Samstag, September 26, 2009

Cisalpino Ade!

Die Cisalpino AG wird aufgelöst! Die Züge werden auf die SBB und Trenitalia aufgeteilt. Die SBB erhält 4 alte Pendolino ETR 470 und 7 neue ETR 610 Züge, die Trenitalia 5 alte und ebenfalls 7 neue Züge. Das Thema Cisalpino ist somit vom Tisch, aber wer denkt, dass das nun ein Ende mit Schrecken ist, hat sich getäuscht, denn nach meiner Meinung bleibt das Thema Personenverkehr Schweiz - Italien bei der jetzigen Strategie der SBB immer noch ein Schrecken ohne Ende.

Ein ETR 470 in der Wattingerkehre am Gotthard. Foto: Nick Johns


Die Auflösung von Cislapino überrascht nicht. Auslöser dürfte kaum die Qualität sein, den die Züge bleiben erhalten. Dass nun der am SF DRS verkündete Wartungswettbewerb zwischen den beiden Ländern los geht, glaubt wohl keiner, der hinter die Kulissen sieht. Vielmehr dürfte der Grund sein, dass die 1994 vergebene 15-jährige Konzession der Cisalpino AG für die exklusive Nutzung der Trassen am Gotthard und Lötschberg im Dezember 2009 endet - eine Tatsache, die den "professionellen" Medien unerkannt blieb. Ab 2010 gilt übrigens auch für die Schweiz die Marktöffnung des internationalen Personenverkehrs nach europäischem Recht - auch wenn die NZZ behauptet, dass das nicht so sei. Die exklusive Vergabe aller Trassen an eine einzige Gesellschaft wäre dann ohnehin nicht mehr zulässig gewesen.

Ein ETR 610 ebenfalls in der Wattingerkehre am Gotthard. Foto: Oskar Günther

Wenn es nur an der Wartung der Züge liegt, muss der Reisende in ungefähr 50% der Fälle damit rechnen, dass er in einem von Trenitalia gewarteten Zug sitzt, der weiterhin Verspätung macht. Ich glaube nicht daran, dass Otto Normalverbraucher im Fahrplan erkennen kann, ob der Zug von Trenitalia oder von den SBB stammt. Die technischen Probleme dürften sich auch nicht nur mit Wartung lösen lassen, sondern die Züge müssten umgebaut werden, was aber wiederum nicht geht, weil dann zumindest in Italien eine langwierige teure Neuzulassung fällig wird.

Das einzige, was somit erreicht wurde, ist dass die negativ belastete Marke Cisalpino verschwindet, was vielleicht doch ein Schritt zu einem Neuanfang sein könnte. Mein Vorschlag: Versuchen die Cisalpino Züge zu verkaufen und durch lokomotivebespannte Reisezüge ersetzen. Die Pendolino Reisezüge sind beim Publikum ohnehin unbeliebt wegen drohender Übelkeit und ob nun ein Zug zwischen Zürich und Mailand ein bisschen schneller oder langsamer ist, spielt auch nicht wirklich eine Rolle.

Bis eine endgültige Besserung kommt, werde ich jedenfalls weiterhin mit dem Auto nach Mailand fahren, es sei denn ich möchte wieder mal ein Erlebnis damit ich davon eine Geschichte erzählen kann.

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