahrmotorwelle: 6.4 MW
  • Bremswiderstandsturm mit vier Registern. Gesamtleistung: 2.2 MW
  • Hilfsbetriebe mit 3ph-Motoren
  • Bremsausrüstung:
    - elektrische Bremse
    - elektrisch gesteuerte direkte Bremse
    - elektrisch gesteuerte indirekte Bremse
    - Parkbremse mit Federspeicher
    - Notbremsüberbrückung nach UIC 541-5
    - pneumatischer Gleitschutz
  • Radbremsscheiben aus Aluminium
  • Fern- und Vielfachsteuerung für zwei Lokomotiven über WTB

Update 25-01-2007:

Die erste Phase der Entwicklung der Lokomotive CD 380/ Skoda 109E ist abgeschlossen. Gegenwärtig sind alle technischen Unterlagen erstellt und die ersten beiden Kasten wurden gebaut, wobei einer noch im Rohbauzustand ist.

Letztes Jahr wurden die beiden Rohbaukasten erstellt und in der Eisenbahnversuchsanstalt Cerhenicích erfolgreich geprüft. Die Europäischen TSI Normen, welche für diese Lok gültig sind, wurden im Verlaufe des Jahres 2007 wesentlich geändert und mit zusätzlichen Forderungen ergänzt. Die Änderungen in den TSI betreffen hauptsächlich das Crash Konzept, welches die Projektierung der Führerstandskonstruktion betrifft. Der Kasten der Lokomotive ČD380/109 E erfüllt bereits heute die zusätzliche Forderung, so dass in kurzer Zeit dessen Zertifizierung erlangt sein wird. Danach folgt die Inbetriebsetzung der Traktionsausrüstung im Prüffeld bei Skoda.

Die Traktionsausrüstung bestehend aus 1.700 kW Asynchron Fahrmotoren sowie Stromrichterblöcken mit Leittechnik wird von Skoda Elektrik, Pilsen geliefert. Die Prüfung erfolgt im Frühjahr 2007 vor der Inbetriebsetzung der ersten beiden 109E Prototypen. Das Augenmerk wird dabei vor allem auf die Antriebsleittechnik gerichtet.

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Montage der elektrischen Ausrüstung im Maschinenraum und Führerständen. Die Hauptkomponenten für die ersten beiden Lokomotiven werden jetzt geliefert und von Februar bis Mai in die Lokomotiven eingebaut. Gleichzeitig werden die Drehgestelle gebaut. Im dritten Quartal dieses Jahres werden die beiden Lokomotiven in Betrieb genommen und zum Testring in Velim überführt. Dieser Termin kann sich noch Verschieben abhängig davon, wie viele unvorhersehbare Probleme bei der Inbetriebnahme auftreten.

Ende des Jahres könnte die erste 109 E auf dem Testring in Cerhenicích fahren

Update 22-08-2007
Die Tests in Velim sollen im November beginnen. Die ersten beiden Loks sollen im November 2008 an den Kunden übergeben werden.

Update 28-09-2007
Die 109 E wurde an der Innotrans vorgestellt. (Railway Gazette)