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Montag, September 10, 2012

UNESCO World Heritage Railraods

Wer mit der Rhätischen Bahn fährt hört auf der Albula Strecke nach Thusis, das es sich hier um die dritte Bahn des UNESCO Weltkulturerbes handelt. Ich habe mich dann gewundert, welches die anderen zwei Bahnen sind.  Es handelt sich um die Semmering Bahn in Österreich und um drei schmalspurige Gebirgsbahnen in Indien, die zu einem Objekt zusammengefasst wurden, nämlich die Darjeeling Himalayan Railway, die Nilgiri Mountain Railway und die Kalka Shimla Railway.

Die Semmeringbahn ist die älteste Gebirgsbahn der Welt. Sie wurde 1854 in Betrieb genommen und man war damals gar nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, mit einer Eisenbahn die Alpen zu überqueren oder ob vielleicht doch eher eine Atmosphärische Eisenbahn, eine Eisenbahn System Fell oder eine Seilbahn nach System Agudio nötig wäre.

Die Albulabahn ist technisch Spektakulär und die Berninabahn ist der höchste Alpenübergang und erst noch ohne Scheiteltunnel.

Die Darjeeling Himalayan Railway weist nur 60 cm Spurweite auf und überwindet auf 80 km Streckenlänge beinahe zweitausend Meter Höhendifferenz. Die Strecke folgt der Strasse, führt wenige Zentimeter an den Häusern vorbei, weist sechs Spitzkehren und mehrere Kreiskehrschleifen auf. Als die Dampflokomotiven noch fuhren, sassen auf diesen diverses Hilfspersonal das einerseits Kohle zerkleinerte und anderseits von Hand Sand auf die Schienen streute. Ich empfehle im besonderen den BBC Film unten, der die Stimmung der Bahn vortrefflich wiedergibt. Ich bin die Bahn 1996 gefahren, als noch keine Dieselloks auf der Strecke fuhren.


Die Nilgiri Mountain Railway ist bekannt für die von SLM gebauten Dampfloks, welche schon rein visuell ihre Schweizer Erbe nicht leugnen können.

SLM Lokomotive bei der Nilgiri Eisenbahn
Die Khalka Shimla Railway schloss die indische Sommerhauptstadt Shimla an das Eisenbahnnetz an, denn jeden Sommer verlegte die britische Kolonialregierung während den Sommermonaten ihre Regierung nach Shimla. Die Bahn ist vor allem auch bekannt für die Schienenbusse.

Khalka Shimla Schienenbus


Sonntag, Februar 06, 2011

Schweiz: weitere Preisaufschläge im öV zu erwarten

Auch Ende 2011 wird Bahnfahrer laut einem NZZ Artikel teurer werden. Trotz Ausbau der Infrastruktur wird die Auslastung der Anlagen steigen, was ihren Betrieb noch teurer macht. Trotzdem scheinen Erhöhungen von Abonnement-Preisen und Zuschläge für gut bediente Fernverkehrsdestinationen wie etwa Zürich - Bern unpopulär zu sein. Ausserdem werden wieder die Stimmen der Strassenverbände laut, die versuchen die Querfinanzierung des öV zu unterminieren.  

Sonntag, Dezember 19, 2010

Doppelstockwagen für den Fernverkehr in Deutschland

Die Deutsche Bahn denkt laut darüber nach, Doppelstockwagen im Fernverkehr einzusetzen. Vorerst sind drei Linien mit 27 Zügen geplant, welche 200 Wagen benötigen. Die Wagen könnten 2013 von Bombardier geliefert werden. Die Umsetzung des Planes ist aber davon abhängig, ob die Länder bereit sind, zusätzliche Züge im Regionalverkehr zu bezahlen. Welt

Update, 13. Januar 2011: Es wurde tatsächlich bestellt!

Die heute in Deutschland eingesetzten Bombardier Doppelstockwagen basieren auf den Wagen der Zürcher S-Bahn. Die erste Serie umfasste 75 Wagen, die für den Regionalverkehr im Grossraum München beschafft wurden. Es waren dies die Bauarten DBz 750 (55 Stück) und DABz 755 (20 Stück).



Ursprünglich sollten die Wagen in der Schweiz gebaut werden. Die Wagenkasten sollten von Schindler gebaut werden, welche auch die Endmontage übernommen hätte. Der Auftrag wurde aber nach dem Mauerfall 1989 kurzfristig an das Werk Görlitz  der neu entstandenen DWA abgegeben. Görlitz hatte bereits früher für die Deutsche Reichsbahn Doppelstockwagen gebaut. Einzig die elektrische Ausrüstung von ABB und die Laufdrehgestelle von SIG wurden in der Schweiz hergestellt.

Samstag, Juli 31, 2010

Glacier Express entgleiste weil der Lokführer zu schnell fuhr

Der Glacier Express entgleiste weil der Lokführer mit 55 km/h statt mit 35 km/h unterwegs war. sf drs.

Samstag, Juli 24, 2010

Wallis: Glacierexpress entgleist

Der Glacierexpress ist zwischen Lax und Fiesch entgleist, wobei ein Person ums Leben kam und 42 verletzt wurden, davon 6 schwer. Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um japanische Touristen. In einer Kurve entgleisten die letzten drei Wagen. Ein Wagen kam auf der Seite auf dem Gleisbett zu liegen, der andere blieb kopfüber an der Bahnböschung liegen. Die Unfallursache ist Gegenstand einer UVEK Untersuchung. Eventuell könnte sich durch extreme Temperturunterschiede die Gleislage verändert haben oder der Zug war für die Verhältnisse zu schnell unterwegs. NZZ


Der Unfall ist besonders tragisch ausgegangen, weil die neuen Panoramawagen extrem leicht gebaut sind und deren verglaste Seiten beim Unfall total zerstört wurden, wie das Bild von den Bergungsarbeiten zeigt.



Die Unfallstelle befindet sich beim grünen Pfeil:

View Larger Map


btw: Ich habe immer gemeint, dass die Südsotschweiz eine seriöse Zeitung sei, was ich aber seit heute stark bezweifle, den bei deren Redaktion ist der Zug bei der RhB (!) verunfallt. Link



btw2: Auch der Tagi schafft es nicht, richtig zu informieren. In der Bildstrecke werden emotionenweckende Wrackhaufen von Eisenbahnfahrzeugen gezeigt ohne mehr Hintergrundwissen zu vermitteln, als Ort und Angaben zu Verletzten und Toten. Bei Bild 1/8 (Verunglückter BLS Bauzug in Dürrenast BE) steht zudem die falsche Information "... funktionierten aus unerklärlichen Gründen die Bremsen nicht." Der "unerklärliche Grund" war der geschlossen Hahn der Hauptleitung, wie auch das UVEK hier festgestellt hat.

Der Journalismus der grossen Zeitungen geht aus meiner Sicht immer mehr dahin, dass man einfach etwas schreibt, was gut tönt und die Leser anlockt, damit möglichst viel Werbung konsumiert wird. Mit seriöser Informationsverbreitung hat das nichts mehr zu tun.

Update 30.7.2010:
Der Glacier Express ist entgleist weil der Lokführer zu früh beschleunigt hat und mit 55 km/h statt mit 35 km/h gefahren ist. sf drs

Dienstag, März 30, 2010

BLS kauft bei Stadler Doppelstockzüge



Die BLS kauft bei Stadler für beinahe eine halbe Milliarde 28 Doppelstockzüge. Die Züge werden ab 2012 ausgeliefert und sollen zuerst auf der Linie 1 Freiburg-Bern-Münsingen-Thun in den Einsatz gehen.

Dienstag, März 09, 2010

Kann man mit einem Zug durchs Wasser fahren?

Grundsätzlich geht das, solange die Fahrmotoren keinen Schaden nehmen, wie hier in Buenos Aires:



In der Schweiz waren vor allem die Ae 3/6 I und Ae 4/7 für ihre Watfähigkeit bekannt. Sie wurden bei Überschwemmungen des Bodensees eingesetzt, wenn der Bahnhof Rorschach Hafen unter Wasser stand.

Mittwoch, Dezember 09, 2009

Transrun

Unter dem Namen Transrun ist eine schnellere Verbindung zwischen La Chaux-de-Fonds und Neuenburg. Ein Tunnel würde die Strecke mit der Spitzkehre in Chambrelien zu beseitigen. Das Projekt würde 850 Mio CHF kosten. Die SBB unterstützt ein Vorprojekt. Die Finanzierung soll durch PPP erfolgen.

SBB Fahrplan kennt die Neubaustrecke

Der SBB Fahrplan teilt den Fahrgästen auch mit, welche Züge über die Neubaustrecke verkehren. Sie das Beispiel unten:

Montag, Dezember 07, 2009

Graubünden prüft Verkehrsgrossprojekte

Der Kanton Graubünden prüft unter anderem die folgenden Verkehrsprojekte auf Machbarkeit und Sinn:
  • neue Bahnlinie Bellinzona - Misox - Chiavenna
  • verbesserte Verbindung über den Oberalp oder Basistunnel unter dem Oberalp
  • bessere Verbindung zwischen Engadin und Vinschgau
  • Bahnlinie Arosa - Davos
südostschweiz

Sonntag, Dezember 06, 2009

Halbtaxa-Abo teuerer ?

Seit 1993 kostete das Halbtax-Abo 150 CHF, nun soll es teuer werden. Ich denke es sollte 180 CHF kosten, denn 173 CHF wäre der Preis von 1993 mit der Teuerung bereinigt. 20minuten

Donnerstag, November 19, 2009

Unbeliebte Bahnhöfe in der Schweiz

Die Geschichte ist schnell erzählt:

1. Rang: Bahnhof Aarau (zur Zeit eine Baustelle)
2. Rang: Bahnhof Zürich-Hardbrücke (überfordert, zu schmale Bahnsteige)
3. Rang: Bahnhof Landquart (saisonal überfordert, Durchzug)
4. Rang: Winterthur (dunkel nach Überdeckung mit Parkdeck, schlechte Zusatznutzung)
5. Rang: Basel (die neue Passerelle ist kein Gewinn, auf den Bahnsteigen ist es viel zu eng)


Endlich teilt jemand die Meinung, dass die Passerelle kein Gewinn, sondern eher eine Verschlechterung ist. Besonders mühsam ist der wenige Platz, der zwischen den Aufgängen und den Zügen übrig geblieben ist. Stellt euch vor, was das für ein Gedränge los geht, wenn die Durchsage kommt: Dieser Zug verkehrt heute in umgekehrter Formation.

Mit den steigenden Benutzerzahlen im öffentlichen Verkehr müssen die Planer unbedingt die Grösse der Passagierströme besser berücksichtigen. Oft sind die Aufgänge zu schmal und die Reisenden stauen sich an den Treppen - übrigens auch in New York oft das limitierende Element im öffentlichen Verkehr.

Aus meine Sicht ist auch die Propagierung von Links-gehen-rechts-stehen auf den Rolltreppen einen Unsinn in der Schweiz. Die gehfaulen aber doch korrekten Schweizer stellen sich lieber unten auf der Steh-Seite der Rolltreppe an, als dass sie links gehen würden. Dies führt dazu, dass a) die Rolltreppe nur die Hälfte der Kapazität hat, weil es links leer ist
b) die Rolltreppe einseitig abgenutzt wird und mehr Wartungsaufwand benötigt, wirklich, kein Witz, hat mir ein Rolltreppenmonteur gesagt.

Montag, November 02, 2009

Aus für die Swissmetro ?

An einer außerordentlichen Generalversammlung vom 20. November soll die Swissmetro AG aufgelöst werden und die Rechte am Projekt wieder zurück auf die Technische Hochschule Lausanne übertragen werden. Dies dürfte wahrscheinlich das Aus für das zu aufwändige Projekt eines unterirdischen Fernverkehrssystems in der Schweiz sein. bahnonline

Samstag, September 26, 2009

Cisalpino Ade!

Die Cisalpino AG wird aufgelöst! Die Züge werden auf die SBB und Trenitalia aufgeteilt. Die SBB erhält 4 alte Pendolino ETR 470 und 7 neue ETR 610 Züge, die Trenitalia 5 alte und ebenfalls 7 neue Züge. Das Thema Cisalpino ist somit vom Tisch, aber wer denkt, dass das nun ein Ende mit Schrecken ist, hat sich getäuscht, denn nach meiner Meinung bleibt das Thema Personenverkehr Schweiz - Italien bei der jetzigen Strategie der SBB immer noch ein Schrecken ohne Ende.

Ein ETR 470 in der Wattingerkehre am Gotthard. Foto: Nick Johns


Die Auflösung von Cislapino überrascht nicht. Auslöser dürfte kaum die Qualität sein, den die Züge bleiben erhalten. Dass nun der am SF DRS verkündete Wartungswettbewerb zwischen den beiden Ländern los geht, glaubt wohl keiner, der hinter die Kulissen sieht. Vielmehr dürfte der Grund sein, dass die 1994 vergebene 15-jährige Konzession der Cisalpino AG für die exklusive Nutzung der Trassen am Gotthard und Lötschberg im Dezember 2009 endet - eine Tatsache, die den "professionellen" Medien unerkannt blieb. Ab 2010 gilt übrigens auch für die Schweiz die Marktöffnung des internationalen Personenverkehrs nach europäischem Recht - auch wenn die NZZ behauptet, dass das nicht so sei. Die exklusive Vergabe aller Trassen an eine einzige Gesellschaft wäre dann ohnehin nicht mehr zulässig gewesen.

Ein ETR 610 ebenfalls in der Wattingerkehre am Gotthard. Foto: Oskar Günther

Wenn es nur an der Wartung der Züge liegt, muss der Reisende in ungefähr 50% der Fälle damit rechnen, dass er in einem von Trenitalia gewarteten Zug sitzt, der weiterhin Verspätung macht. Ich glaube nicht daran, dass Otto Normalverbraucher im Fahrplan erkennen kann, ob der Zug von Trenitalia oder von den SBB stammt. Die technischen Probleme dürften sich auch nicht nur mit Wartung lösen lassen, sondern die Züge müssten umgebaut werden, was aber wiederum nicht geht, weil dann zumindest in Italien eine langwierige teure Neuzulassung fällig wird.

Das einzige, was somit erreicht wurde, ist dass die negativ belastete Marke Cisalpino verschwindet, was vielleicht doch ein Schritt zu einem Neuanfang sein könnte. Mein Vorschlag: Versuchen die Cisalpino Züge zu verkaufen und durch lokomotivebespannte Reisezüge ersetzen. Die Pendolino Reisezüge sind beim Publikum ohnehin unbeliebt wegen drohender Übelkeit und ob nun ein Zug zwischen Zürich und Mailand ein bisschen schneller oder langsamer ist, spielt auch nicht wirklich eine Rolle.

Bis eine endgültige Besserung kommt, werde ich jedenfalls weiterhin mit dem Auto nach Mailand fahren, es sei denn ich möchte wieder mal ein Erlebnis damit ich davon eine Geschichte erzählen kann.

Freitag, September 25, 2009

Occasionsfahrzeuge von der SBB

Bei der SBB lassen sich gebrauchte Loks und Wagen kaufen. Neben 18 Liegewagen aus den 70er Jahren, gibt es die 4 Prototyp-EW IV-Speisewagen sowie das ganze Rollmaterial des Voralpenexpress inklusive Lokomotiven und die Privatbahn-NPZ der ehemaligen Mittelthurgaubahn zu kaufen. Der Download der Broschüre ist hier.

Sonntag, September 20, 2009

Schweizer Zulieferer für die Bahnindustrie

  • Alstom Neuhausen hat ein neuer Drehgestellprüfstand in Betrieb genommen.
    Schaffhauser Nachrichten

  • Lantal aus Langenthal, ist der weltweit führende Hersteller von Sitzbezugstextilien im öffentlichen Verkehr und in der Luftfahrtindustrie. Im Bund gibt es ein Interview mit Urs Rickenbacher, Vorsitzender der Lantal-Gruppe.

Sonntag, August 23, 2009

Strassenbahn in Streetview

Interessant: der Google Street View Verfremdungsmechanismus erkennt die Fahrzeugnummer eines Cobras der VBZ, nicht aber diejenige eines Tram 2000.

Schweiz: SBB auf Pluspunktefang im Tessin

Laut NZZ vom Freitag sollen nun die Cisalpino-Züge in Chiasso nun doch wieder im kommerziellen Betrieb halten und nicht nur den technischen Stopp für den Systemwechsel machen. Vielleicht muss die SBB ihr Image im Tessin wieder etwas aufpolieren nachdem sie ja nicht gerade glänzten in den letzten Jahren, weder mit den technischen Störungen der Cisalpino Zügen noch mitder Schliessung der IW Bellinzona.

Dienstag, August 11, 2009

Aus der Schweizerischen Eisenbahngeschichte

Ich habe kürzlich das Freilichtspiel Das dritte Gleis besucht, wo ein Stück Eisenbahngeschichte aus dem 19 Jh. erzählt wird, das vielleicht nicht alle auf Anhieb verstanden haben. Dabei geht es um eine der grössten Pleiten in der Schweizerischen Industriegeschichte, an der vor allem auch die öffentliche Hand beteiligt war - die Stadt Winterthur musste noch bis 1954 Schulden der pleite gegangenen Eisenbahngesellschaft bezahlen.

Hier die Geschichte der Schweizerischen Eisenbahnen in mit Fokus auf die Schweizerische Nationalbahn in Kurzfassung:

1845 erreichte die erste Eisenbahn die Schweiz bei Basel. 1847 eröffnete die Nordbahn (Spanischbrötlibahn) die Strecke Zürich-Baden, dann wurde nicht mehr weiter gebaut, weil das Geld ausgegangen war. Mit privater Finanzierung hautpsächlich aus dem Ausland entstanden fünf grosse Bahngesellschaften:
Mit der beginnenden Industriealisierung in der Mitte des 19 Jh. wünschte sich Winterhtur mehr unabhängigkeit von Zürich und dem gestandenen Bürgertum. Es sollte eine Volksbahn, die Schweizerische Nationalbahn (SNB) gebaut werden, die unabhängig von den bestehenden Bahngesellschaften vom Bodensee bis zum Genfersee fährt. Das Geld wurde von den anliegenden Städten und Gemeinden eingezogen. Die Bahn war nach nur vier Monaten Betrieb vom Bodensee bis Zofingen bankrott. Dafür gab es verschiedene Gründe:
  • ungeeignete Streckenführung an den wirtschaftlich starken Zentren vorbei
  • allgemeine Wirtschaftskriese nach dem Gründerkrach
  • Schikane durch die bestehenden Bahngesellschaften, z.B musste die SNB zwischen Winterthur und Effretikon ein drittes Gleis neben die bereits bestehende aber nicht ausgelastete Doppelspur der NOB bauen. => Thema des Freilichtspiels
    (Das Gleis wurde nach Übernahme der SNB durch die NOB wieder abgebaut, hätte aber heute sicherlich einen grossem Nutzen!)
  • Konkurenz durch die anderen Bahne, im besonderen durch die NOB auf der Verbindung Winterthur - Baden.
    Nach dem Eisenbahngesetz von 1872 musste der Güterverkehr zwingend über die kürzeste Verbindung geleitet werden. Die SNB Strecke über Kloten - Seebach - Wettingen war zwar kürzer als die bestehende NOB Verbindung über Zürich, doch die NOB baute noch vor der Eröffnung der SNB die Schipkapasslinie um eine noch kürzere Verbindung zu schaffen. die Strecke war so unmöglich trassiert, dass sie bereits 1936 wieder eingestellt wurde.
Nach dem Nationalbahndebakel und um den Einfluss ausländischer Banken beim Bau der Alpentransversalen einzudämmen sah man ein, dass es vielleicht doch besser wäre, die Bahnen zu verstaatlichen. Mit einem Rückkaufgesetzt wurden die Bahnen in Bundesbesitz gebracht, so dass sie 1902 als SBB den Betrieb weiterführen konnten.


Blogeinträge zum Freilichtspiel "Das dritte Gleis":
siebensachen: Grounding oder das dritte Gleis
Bahnonline.ch: Winterthur im Nationalbahnfieber: «Das dritte Gleis»

Dienstag, Juni 23, 2009

Umsteigen an den Grenzen

Nicht nur im Italienverkehr muss man an den Grenzen wieder umsteigen, sondern auch beim Verkehr mit Deutschland: der DB fehlen schweiztaugliche ICE Züge, so dass viele Verbindungen mit Zürich erst in Basel SBB Beginnen oder Enden. Das ganze wird als technische Störung deklariert, obwohl hier nichts technisch defekt ist.


Meine letzte ICE Reise hatte demzufolge keine besonders hohe Qualität, zumal das Umsteigen in Basel betrieblich schlecht gehandabt wird:

In Zürich stand der Zug verkehrt rum (1. Klasse an der Zugspitze) und absolut kein Hinweis auf den Anzeigetafeln, was das los ist. Kaum ausgefahren kommt die Durchsage, dass der Zug wegen einer technischen Störung nur bis Basel verkehren würde und Reisende nach Berlin bitte den Zug bla bla benutzen sollen. Ich frage mich, ob der von mir gebuchte Zug in Richtung Frankfurt ausfällt und ich gleich auch noch dem in Freiburg zusteigenden Kollegen auf die Betriebsstörung aufmerksam machen muss. Ich finde heraus, dass keine Betriebsstörung vorhanden ist, sondern nur der Zug in Basel gewechselt werden muss.

Schön, dass das Personal uns frühzeitig über eine betriebliche Unregelmässigkeit informiert, aber dann bitte auch so, dass der Inhalt passt. Ich hätte gerne gewusst, dass die fahrplanmässige Verbindung bestehen bleibt und ich somit nur das Fahrzeug wechseln muss. Meine Sorgen, dass ich mit der letzten Verbindung des Tages mein Ziel nicht erreichen würde, waren also vergebens. In Basel steht dann der Anschluss ICE auch am gleichen Bahnsteig bereit.

Die Freude über angenehmes Umsteigen war von kurzer Dauer, denn der nur-deutschlandtaugliche ICE stand in Basel wieder richtig rum, so wieder 400 m die Zugspitze laufen konnte. Bewegung ist zwar gesund, aber so ein richtiges Vorwärtskommen war doch nicht, weil mir erstens alle 2.-Klass-Passagiere entgegenkommen, zweitens der aus Zürich gekommene Zug für eine in Basel gebrochene ICE Verbindung nach Interlaken eingesetzt wird und sich somit zusätzliche Leute auf dem Perron befinden und drittens ist das Perron im Bahnhof Basel im Bereich der Aufänge zur Passerelle so schmal, dass man kaum durchkommt. Die Leute stauen sich dort regelrecht, zumal der Durchgang auf einer Seite noch durch einen Rollstuhl blockiert wird. Obwohl genügend Zeit war, haben sich einige Reisende schon stark gestresst gefühlt.


Auf der Rückreise in die Schweiz wieder das gleiche. Bereits beim Einsteigen werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wegen einer technischen Störung der Zug nur bis Basel verkehren würde. Ich denke schon, dass ich die Situation kennen würde, aber es kommt anders. In Basel steht kein ICE bereit, sondern ein Einsatzzug Zug mit Swiss-Express Re 4/4 II und EW II Wagen. Die von mir erhoffte Verpflegung aus Speisewagen oder Minibar fällt flach, dafür kann ich den Reisekomfort der 70er Jahre geniessen, der allerdings unter den heute üblichen hohen Geschwindigkeiten und dem damit verbundenen Lärm etwas leidet.

Wieder kommt eine Durchsage kaum haben wir den Bahnhof verlassen. Sie geht vöölig unter weil sie das Ächzen der Personenübergänge bei der rumplingen Fahrt über die Weichen der Ausfahrt nicht übertönen mag. An dere Länge vermute ich etwas weiteres ungewöhnliches, ausserdem meinte ich das Wort "Frick" herausgehört zu haben. Meine Vermutung bestätigt sich, dass der Zug nicht durch den Hauenstein, sondern über Frick - Brugg - Baden verkehrt und somit etwas später in Zürich ankommen könnte. Nach meiner Voraussehung kommt der Zug genau so spät an, dass ich meine Verbindung ins Wehntal entweder verpasse und eine Stunde warten kann oder ohne Billett in der S-Bahn sitze. Ich entschliesse mich, ein Billett in meinem pseudo-ICE zu kaufen und bezahle dafür den in dieser Situation völlig ungerechtfertigte 5-CHF-Zuschlag, der schon bald auf 10-CHF erhöht werden soll. Danke liebe Eisenbahn, dass ich auch noch drauf Zahle, wenn du einen Fehler machst.

Wider erwarten erreicht der Ersatz-ICE pünktlich sein Ziel und ich muss mich nicht einmal auf die S-Bahn beeilen, denn diese hat glücklicherweise gerade noch etwas Nachwehen von der Fahrleitungsstöhrung im Bahnhof Schwerzenbach.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Mitlwereile sind wir soweit, dass aus Managementfehlen technische Störungen werden.