Die dänische Seite Guide to locomotives and trains hilft beim Auseinanderhalten der neueren Generationen von Dieselloks und erklärt auch gleich noch, wie das mit den verschiedenen Güterwagentypen ist. Gut gemacht!
... und wie ist das mit den Abkürzungen, die vor allem bei älteren Modellen verwirrend sind:
Die Seite Diesel "Acronyms" - an Explanation ist eine Hilfe.
Nach dem Unfall mit einem Flüssiggastankwagen in Viareggio hat das EBA im letzten Sommer 4'500 Wagen überprüft und dabei an ca. 900 Mängel an den Achsen festgestellt. Das EBA schweigt sich darüber aus, wie viele Wagen sofort aus dem Verkehr gezogen werden mussten, ebenso weis bei DB Schenker Rail niemand, wie viele Wagen vom eigenen Unternehmen betroffen waren. (web.de)
Aus meiner Sicht ist die automatische Überwachung von Güterwagen in Europa immer noch sehr stiefmütterlich. Hier würde sich ein Blick über den grossen Teich lohnen. In Amerika feiert man zur Zeit gerade den millionsten Anmeldung eines Fahrzeuges an das System InteRRIS zur Überwachung seines Laufwerkzustandes. An 170 Überwachungsstellen in Nordamerika werden die Wagen gemessen. Die gewonnen Daten werden ausgewertet und den Besitzer, Betreibern, Herstellern und Unterhaltsfirmen zur Verfügung gestellt. (TTCI)
Ähnliche Systeme gibt es in Europa auch - die Österreichische Bundesbahn ist hier ziemlich führend, es fehlt aber die starke Vernetzung aller Beteiligten und die einfache Bedienung übers Internet.
Die Bahnsparte des französischen Umwelttechnikkonzern Veolia geht an die SNCF und Eurotunnel. Die SNCF erhält dadurch einen direkten Zugang zu den niederländischen Häfen und verstärkt ihre Position in Deutschland und Italien, Eurotunnel kann sein Geschäft nach Frankreich ausdehnen und Transportleistungen für den gesamten Transportweg anbieten. (Verkehrs Rundschau)
Im Internet habe ich bei IRFCA diese Fotos eines doppelstöckigen Container Zuges gefunden, der Gerade in der Rbf von Amedhabad einfährt. Seit März 2006 verkehrt der Zug auf der 840 km langen Strecke zwischen Jaipur und dem Hafen Pipavav an der Arabischen See. Die Container werden auf normale Tragwagen verladen.
Für die Zukunft ist geplant spezielle Güterzugstrecken zu bauen, wo doppelstöckige Container Züge mit elektrischen Lokomotiven befördert werden können. Die Züge sind 7 m hoch und werden eine Achslast von 32,5 t haben. Stone India hat unter dem Namen Omniversal Intelipanto einen Spezialpantographen entwickelt, der auf normalen Lokomotiven aufgebaut die Fahrleitung in 7,5 m Höhe erreichen kann.
Vor einigen Jahren ist an der Gotthardsüdrampe ein nur einseitig beladener Schiebewandwagen ebenfalls umgekippt, hat sich dann aber auch wieder selbst aufgestellt. Das entgleiste Fahrzeug lief mehrere Kilometer neben den Schienen und zerstörte diverse Achszähler und ähnliche Anlagen.
Hier wieder einmal ein Stück ungenauer Journalistenarbeit am Schweizer Fernsehen in der Sendung Schweiz Aktuell vom 3. März:
Der Beitrag handelt über deutsche Güterzüge, die über die Eisenbahnlinie südlichen entlang des Bodenseeufers durch die Schweiz fahren. Dadurch können die Züge durchgehend elektrisch bespannt werden, ausserdem ist die Strecke auch noch einige Kilometer kürzer.
An dieser Strecke sind noch keine Lärmschutzwände gebaut - einerseits weil die Güterzüge bei der Studie über den Eisenbahnlärm in der Schweiz noch nicht gefahren sind, anderseits weil die Lärmschutzwände an manchen Stellen den Blick auf den See versperren würden.
Der Mehrverkehr auf der Bodenseelinie konnte erst in den letzten Jahren entstehen weil die Formalitäten im europäischen Eisenbahnverkehr vereinfacht worden sind. Obwohl der Reporter altes Rollmaterial sichtet, sehe ich nichts dergleichen.
Im Beitrag ist ein Zug mit Hbis-Schiebewandwagen (wahrscheinlich Papier) und ein Zug mit Abfallcontainern zu sehen.
Zug mit 2-achsigen Schiebewandwagen. Es könnten z.B. Hbbillns 305 sein.
Auserdem erfindet der Journalist das Wort Stromlok und der Thurgauer SVP Ständerat Hermann Bürgi gibt es Rodelmaterial.
Im Beitrag fehlten aus meiner Sicht folgende Punkte:
Der Verkehr durch die Schweiz produziert weniger CO2 als wenn er durch Deutschland geführt würde.
Es gibt auch leisere Varianten der Hbis Wagen mit Trommelbremsen, aber niemand will diese bezahlen.
Der Abfall (wahrscheinlich aus dem Ruhrgebiet) müsste nicht unbedingt so weit transportiert werden nur damit er verbrannt werden kann.
Die Problematik vom Lärm der Verkehrswege wird übrigens im Film Home von Ursula Meier sehr gut aufgenommen. In diesem absurden Drama wird die Lebensfreude einer Familie von einer neu eröffneten Autobahn mehr und mehr eingenommen bis sie resigniert ihr Heim verlässt. Der Film ist etwas skuril, aber empfehlenswert. Jetzt in den Schweizer Kinos.
Ausser Umsätzen können auch Eisenbahnwagen einbrechen: Dieser kanadische Wagen war entweder falsch beladen oder schon vorgeschädigt. Die auf dem Wagen geladenen Traktoren dürften von dem Zwischenfall keinen Schaden erlitten haben.
Nicht nur Ladung kann verloren gehen, nein, manchmal gehen ganze Container verloren. Diese sind in der Regel leer und werden manchmal von Winden weggetragen wenn die Twistlocks nicht richtig eingerastet sind. Hier einige Beispiele:
Zwischen Madrid und Avila liegt seit Jahren ein Container am Bahnbord, der von einem Flachwagen geweht wurde. Ungefähr hier.
In Amerika gingen besonders zu Beginn des Einsatz doppelstöckiger Container Züge (Stack Trains) mehrere Container in der Mohave Wüste verloren. An einigen Orten wurden deshalb auch spezielle Windschutzhecken angepflanzt.
Letzte Woche hat ein Güterzug der SBB auf der Bötzberglinie eine Drahtrolle verloren. NZZ
Leider kommt es manchmal zu solchen Zwischenfällen. Meist fehlt es daran, dass die Ladung nicht richtig gesichert ist. Hier einige mir bekannte Ereignisse:
Gotthardtunnel, 29.5.2007: Ein mit Schrott beladener Güterzug verliert Blechteile, die vom Fahrtwind angehoben und aus einem mit Schrott beladenen offenen Güterwagen geworfen wurden. Die Teile verursachten zuerst einen Fahrleitungskurzschluss und blieben später auf den Gleisen liegen. Ein in der Gegenrichtung verkehrender Schnellzug wurde beschädigt und musste abgeschleppt werden. Schlussbericht
Gotthardtunnel, 5.9.2006: Ein Zug verliert mehrere Maschinenteile aus einem Container mit Planenseitenwand. Die Teile beschädigen die Loks von zwei anderen Zügen und die Infrastruktur. Schlussbericht
(Die Häufung der Vorfälle im Gotthardtunnel dürfte darauf zurückzuführen sein, dass in den langen Tunnel durch die einfahrenden Gegenzüge starke Luftströmungen entstehen, welche einen Ladungsverlust begünstigen. Früher sind z.B. im Lötschbergtunnel bei den damals damals neuen SNCF Corail Wagen oft Verkleidungsteile abgerissen worden.)
2006 haben sich ungenügend gesicherte Blechplatten in einem Container verschoben. Der Zug war unterwegs von Belgien in Richtung Italien. Ein Teil der Ladung ging noch in Deutschland kurz vor der Schweizergrenze verloren. Bei Othmarsingen sah ein Bahnmitarbeiter die zerrissene Plane im hinteren Zugsteil und ließ den Zug anhalten. Die Ladung ragte dabei etwa 80 cm aus dem Wagen heraus. Schlussbericht
Hier zeigt sich, wie wichtig dass es ist, dass die Bahnmitarbeiter die vorbeifahrenden Züge kontrollieren. Die Lokführer beobachten die kreuzenden Güterzüge genau und beobachten ihren eigenen Güterzug im Rückspiegel - ausser in Deutschland, wo im Gegensatz zu den übrigen europäischen Ländern Rücksehvorrichtungen verboten sind - Grund dafür gibts keiner.
Es gibt auch immer mehr ortsfeste automatische Überwachungsstellen, welche das Umgrenzungsprofil der Güterzüge überwacht.
Tornesch, Norddeutschland, Januar 2007: Eine Blechrolle durchschlägt den Containerboden und bringt einen Güterzug zum Entgleisen.
Neustadt (Hessen), 5.7.1997: auf einem Flachwagen Typ Rs 669 der ehemaligen Reichsbahn verschiebt sich eine Rohrladung und schlitzt einen Doppelstöcker der Deutschen Bahn auf. (Best Practice Feuerwehr und Focus). Ähnliches Unglück mit dem selben Fahrzeugtyp in Geisenheim im Rheingau 1994. Es wird vermutet, dass diese Flachwagen unruhig gelaufen sind.
DB Rs 669
In Australien kam es 2005 in der Nähe von Melbourne zu einer Streifkollision zwischen einem Personenzug und verschobenen Stahlbauteilen auf einem Güterzug. Das ganze lief glimpflich ab. Die unförmigen Bauteile in einem Flachbettcontainer waren nur ungenügend mit Kunstoffbändern gesichert. Außerdem waren in der Station, wo die Züge sich streiften, der Gleisabstand 14 cm zu klein.
Wenn ein Tankwagen beim Entleeren nicht richtig belüftet wird kommt es zu einem Unfall. Die auslaufende Flüssigkeit erzeugt im Innern einen Unterdruck, so dass der von Aussen wirkende atmosphärische Druck den Kessel zusammenfallen lässt. Dieser Vorgang geschieht nicht etwa langsam, sondern schlagartig, wie im YouTube Video dargestellt.
ist der erste Belgische Die beiden EVUs können somit direkten Verkehr zwischen Belgien, Holland, Deutschland, Schweiz und Italien anbieten. Crossrail ging aus der Güterverkehrssparte der ehemaligen RM hervor, DLCEVU mit Beteiligung von HUPAC. Die neue Gesellschaft wird Crossrail heissen und ihren Geschäftssitz in der Schweiz haben. (Pressemitteilung)
Die neue Crossrail dürfte eine starke Konkurrenz zu SBB Cargo sein, zumal in den nächsten Jahren mehr als fünfzig neue Loks beschafft werden sollen.
Die Deutsche Bahn will ihre Güterverkehrssparte Railion ausbauen und ist deshalb daran interessiert, die englische EWS und die spanische Transfesa zu erwerben. EWS ist auch in Frankreich tätig, wo bis jetzt Railion Mühe hatte Fuss zu fassen. (focus)