Donnerstag, Oktober 28, 2010

Elektrolokomotiven für Bahnen der ehemaligen Sowjetunion

Die drei grossen westliche Lokomotivehersteller Alstom, Bombardier und Siemens versuchen sich am Markt der Bahnen in den GUS-Staaten. Das Territorium ist ähnlich stark umkämpft wie China, nur scheinen die realisierbaren Margen noch kleiner zu sein. Im Moment ist Alstom führend, Siemens ist mit einem kleinen Partner ebenfalls am Markt, während Bombardier sich zurückgezogen hat. Es stellt sich die Frage, ob in diesem Geschäft überhaupt Gewinne realisiert werden können.

Der russische Markt wird zur Zeit von Transmasholding (agek. TMH) beherrscht - ein Zusammenschluss beinahe aller Russischen staatlichen Lokomotivbauer. Die Gesellschaft hat im E-Lok-Geschäft einen Marktanteil von 98% und gehört heute je zu einem Viertel Alstom und der Russischen Bahn RZD, die andere Hälfte gehört dem russischen Transportunternehmen Transgroup und der im Steinkohlebergbau tätigen Gesellschaft Kusbassrasresugol.


Im Moment gibt es folgende Projekte mit westlichen Partnern:

RZD EP10 (12 Stück in Betrieb)
Von NEVZ gebaute 2-System-Lokomotiven für 25 kV und 3 kV Betrieb. Bombardier lieferte die technische Ausrüstung, welche der Generation der MTAB IORE Lokomotiven entspricht (Stromrichter mit wassergekühlten GTOs). 1998 wurde ein Prototyp gebaut, danach folgten zwischen 2005 und 2006 im gesamten 11 Seriemaschinen.

Alle Lokomotiven sind dem Depot Moskau Rangierbahnhof zugeteilt und verkehren vor Zügen nach Nischni Nowgorod, Wladimir und Woronesch, wahrscheinlich bald auch nach Kiew. Die Lokomotiven hatten lange Zeit Probleme mit dem russischen Design der Fahrmotoren und anderen mechanischen Komponenten, so dass 2007 sogar ihre Stilllegung drohte.

EP10 004 mit einem Spezialanstrich für den Einsatz vor Zügen St. Petersburg - Vainikkala (- Helsinki).
RZD EP20 (200 Stück bestellt)
Alstom und Transmashholding haben 2010 eine strategische Zusammenarbeit beschlossen, was gleichzeitig das Ende für Bombardier als Partner für den Bau von Elektrolokomotiven bedeutete. EP20 soll der Nachfolger von EP10 werden und eine Vmax von 200 km/h erreichen. Im Juni 2010 ist ein Vertrag über den Bau von 200 Lokomotiven unterzeichnet worden, der durch den Joint Venture TRT (Технологии рельсового транспорта, dt. Technologie des Schienenverkehrs) ausgeführt wird. 
Modell der EP20, das an der Innotrans am Stand einer rumänischen Transformatorenfabrik ausgestellt war. 
  
RZD 2ES5 (Absichtserklärung für den Bau von mehreren hundert Stück)
Alstom und Transmashholding haben an der Innotrans 2010 eine Absichtserklärung unterzeichnet für den Bau von mehreren hundert 2-teiligen 4-achsigen Wechselstromgüterzugloks mit Asynchronfahrmotoren. Alstom wird voraussichtlich bei der Entwicklung der elektrischen Ausrüstung mithelfen, welche aber lokal in Russland gefertigt werden soll. Der mechanische Teil von NEVZ dürfte sehr ähnlich der Kollektormotorversion ES5K sein. Die 9,8 MW Lok soll 27 t Achslast haben und Vmax 100 km/h fahren können. Ein Prototyp soll im April 2011 vorgestellt werden.
2ES5K aus Novocherkassk, welche eigentlich eine Weiterentwicklung der VL80 ist.

RZD 2ES10 (221 Stück bestellt)
Siemens hat mit dem Unternehmen Senara aus Jekatarinenburg ein Jointventure geschlossen zum Bau von 221 Gleichstromgüterzuglokomotiven. Die Lokomotiven sind ähnlich der 2ES6, welche ein Nachfolger der VL10 ist, werden aber mit Asynchronmotoren ausgerüstet sein. Die erste Lok soll im Dezember 2010 vorgestellt werden. Technische Daten


KTZ KZ8a (200 Stück bestellt)
Am 27. Oktober hat die Kasachische Eisenbahn einen Vertrag zur Lieferung von 200 Güterzuglokomotiven unterzeichnet. Die Lokomotiven aus der Prima Familie scheinen stark den chinesischen HXD2 zu gleichen. Sie sollen eine Leistung von 8,8 MW haben, 120 km/h schnell sein und 9'000 t Züge befördern können. Die erste Lokomotive soll 2012 geliefert werden. Die Lokomotiven werden vom Jointventure EKZ gebaut, indem KTZ (50%), TMH (25%) und Alstom (25%) vertreten sind. Die Endmontage erfolgt in Belfort, Frankreich. railwaygazette

KTZ KZ4a (95 Stück bestellt)
Der Vertrag vom 27. Oktober enthält auch die Lieferung von 95 Reisezuglokomotiven. Die Lokomotiven sind wahrscheinlich ebenfalls aus der Prima Familie. Die Leistung soll 4,8 MW betragen, Vmax ist 200 km/h. Die erste Lokomotive soll 2014 geliefert werden. Die Endmontage erfolgt in Belfort, Frankreich. railwaygazette

Ungefähr so könnte die Kasachische KZ4a aussehen

BC BKG1 (12 Stück bestellt)
Die Weissrussische Eisenbahn kauft aus China 12 Doppellokomotiven HXD2, welche in Weissrussland die Bezeichnung BKG1 tragen werden. Diese Lokomotiven werden den KTZ KZ8a sehr ähnlich sein. Pressemitteilung
Chinesische HXD2 aus der Alstom Prima Familie

Montag, Oktober 25, 2010

Niederlande: Was machen eigentlich die V250 (2)

Mittlerweile befinden sich fünf Züge in den Niederlanden. Der Stromabnehmer ist bis jetzt das einzige, was zugelassen ist. Bis jetzt bekannte Mängel sind:

  • Die Scheibenwischer sind mangelhaft und reinigen nur einen kleinen Teil der Frontscheibe. Bei Regen und hohen Geschwindigkeiten ist die Sicht stark eingeschränkt.
  • Die Klimaanlage funktioniert nicht richtig, so dass es im Sommer sehr heiss wird im Führerstand.
  • Die Bildschirme im Führertisch sind kontrastarm und schlecht lesbar
  • Das Totmannpedal musste notdürftig mit Holz zusammengebastelt werden 


Der erste Zug hat bereits eine andere Farbe gekriegt. Flickr

Arenaways

Arenaways ist die dritte Eisenbahngesellschaft, welche versucht Trenitalia zu konkurrenzieren. Giuseppe Arena, ein ehemaliger Trenitalia-Mitarbeiter, der zuvor bereits das Güterverkehrsunternehmen Ferrate del Mediterraneo aufgebaut hatte, versucht sich nun am Personenverkehr. Mit drei Traxx Lokomotiven und 15 neu gebauten Reisezugwagen aus Rumänien soll ein Verkehr in den Regionen Piemont und Lombardei aufgebaut werden. Zuerst sollen 16 Zugpaare zwischen Turin und Mailand angeboten werden, später soll die Züge auch über Alessandria verkehren.

Zur Zeit leidet Arenaways noch unter diversen Schikanen von den bestehenden Anbietern, genau gleich wie die von DB, ÖBB und LeNord betriebene Verbindung München - Milano, für welche an den Bahnhöfen in Italien keine Fahrkarten gekauft werden können.

Arenaways Traxx Lokomotive mit fünf in Rumänien gebauten Reisezugwagen.

Karte der geplanten Arenaways-Verbindungen. Zuerst soll nur der Nordteil in Betrieb gehen.

Die Internationale Bahnstrecke Peru - Chile

Es gibt eine einzige Internationale Bahnstrecke zwischen diesen beiden Länder. Sie ist nur 50 km lang und führt von Arica nach Tacna durch die Atacama Wüste. Auf dieser Strecke verkehrt ein einziger Schienenbus aus den 60er Jahren. Der Betrieb wurde ca. 2008 wieder aufgenommen und dient hauptsächlich Touristen aus Chile.


Größere Kartenansicht

Der einzige Treibwagen bei der Ausfahrt von Arica, Chile. Man beachte die joggenden Fussballer neben dem Zug.

Sonntag, Oktober 24, 2010

LRC, der Urahn des Acela-Express

Viele denken, dass es sich beim amerikanischen Acela-Express um eine Abwandlung des französischen TGV handelt, dem ist aber nicht so: der Urahn vom Acela ist der Ende der siebziger Jahre gebaute kanadische LRC - ein Zug, der trotz technischer Neuerungen nicht wirklich erfolgreich war.

Der LRC war eigentlich der Grund weshalb Bombardier in das Geschäft mit Schienenfahrzeugen einstieg. Die Firma wollte sich am erhofften grossen Markt für diese Züge in Nordamerika beteiligen, weshalb 1975 die Montreal Locomotive Works (MLW) gekauft wurden. Die ehemalige Tochtergesellschaft von Alco baute die Lokomotiven für den LRC. Die Produkte des Werks litten aber unter mangelnder Zuverlässigkeit, so dass sie kein Gewinn abwarfen. Bombardier verkaufte deshalb das Werk 1988 an GE, welche den Betrieb 1993 endgültig schloss.  



Die Bezeichnung LRC steht für Light, Rapid, Comfortable oder Léger, Rapide, Confortable - eine korrekte zweisprachliche Auslegung, wie sie in Kanada erwartet wird. Die Züge sollten den Personenverkehr auf konventionellen Linien beschleunigen. Die besonders leichten Fahrzeuge wurden mit einer aktiven Wagenkastenneigung versehen. Auf der Strecke von Motreal nach Toronto sollten die Züge 200 km/h fahren. Das war am Ende aber doch nicht möglich, weil die Lokomotiven mit 111 t für die erhöhten Kurvengeschwindigkeiten zu schwer waren. Die Geschwindigkeit blieb auf 160 km/h begrenzt, womit die Züge nicht schneller als ihre Vorgänger, die UAC Turbotrains, waren. Die lediglich 48 t schweren Wagen wurden von Alcan aus Aluminium gebaut. Ihre Schwäche war die störanfällige Neigetechnik, welche in die Drehgestelle von Dofasco eingebaut war - nach Kurven blockierte die Wagenkasten oft in der geneigten Stellung.

Zwischen 1980 und 1984 wurden 32 Lokomotiven und 100 Wagen gebaut. Die Lokomotiven wurden bereits nach 15 Jahren ausser Dienst gestellt - wahrscheinlich weil sich eine Hauptuntersuchung für die störanfällige Bauart nicht lohnte. Eine Lokomotive wird von Eisenbahnfreunden in Toronto erhalten. Die Wagen sind weiterhin in Betrieb, wobei bei der anstehenden Hauptrevision die störungsanfällige Neigetechnik ausgebaut wird.

Samstag, Oktober 23, 2010

Toshiba Hybrid Lokomotive

Toshiba hat für die Japanische Staatsbahn eine Rangierlok in Hybridtechnik gebaut. Ein kleiner Dieselmotor versorgt ein Lithium-Ionen-Akkumulator mit Strom, der Antrieb erfolgt durch Permanent Magnet Motoren, welche keine Fremdbelüftung benötigen. Die Leistung beträgt 500 kW, das Traktionsprogramm entspricht der 5-achsigen DE10. Die Hybridtechnik reduziert neben den Abgasemissionen auch die Lärmbelastung. Im Elektrobetrieb ist die Lok praktisch lautlos.

Toshiba Hybridlokomotive HD 300 (Prototyp #901) 

DE 10 Lokomotive der Japanischen Staatsbahn. Von dieser 5-achsigen Bauart wurden mehr als 700 Stück gebaut.




Von Kasachstan bis USA

  • Nach 23 Jahren Bauzeit endlich fertig:
    die Metro Almaty soll dieses Jahr noch in Betrieb gehen.


  • Stadler Rail hat das Inbetreibsetzungszentrum IBS in Erlen TG in Betrieb genommen.
    Es dient dazu die norwegischen Flirt und die Zürcher S-Bahnen in Betrieb zu nehmen.
    Dies Züge konnten wegen ihrer Länge nicht an anderen Standorten getestet werden.
    Die Anlage wurde auf dem Areal des alten Tanklagers gebaut. swissinfo


  • Bombardier baut weitere Doppelstockwagen für Israel.
    Die Züge haben im Steuerwagen eine Generatorgruppe
    zur Versorgung der Zugsammelschiene. (Bild)


  • In den USA erholt sich der Güterverkehr. Im letzten Quartal meldet Union Pacific einen 51% Anstieg des Gewinns. Marked Watch

Montag, Oktober 18, 2010

Was macht eine E120 in Italien ?

Zur Zeit ist eine E120 der Deutschen Bahn in Italien unterwegs - natürlich nicht aus eigener Kraft.

Der Versuchszug ist im Rahmen des Projektes Dynotrain unterwegs. Dynotrain soll helfen, die lauftechnische Zulassung von Eisenbahnfahrzeugen zu vereinfachen in dem in Zukunft ev. nur noch rechnerische Nachweise notwendig sind.

Sonntag, Oktober 17, 2010

Aus Dampf wird Elektrisch

Hier wieder einmal etwas für die Kuriositätenabteilung:
eine Dampflok, die auf Elektrobetrieb umgebaut wurde!

Die Arbeiten wurden 1968 vom Tagebau Berzdorf in der ehemaligen DDR durchgeführt - wahrscheinlich war allgemeiner Materialmangel der Grund für diese Aktion. Der Kessel wurde entfernt, aber Wasserkasten, Fahrwerk und Führerhaus blieben. Der Antrieb erfolgte durch einen längs eingebauten Elektromotor ungefähr an der Stelle der Rauchkammer, der vom Stromabnehmer auf dem Führerhaus versorgt wurde. Die Lok wurde über ein Kabel ferngesteuert und diente nur dem Verschub von Wagen in der Werkstatt.


Auf Elektroantrieb umgebaute 90 cm Spur Dampflokomotive 

Samstag, Oktober 16, 2010

Durchschlag Gotthard Basistunnel

Gestern war es soweit, der 57 km lange Gotthard Basistunnel wurde 14:17 durchbrochen - vorerst nur die Oströhre, die Weströhre soll im April 2011 folgen.


Trotzdem stieg ein grosses Fest und die Politiker zeigten sich selten emotional:
Bundesrat Leuenberger und 
ehem. Bundesrat Ogi umarmen sich.








Ogi wischt sich eine Träne aus dem Gesicht. Er gilt als einer
der Hauptverfechter der Alpentunnels.


Der Durchschlag wurde von einer grossen multimedialen Feier begleitet und das Schweizer Fernsehen hat viele Stunden live von den Festplätzen gesendet.
Performance vom Aktionskünstler Roman Signer beim Festplatz Sedrun:
100 gelbe Bauhelme werden in die Luft gesprengt
Beim Spiegel kann nochmals verfolgt werden, wie die letzten Meter Fels fallen. Die Bohrmaschine ist von der Firma Herrenknecht im südbadischen Schwanau. Erstaunlich wie wenig Staub entsteht als der 9,5 Meter Bohrkopf die letzten Meter Fels einreist. Die ganze Tunnelbohrmaschine ist über 400 Meter lang.

Vier Tunnelbohrmaschinen von Herrenknecht sind am Gotthardtunnel im Einsatz: Gabi I + II, Sissi und Heidi.

Ein spezieller Alpenschutzartikel in der Schweizer Verfassung soll eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene bewirken. So richtig glauben kann ich das noch nicht, denn bis jetzt hat ein neues Bauwerk immer zusätzlichen Verkehr angelockt ohne dass eine Verlagerung stattgefunden hätte, ausserdem fehlen wesentliche Anschlussbauwerke in der Schweiz, Deutschland und Italien. 

Der alpenquerende Güterverkehr ist primär eine Folge des verschlafenen Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur südlich der Alpen. Norditalien gehört heute zum Hinterland der Häfen Rotterdam, Hamburg und Antwerpen, nicht etwa zu Genua, das nicht einmal mehr unter den zehn grössten Häfen Europas fungiert.

Die Grafik unten zeigt die Güterverkehrsströme in Europa. Blau ist der Verkehr von 2004, rot der Verkehr 2015. Beinahe die Hälfte des Verkehrs beginnt oder endet in Italien, wobei der alpenquerende Verkehr nach Deutschland die wichtigste Rolle spielt. Bis jetzt wird ca. 60 % der Güterverkehrs und 80% des Personenverkehrs nach wie vor auf der Strasse abgewickelt.


Quelle: Präsentation Eurailinfra Projekt (UIC)

übrigens: Der Gotthardtunnel kostet ungefähr 18 Mia CHF (14 Mia €), wovon jeder Schweizer ca. 2'400 CHF (1'840 €) bezahlen muss - ein Betrag, den ich noch gerne locker mache für dieses Bauwerk.

Freitag, Oktober 15, 2010

Stadler: 8 Doppelstock-Triebzüge für Luxemburg

Stadler verkauft 8 Doppelstock-Triebzüge nach Luxemburg. Ablieferung ist 2013.Tagi

Mittwoch, Oktober 13, 2010

Chabiswagen ?

Was hat ein Eisenbahnfahrzeug mit Weisskohl zu tun? Eigentlich nichts, aber im Englischen gibt die Kombination von Cabcar (=Steuerwagen) und Baggage Car (=Gepäckwagen) den Begriff "Cabbagecar", wobei "Cabbage" im Englischen auch "Weisskohl", im Schweizerdeutschen "Chabis", bedeutet.

Cabbagecars sind meist NPCU (Non-Powered Control Units) - alte Lokomotiven mit ausgebautem Dieselmotor, deren Führerstand aber immer noch funktionsfähig ist und somit noch für den Steuerwagenbetrieb taugt. Der früher von der Antriebsausrüstung eingenommene Platz wird für den Gepäcktransport genutzt. Für das Be- und Entladen wird das Rolltor in der Seitenwand genutzt.


Aus einer EMD F40 etstand der Cabbage Car 90208, der an einem Surfliner gesichtet wurde. Zuglok ist eine GE Genesis. Diese Züge verkehren entlang der Pazifikküste im südlichen Teil Kaliforniens.

Dienstag, Oktober 12, 2010

Finnland: neue Lokomotiven?

Nach Gerüchten will die Finnische Staatsbahn in den nächsten Jahren 100 E-Loks und 100 Diesel-Loks kaufen. Quelle: Forum Railcolor

Montag, Oktober 11, 2010

Inter Ferry Boats mit SBB

SBB Cargo fährt für Inter Ferry Boats jährlich 270 Züge von Basel nach Milano.
(verkehrs rundschau)

Sonntag, Oktober 03, 2010

China - vom Westen immer noch nicht wahrgenommen ?

Die meisten im Westen haben noch nicht bemerkt, was im Osten abgeht. Während Europa und die USA immer noch die Folgen der Wirtschaftskriese verdauen, floriert die chinesische Wirtschaft. Die Eisenbahn beginnt im Hochgeschwindigkeitsverkehr Europa den Rand abzulaufen. Interessant, dass darüber die europäischen Medien kaum berichten.
  • Der Stahl, den die westliche Autoindustrie in Folge mangelnder Nachfrage nicht mehr abnimmt, gelangt auf direktem Weg nach China. Diese hatte zur Folge, dass trotz Wirtschaftskriese die Produktion der  nord-schwedischen Bergwerke nie gedrosselt wurde. MTAB baute bestehende Anlagen aus und denkt laut über eine dritte Serie IORE Loks nach. In Sydvaranger bei Kirkenes wurde der 1996 eingestellte Abbau von Eisenerz wieder aufgenommen. Weitere Gruben werden in Lappland prospektiert.

  • Am 28. September hat ein chinesischen CRH 380A Zug auf der Strecke Shanghai-Hangzhou einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Serienzüge aufgestellt. Der Zug erreichte 416,6 km/h, was die 403 km/h des spanischen Velaros zunichte macht.

    Die Strecke wird Ende Oktober für den kommerziellen Betrieb geöffnet. Die Reisezeit zwischen den beiden Städten wird von 2 Stunden auf unter 40 Minuten verkürzt. Betriebliche Höchstgeschwindigkeit ist 350 km/h - eine Geschwindigkeit, die kommerziel in Europa noch nirgends gefahren wird.

    Die CRH 380A Züge basieren auf den japanischen E2 Shinkansen Züge, welche von Kawasaki gebaut werden. Es sind 140 Züge im Bau.
  • China stellt noch dieses Jahr einen Testzug CIT400 fertig, welcher 450 km/h im Juni 2011 und 500 km/h im September 2011 erreichen soll. Die Versuche dienen der Entwicklung von Zügen, die kommerziell 420 km/h erreichen können. Diese Züge könnten auf der 2012 zu eröffnenden 1'300 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Peking nach Shanghai zum Einsatz kommen.
  • ETCS, das European Train Control System, müsste eigentlich GTCS (Global Train Control System) heissen. In China gibt es mehr 5'500 km ETCS Strecken - mehr als in jedem anderen Land. Beinahe die Hälfte aller ETCS Strecken weltweit befinden sich nicht in Europa, sondern in Ländern wie z.B. Saudi-Arabien, Taiwan und Südkorea.

    Donnerstag, September 30, 2010

    Moskau - Nizza

    Seit neustem fährt wieder ein regelmässiger Zug Moskau - Nizza. Die Route führt von Moskau über Weissrussland, Polen, Österreich, Tschechien, Brenner, Italien nach Nizza. Der Zug besteht aus 6 russischen Wagen und führt im europäischen Teil zwei polnische Speisewagen. Die Reise dauert 54 Stunden und kostet im 1. Klass Abteil 1'200 EUR.



    Zwischenstopp in Wien. Man beachte die Wagenschaffner. Jeder Wagen wird von zwei Schaffnern betreut, wie das in Russland üblich ist. Die Schaffner sind meist Studenten. Bild: Drehscheibe
    Russische Informationsgrafik: 
    Der Zug verkehrt wöchentlich vom Weissrussischen Bahnhof in Moskau. Abfahrt ist am Donnerstag 16:17, Ankunft in Nizza ist am Samstag 19:12. Am Sonntag 19:22 verlässt der Zug die französische Hafenstadt wieder und erreicht am Dienstag 23:17 Moskau. Die Fahrt kostet 1050 € im Luxusabteil, 459 € in der ersten Klasse und 306 € in der zweiten Klasse. Auf der 3'318 km langen Reise hält der Zug in Smolensk, Minsk, Brest, Warschau, Wien, Insbruck, Milano, Genua und San Remo. 

    Mittwoch, September 29, 2010

    Amtrak's Northeast Corridor Pläne

    Amtrak hat die Machbarkeit einer echten HGV Strecke von Boston nach Washington aufgezeigt. Die Strecke würde 117 Mia $ kosten und würde in 30 Jahren gebaut sein. Link

    Dienstag, September 28, 2010

    Uetlibergbahn: Neue Triebwagen von Stadler


    Die Uetlibergbahn bestellt bei Stadler Rail sechs neue Treibzüge, die ab 2013 abgeliefert werden. Nach Ablieferung dieser Fahrzeuge werden die beiden Be 8/8 von 1978 ausrangiert.

    Innotrans 2010

    Im Vergleich zu 2008 hat dieses Jahr die Bahntechnik Leitmesse in Berlin ein Fünftel mehr Besucher angelockt. Auffällig waren der grosse Anteil der Besucher aus Osteuropa und China.

    Aus der Sicht der Lokomotivbauer hat es einiges Interessantes gegeben:


    Am meisten Aufmerksamkeit dürfte die von Bombardier vorgestellte Dual Power Lokomotive für den amerikanischen Markt gehabt haben. Bei Rail Gazette ist der Artikel vom 23. September immer noch in der Liste der meistgelesenen Beiträge zu finden (Stand 27. Sept). In Photobucket sind mehr Bilder der Lok von Bengt zu finden (Link).


    Siemens zeigte die Lokomotiven der Vectron. Als Überraschung wurde auch eine Diesellokomotive mit 
    Zielanzeige für den Nahverkehr und 16-Zylinder-Dieselmotor von MTU gezeigt, welcher die Emissionsgrenzwerte nach der Abgasnorm Euro IIIB erfüllen soll. Die Loks sind mit angeflanschten Führerhäusern versehen, die seitlich keine Fenster haben, so dass dem Fahrpersonal für die Sicht nach der Seite einzig das Fenster in der Einstiegstüre bleibt. Bei der Mehrsystemlok behindert zusätzlich ein sehr hoch aufbauender Führertisch die Sicht auf die Strecke.
    Auf dem Bild sind links die Mehrsystemlokomotive 193 902 mit Italienpaket und rechts die Diesellokomotive 247 901 mit Fahrzielanzeige zu sehen.



    Von Voith war sowohl die Gravita 15 BB wie auch die wie auch die Maxima 40 CC der Gleisbaufirma Wiebe ausgestellt.Diese Lok hat übrigens ein sehr ansprechender Führerstand







    Vossloh zeigt die Diesellokomotive Eurolight, welche auch auf Strecken eingesetzt werden kann, wo nur 17 t Achslast zulässig ist. Der gesamte elektrische Antriebsstrang dieser Lokomotive wurde von ABB Schweiz entwickelt, was die wenigsten bemerkt haben düften.


    General Electric zeigt den Freightliner. Diese Lokomotive wurde für den europäischen Markt entwickelt. Ihr eigenwilliges Aussehen hat sie nicht zuletzt den um die Scheinwerfer angeordneten Rippen zu verantworten, welche sich bei einer Kollision in den benachbarten Fahrzeuge verhaken und somit verhindern, dass sich diese über die Lok schieben können. Etwas eigenartig mutet der in einem Führerstand angetroffene Träger an, der offensichtlich zur Struktur gehört und dem Fahrpersonal die Sicht versperrt.



    Aus Polen war die E6ACT von ZNLE zu sehen.Die von einer Unterhaltswerkstätte entwickelte 6-achsige Lokomotive  mit Drehstrommotoren soll im schweren Güterzugverkehr eingesetzt werden. Der Führerstand weist zwar eine spartanische Klimaanlage in der Mittelkonsole auf, ist dafür mit zwei Bildschirmen ausgerüstet, auf welchen wahlweise verschiedene Kamerabilder aufgeschaltet werden können. Der Lokführer kann somit nicht nur nach hinten, sondern auch auf die beiden Kupplungen des Fahrzeugs sehen. (Bilder: M. Zwick)




    Bei Transmash war nicht viel neues zu sehen, im besonderen war von der mit Alstom zusammen zu bauenden EP20 nur Renderings zu sehen. Auf dem Stand eines osteuropäischen Transformator-Herstellers war wenigstens doch noch Modelle der Lokomotive und der magnetischen Komponenten zu sehen.  



    Bei Toshiba (ja, die bauen nicht nur Computer) gab ein Datenblatt der 44 für die süafrikanische Eisenerzbahn  Sishen - Saldanha gebauten Lokomotiven der Baureihe 15E, welche mit einer Fahrleitungsspannung von 50 kV betrieben werden. Man beachte die Länge der Isolatoren!


    Weiter gab es eine von Remarul modernisierte Lokomotive der rumänische Class 62 zu sehen. Erstaunlich, dass dieses fünfzig Jahre alte Ae 6/6 Design von SLM und BBC noch nicht ausgedient hat. Es gab schon früher Plattformen, nur hat man sie nicht so genannt! 

    Die Lok wurde ursprünglich 060 DA genannt. Die rumänische Fabrik Electrputere baute zwischen 1959 und 1993 insgesamt 2'500 Stück mit kleinen Änderungen. Sie gilt als grösste einheitliche Diesellokomotiveserie Europas. Weitere 284 Lokomotiven dieser Bauart gelangte sogar bis nach China, wo sie ND2 genannt wurde.  

    Die auffälligste Änderung der auf der Innotrans ausgestellten Lok waren die Vollgummifedern an Stelle der Blattfedern in der Sekundärstufe. (Bild: M. Zwick)






    Und zum Schluss noch die Rangierlok MDD3 von Express Service Bulgarien, wo garantiert keine Reklamationen des Fahrpersonals aufkommen. Zwei Lokomotiven ähnlicher Bauart mit Führerhaus sind in Kosovo im Einsatz (Link).





         

    Donnerstag, September 16, 2010

    Die ersten Gäste treffen an der Innotrans ein ...

    Nächste Woche findet die grosse Bahntechnikmesse in Berlin statt. So langsam finden sich die Ausstellungsstücke in Berlin ein. Auf der Lok Report Seite sind bereits einige Bilder der Fahrzeuge zu sehen:


    Bombardier ALP-45 DP
    Diese für den amerikanischen Markt bestimmte Dualpower Lokomotive
    kann sowohl unter Fahrleitung, wie mit Dieselantrieb fahren. Das 130 t schwere 
    Ausstellungsstück traf als erstes auf dem Ausstellungsgelände ein. Der Lokkasten
    wurde auf einem Tiefgänger von DB Schenker transportiert und erst am Bestimmungsort
    von Autokranen auf die Drehgestelle aufgesetzt..



    Bombardier MOVIA
    U-Bahn-Zug für London Underground



    Bombardier Zefiro 380
    Modell des Hochgeschwindigkeitszug-Endwagens im Maßstab 1:1


    Vossloh Eurolight
    Diesellokomotiven für Strecken mit beschränkten Achslasten



    Voith Gravita 15 BB
    Dieselhydraulische Rangierlok, die auch für leichte Streckenaufgaben eingesetzt werden kann.



    ZNLE E6ACT
    Schwere Güterzuglokomotive mit Asynchronfahrmotoren aus Polen.