Samstag, Dezember 08, 2007

SBB Doppelstocktriebzüge und Zwischenwagen

Die SBB kauft neues Rollmaterial für 1.4 Mia CHF. Die Vergabe der Ausschreibung wird spannend. Die Vertragsunterzeichnung ist im April 2008, die Fahrzeuge sollen von 2010 bis 2015 geliefert werden.

Die Ausschreibung wurde im April 2007 im Handelsblatt veröffentlicht. Sie besteht aus zwei Teilen, die auch getrennt vergeben werden können.

Doppelstückige Triebzüge
für Zürcher S-Bahn
100 m lang (4 Wagen), 60 Stück + 160 Stück Option

zusätzlich anzubietende Varianten:
  • Längerer Züge
    150 m lang (6 Wagen), 40 Stück + 110 Stück Option

  • Kürzerer 2-System-Züge für die S-Bahn-Basel
    mit Zulassung für Frankreich
    50 m lang (2 Wagen), 25 Stück

  • Fernverkehrsvarianten
    für die 100 m und 150 m Züge

  • TSI Crash Standard

  • Zulassung für Deutschland

  • Mischtraktion mit RABe 514 (Siemens Züge S-Bahn Zürich)
    für die 100 m und 150 m Züge


Doppelstöckige Zwischenwagen mit Niederflurbereich
113 Stück + 40 Stück Option




Die Angebote werden wie folgt gewichtet:
  • 50 % Gesamtwirtschaftlichkeit
  • 20% Erfüllung der Anfroderungen
  • 15 % Erfüllung Werkliefervertrag
  • 15 % Verwendung bewährter Technik

Ich vermute dass es zwei Bietergemeinschaften geben könnte:
  • Bombardier mit Siemens zusammen
  • Stadler mit Alstom zusammen. Alstom ist die Besitzerin der Technologie für die Kasten der IC2000-Doppelstockwagen und der S-Bahn-Zürich.
Stadler dürfte heute durchaus in der Lage sein Doppelstockfahrzeuge zu bauen. Die Ingenieure, welche seinerzeit bei ABB/Bombardier die S-Bahn-Züge für Zürich konstruierten, arbeiten schon seit längerem bei Stadler. Lebensgrosse Modelle von Doppelstockfahrzeugen wurden auch schon gesichtet.

Nach einem Interview mit Cash will Peter Spuhler neue Werkhallen bauen und weitere Arbeitsplätze schaffen. Stadler Rail will weiterhin nicht an die Börse gehen.

Anders als unter schweizweit.net behauptet, würde aber auch bei einer Vergabe an Bombardier das Geld nach Kanada fliessen sondern mehrheitlich in der Schweiz und in Deutschland bleiben.

Der "weltweite Durchbruch" wird Stadler auch nicht mit dem SBB Auftrag gelingen, aber ich denke, dass das auch nicht das Ziel von Peter Spuhler ist. Stadler Rail ist aber gut in Deutschland, Italien und Amerika vertreten. Vorallem in Deutschland wurden in letzter Zeit etliche Aufträge an Land geholt.

Das starke Wachstum von Stadler wird vorallem durch ehemaliges Bombardier-Personal begünstigt, das die Werkschliessungen in der Schweiz nicht richtig verdaut hat und bereits die Fachkompetenz und die Kontakte in der Bahnwelt hat.

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