Donnerstag, September 30, 2010

Moskau - Nizza

Seit neustem fährt wieder ein regelmässiger Zug Moskau - Nizza. Die Route führt von Moskau über Weissrussland, Polen, Österreich, Tschechien, Brenner, Italien nach Nizza. Der Zug besteht aus 6 russischen Wagen und führt im europäischen Teil zwei polnische Speisewagen. Die Reise dauert 54 Stunden und kostet im 1. Klass Abteil 1'200 EUR.



Zwischenstopp in Wien. Man beachte die Wagenschaffner. Jeder Wagen wird von zwei Schaffnern betreut, wie das in Russland üblich ist. Die Schaffner sind meist Studenten. Bild: Drehscheibe
Russische Informationsgrafik: 
Der Zug verkehrt wöchentlich vom Weissrussischen Bahnhof in Moskau. Abfahrt ist am Donnerstag 16:17, Ankunft in Nizza ist am Samstag 19:12. Am Sonntag 19:22 verlässt der Zug die französische Hafenstadt wieder und erreicht am Dienstag 23:17 Moskau. Die Fahrt kostet 1050 € im Luxusabteil, 459 € in der ersten Klasse und 306 € in der zweiten Klasse. Auf der 3'318 km langen Reise hält der Zug in Smolensk, Minsk, Brest, Warschau, Wien, Insbruck, Milano, Genua und San Remo. 

Mittwoch, September 29, 2010

Amtrak's Northeast Corridor Pläne

Amtrak hat die Machbarkeit einer echten HGV Strecke von Boston nach Washington aufgezeigt. Die Strecke würde 117 Mia $ kosten und würde in 30 Jahren gebaut sein. Link

Dienstag, September 28, 2010

Uetlibergbahn: Neue Triebwagen von Stadler


Die Uetlibergbahn bestellt bei Stadler Rail sechs neue Treibzüge, die ab 2013 abgeliefert werden. Nach Ablieferung dieser Fahrzeuge werden die beiden Be 8/8 von 1978 ausrangiert.

Innotrans 2010

Im Vergleich zu 2008 hat dieses Jahr die Bahntechnik Leitmesse in Berlin ein Fünftel mehr Besucher angelockt. Auffällig waren der grosse Anteil der Besucher aus Osteuropa und China.

Aus der Sicht der Lokomotivbauer hat es einiges Interessantes gegeben:


Am meisten Aufmerksamkeit dürfte die von Bombardier vorgestellte Dual Power Lokomotive für den amerikanischen Markt gehabt haben. Bei Rail Gazette ist der Artikel vom 23. September immer noch in der Liste der meistgelesenen Beiträge zu finden (Stand 27. Sept). In Photobucket sind mehr Bilder der Lok von Bengt zu finden (Link).


Siemens zeigte die Lokomotiven der Vectron. Als Überraschung wurde auch eine Diesellokomotive mit 
Zielanzeige für den Nahverkehr und 16-Zylinder-Dieselmotor von MTU gezeigt, welcher die Emissionsgrenzwerte nach der Abgasnorm Euro IIIB erfüllen soll. Die Loks sind mit angeflanschten Führerhäusern versehen, die seitlich keine Fenster haben, so dass dem Fahrpersonal für die Sicht nach der Seite einzig das Fenster in der Einstiegstüre bleibt. Bei der Mehrsystemlok behindert zusätzlich ein sehr hoch aufbauender Führertisch die Sicht auf die Strecke.
Auf dem Bild sind links die Mehrsystemlokomotive 193 902 mit Italienpaket und rechts die Diesellokomotive 247 901 mit Fahrzielanzeige zu sehen.



Von Voith war sowohl die Gravita 15 BB wie auch die wie auch die Maxima 40 CC der Gleisbaufirma Wiebe ausgestellt.Diese Lok hat übrigens ein sehr ansprechender Führerstand







Vossloh zeigt die Diesellokomotive Eurolight, welche auch auf Strecken eingesetzt werden kann, wo nur 17 t Achslast zulässig ist. Der gesamte elektrische Antriebsstrang dieser Lokomotive wurde von ABB Schweiz entwickelt, was die wenigsten bemerkt haben düften.


General Electric zeigt den Freightliner. Diese Lokomotive wurde für den europäischen Markt entwickelt. Ihr eigenwilliges Aussehen hat sie nicht zuletzt den um die Scheinwerfer angeordneten Rippen zu verantworten, welche sich bei einer Kollision in den benachbarten Fahrzeuge verhaken und somit verhindern, dass sich diese über die Lok schieben können. Etwas eigenartig mutet der in einem Führerstand angetroffene Träger an, der offensichtlich zur Struktur gehört und dem Fahrpersonal die Sicht versperrt.



Aus Polen war die E6ACT von ZNLE zu sehen.Die von einer Unterhaltswerkstätte entwickelte 6-achsige Lokomotive  mit Drehstrommotoren soll im schweren Güterzugverkehr eingesetzt werden. Der Führerstand weist zwar eine spartanische Klimaanlage in der Mittelkonsole auf, ist dafür mit zwei Bildschirmen ausgerüstet, auf welchen wahlweise verschiedene Kamerabilder aufgeschaltet werden können. Der Lokführer kann somit nicht nur nach hinten, sondern auch auf die beiden Kupplungen des Fahrzeugs sehen. (Bilder: M. Zwick)




Bei Transmash war nicht viel neues zu sehen, im besonderen war von der mit Alstom zusammen zu bauenden EP20 nur Renderings zu sehen. Auf dem Stand eines osteuropäischen Transformator-Herstellers war wenigstens doch noch Modelle der Lokomotive und der magnetischen Komponenten zu sehen.  



Bei Toshiba (ja, die bauen nicht nur Computer) gab ein Datenblatt der 44 für die süafrikanische Eisenerzbahn  Sishen - Saldanha gebauten Lokomotiven der Baureihe 15E, welche mit einer Fahrleitungsspannung von 50 kV betrieben werden. Man beachte die Länge der Isolatoren!


Weiter gab es eine von Remarul modernisierte Lokomotive der rumänische Class 62 zu sehen. Erstaunlich, dass dieses fünfzig Jahre alte Ae 6/6 Design von SLM und BBC noch nicht ausgedient hat. Es gab schon früher Plattformen, nur hat man sie nicht so genannt! 

Die Lok wurde ursprünglich 060 DA genannt. Die rumänische Fabrik Electrputere baute zwischen 1959 und 1993 insgesamt 2'500 Stück mit kleinen Änderungen. Sie gilt als grösste einheitliche Diesellokomotiveserie Europas. Weitere 284 Lokomotiven dieser Bauart gelangte sogar bis nach China, wo sie ND2 genannt wurde.  

Die auffälligste Änderung der auf der Innotrans ausgestellten Lok waren die Vollgummifedern an Stelle der Blattfedern in der Sekundärstufe. (Bild: M. Zwick)






Und zum Schluss noch die Rangierlok MDD3 von Express Service Bulgarien, wo garantiert keine Reklamationen des Fahrpersonals aufkommen. Zwei Lokomotiven ähnlicher Bauart mit Führerhaus sind in Kosovo im Einsatz (Link).





     

Donnerstag, September 16, 2010

Die ersten Gäste treffen an der Innotrans ein ...

Nächste Woche findet die grosse Bahntechnikmesse in Berlin statt. So langsam finden sich die Ausstellungsstücke in Berlin ein. Auf der Lok Report Seite sind bereits einige Bilder der Fahrzeuge zu sehen:


Bombardier ALP-45 DP
Diese für den amerikanischen Markt bestimmte Dualpower Lokomotive
kann sowohl unter Fahrleitung, wie mit Dieselantrieb fahren. Das 130 t schwere 
Ausstellungsstück traf als erstes auf dem Ausstellungsgelände ein. Der Lokkasten
wurde auf einem Tiefgänger von DB Schenker transportiert und erst am Bestimmungsort
von Autokranen auf die Drehgestelle aufgesetzt..



Bombardier MOVIA
U-Bahn-Zug für London Underground



Bombardier Zefiro 380
Modell des Hochgeschwindigkeitszug-Endwagens im Maßstab 1:1


Vossloh Eurolight
Diesellokomotiven für Strecken mit beschränkten Achslasten



Voith Gravita 15 BB
Dieselhydraulische Rangierlok, die auch für leichte Streckenaufgaben eingesetzt werden kann.



ZNLE E6ACT
Schwere Güterzuglokomotive mit Asynchronfahrmotoren aus Polen.

Sonntag, August 29, 2010

Bombardier Werk Siegen

Der Westen schreibt über das Bombardier Werk Siegen. Im Artikel macht sich schludriger Journalismus breit:

>> Im Oberflächenzentrum wartet, noch ohne Radsätze, einer der beiden Lokrahmen auf seine Lackierung, der Teil einer Traxx-Lok der 185er Reihe, die bis zu 260 Waggons lange Erz-Züge aus dem schwedischen Kiruna ziehen wird.

Die Lokrahmen werden nicht in Siegen gebaut, sondern in Wrozlaw, Polen. Das gesehene Teil dürfte ein Drehgestellrahmen sein. Vor den Erzzügen in Kiruna fahren keine 185er, sondern IORE Loks, und die Züge haben nicht 260 Wagen, sondern 68.

BLS Brand in Biel: keine Brandstiftung

Der 2009 in Biel abgebrannte Triebwagen wurde nicht durch Brandstiftung zerstört. Die Unfalluntersuchung ergab, dass ein Kurzschluss am Zugsammelschienenschütz auftrat und das Überstromrelais des Heizkreises defekt war.

BLS Nina brennt in Münsingen

Gestern war die Aaretal-Strecke blockiert weil der Transformator einer BLS Nina brannte. Es soll sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art handeln.

Tagesschau vom 28.08.2010


Unfallursache des entgleisten Autozuges am Arlberg

Auf der Arlberglinie entgleist am 16. Juni 2010 ein Güterzug mit Dacia-Neuwagen aus Rumänien wegen Bremsversagen. Es entstand hoher Sachschaden. welt



Die am Unfall beteiligten Autotransportwagen waren von dieser Bauart:

Die beiden Wagenhälften sind mit einer nur in der Werkstatt trennbaren Kupplung verbunden. Unter dieser verläuft die Hauptleitung, welche mit herkömmlichen Schlauchkupplungen versehene ist. Damit die Leitung nicht zu tief hängt, ist dieser mit einem dünnen Drahtseil an der Wagenkupplung aufgehängt. 

Auslöser des Unfall war das Versagen dieses Drahtseils am ersten Wagen hinter der Lokomotive ungefähr 11 km vor der Entgleisung. Die herunter hängende Hauptleitung verfing sich etwa 6 km vor dem Unfallort an Schienen, die zwischen den Gleisen für den Einbau abgelegt wurden. Der Bremsschlauch der zweiten Wagenhälfte wurde beim Aufprall so nach hinten geschleudert, dass sich die Bremskupplung im Untergestell des Wagen verfing und der Schlauch so abknickte, dass die Luft aus der Hauptleitung des hinteren Zugteils nicht entweichen konnte. Somit blieb der Autozug trotz Trennung der Hauptleitung ohne wirksamer Bremse.

Die 777 t schweren 64 Achsen hatte nur die Bremse der Lokomotive und eine einzige gebremste Achse im Zug. Der Lokführer bemerkte zwar den Druckabfall im vorderen Zugteil, doch die eingeleitete Schnellbremsung nütze ihm nichts - auch die Not-Aus-Taste der Lok konnte die Bremswirkung nicht verbessern, im Gegenteil, denn sie schaltete die elektrische Bremse der Lokomotive aus. Der Zug beschleunigte von 60 km/h auf 120 km/h bevor er entgleiste.

Karte der Unfallstelle:

Entgleisung Arlberg auf einer größeren Karte anzeigen

Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände. Bei genauerem Hinsehen muss festgestellt werden, dass auch konstruktive Details wie die Befestigung der Bremsleitung zwischen den beiden Wagenhälften nicht vernachlässigt werden dürfen.

Ich denke nicht, dass der Unfall hätte verhindert werden können, wenn die elektrische Bremse der Lok bis zum Schluss zur Verfügung gestanden hätte. Die Bremswirkung wäre zwar stärker gewesen, aber das hätte nicht gereicht um den Zug sicher zum Stehen zu bringen.



 

Freitag, August 27, 2010

Hectorrail kauft Taurus von Mitsui

Am 16. August hat Hectorrail den ersten Taurus von Mitsui erhalten. Die Lok soll ev. auch im Personenverkehr eingesetzt werden. Es besteht eine Option zum Kauf von vier weiteren Loks. Hectorrail Bild: Postvagnen

Donnerstag, August 26, 2010

Bombardier erhält "Geheimer Auftrag"

Am Freitag 20. August verkündete Bombardier den Eingang eines Rollmaterialauftrages über 365 Mio €. Es wurden keine Angaben über den Kunden oder die bestellten Züge gemacht.

Das Rätselraten, wer die Bestellung aufgegeben hat, kann beginnen. Es sieht so aus als hätte Bombardier am liebsten gar nichts gesagt. was aber gesetzlich verboten ist. Die Richtlinien der kanadischen  Börse verlangen nämlich, dass alle Aufträge über 100 Mio $ veröffentlicht werden müssen. Das Datum der Bekanntgabe lässt darauf schliessen, dass der Beistellungseingang unbedingt noch für das erste Halbjahr verbucht werden sollte.

Es bleibt das grosse Rätsel, wer das was bestellt hat.

Vielleicht erfahren wir an der grossen Bahnmesse in Berlin mehr. Es könnte auch ein Kunde sein, der heimlich Hochgeschwindigkeitszüge für den Verkehr in Europa kauft, in der Hoffnung, dass die Konkurrenz möglichst lange schläft. Die von Air France, Veolia und Trenitalia gebildete Hochgeschwindigkeitsgesellschaft hat zum Beispiel noch keine Züge.

RhB: Fahrzeug auf Gleis

Die RhB Strecke Landquart - Davos ist unterbrochen, weil ein Fahrzeug auf dem Gleis ist.

Hinter dieser seltsamen Meldung verbirgt sich ein Fahrzeug, das nicht mehr auf dem Gleis ist und ein Stück Gleis, das auch nicht mehr da ist: In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch stürzte beim Einbau einer Hilfsbrücke ein Schienenkran von Sersa in die Baugrube, der nun von einem Autokran aus Luzern aus seiner misslichen Lage befreit werden muss, bevor die Hilfsbrücke doch noch eingebaut werden kann. (Blog24)

Montag, August 23, 2010

Vossloh Eurolight

Die Innotrans Lokomotive scheint bereits in Hendaya angelangt zu sein.
flickr

Donnerstag, August 19, 2010

Innotrans: Liste der ausgestellten Fahrzeuge

Bei railcolor ist die Liste der Ausgestellten Fahrzeuge zu finden. Bombardier wird die ALP-45 Dual Power zeigen, Siemens wird vier Vectron Loks ausstellen.

ICE-Testfahrt durch den Eurotunnel

ICE-Testfahrt durch den Eurotunnel ist für Oktober geplant. Die Deutsche Bahn würde gerne Verbindungen Köln - London anbieten, wird aber zur Zeit von Frankreich und England erfolgreich daran gehindert auf Grund von geltenden "Sicherheitsvorschriften", die verlangen, dass die Züge mindesten 400 m lang sind.

Dienstag, August 17, 2010

Talgo Nachtzug Pablo Casals fehl geleitet

Die SNCF hat versehentlich die Zugsteile nach Mailand und Zürich miteinander verwechselt. (NZZ)

Sonntag, August 15, 2010

Strassenbahn Moskau

Die beiden Strassenbahnnetze in Moskau sind zusammen über 180 km lang. Obwohl die technischen Normen für beide Netze gleich sind gibt es zwischen keine Verbindung zwischen den Linien im Süden und Osten der Stadt mit denjenigen im Nordwesten. Die Strassenbahn fährt auf russischer Breitspur und wird mit 550 V versorgt. Die Betreiberin ist Mosgotrans, eine der rössten Nahverkehrsgesellschaften der Welt. Sie befördert jährlich 1.7 Mia. Fahrgäste und betreibt neben der Strassenbahn auch das O-Bus-Netz und Autobusse.

Im Westen der Stadt wurde 2003 ein neues Tram Depot in Strogino gebaut. English Russia zeigt einen Rundgang durchs Depot. Neben den altbekannten Tatra Wagen sind auch einige neuere Fahrzeuge zu sehen, wobei fraglich ist, ob dieses in Serie gebaut werden.

Die Strassenbahnen fahren übrigens immer als Einzeltriebwagen. Es gibt also keine Anhänger oder Doppeltaktionen. Die Kurse sind ohne Fahrplan unterwegs, da dieser wahrscheinlich sowieso nicht eingehalten werden könnte. Kommt es wegen Autounfällen zu Streckenblockierungen, stauen sich die Kurse manchmal bis zu einem Kilometer auf.




 

Triple Crown Roadrailer Züge

Roadrailer sind spezielle Sattelauflieger, die auf der Schiene befördert werden indem sie direkt auf Drehgestelle gesetzt werden. Diese Transportart ist geeignet für empfindliche Güter, weil weniger Stösse auf die Ladung einwirken, als wenn ein Sattelauflieger oder Container auf einen Eisenbahnwagen gesetzt wird. Anderseits müssen die Sattelauflieger viel stabiler gebaut sein, weil sie die Längskräfte im Zug selbst aufnehmen müssen.

Die Transportart wurde in vielen Länder ausprobiert und wieder aufgegeben. In den USA fristet sie zwar auch ein Schattendasein, wird aber seit 1986 von Triple Crown, einer Tochtergesellschaft von Norfolk Southern angeboten. Die Züge verkehren nur im Osten und transportieren vornehmlich Autoteile. Ein Zug kann aus bis zu 150 Roadrailer bestehen.



Gebiete, wo der Triple Crown Service verfügbar ist:

Donnerstag, August 12, 2010

Zugspitzenbahn & Englisch

ohne Worte

Wagenkipper

Dieser Wagenkipper war in der Maxhütte in Bayern im Einsatz. Die Hütte wurde 2002 eingestellt. Mehr Bilder gibt es bei Drehscheibe.