Montag, September 10, 2012

UNESCO World Heritage Railraods

Wer mit der Rhätischen Bahn fährt hört auf der Albula Strecke nach Thusis, das es sich hier um die dritte Bahn des UNESCO Weltkulturerbes handelt. Ich habe mich dann gewundert, welches die anderen zwei Bahnen sind.  Es handelt sich um die Semmering Bahn in Österreich und um drei schmalspurige Gebirgsbahnen in Indien, die zu einem Objekt zusammengefasst wurden, nämlich die Darjeeling Himalayan Railway, die Nilgiri Mountain Railway und die Kalka Shimla Railway.

Die Semmeringbahn ist die älteste Gebirgsbahn der Welt. Sie wurde 1854 in Betrieb genommen und man war damals gar nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, mit einer Eisenbahn die Alpen zu überqueren oder ob vielleicht doch eher eine Atmosphärische Eisenbahn, eine Eisenbahn System Fell oder eine Seilbahn nach System Agudio nötig wäre.

Die Albulabahn ist technisch Spektakulär und die Berninabahn ist der höchste Alpenübergang und erst noch ohne Scheiteltunnel.

Die Darjeeling Himalayan Railway weist nur 60 cm Spurweite auf und überwindet auf 80 km Streckenlänge beinahe zweitausend Meter Höhendifferenz. Die Strecke folgt der Strasse, führt wenige Zentimeter an den Häusern vorbei, weist sechs Spitzkehren und mehrere Kreiskehrschleifen auf. Als die Dampflokomotiven noch fuhren, sassen auf diesen diverses Hilfspersonal das einerseits Kohle zerkleinerte und anderseits von Hand Sand auf die Schienen streute. Ich empfehle im besonderen den BBC Film unten, der die Stimmung der Bahn vortrefflich wiedergibt. Ich bin die Bahn 1996 gefahren, als noch keine Dieselloks auf der Strecke fuhren.


Die Nilgiri Mountain Railway ist bekannt für die von SLM gebauten Dampfloks, welche schon rein visuell ihre Schweizer Erbe nicht leugnen können.

SLM Lokomotive bei der Nilgiri Eisenbahn
Die Khalka Shimla Railway schloss die indische Sommerhauptstadt Shimla an das Eisenbahnnetz an, denn jeden Sommer verlegte die britische Kolonialregierung während den Sommermonaten ihre Regierung nach Shimla. Die Bahn ist vor allem auch bekannt für die Schienenbusse.

Khalka Shimla Schienenbus


Samstag, August 18, 2012

Windschatten fahren mit der Bahn

Bei den Steherrennen ist es üblich, dass der Schrittmacher ein Motorradfahrer ist, der dem Radfahrer Windschatten gibt.

Steherrennen Bielefeld 2011

Weniger bekannt sein dürfte, dass auch einmal ein Zug als Windschattenspender gedient hat. Für eine Werbekampagne der Long Island Railroad im Jahr 1899 wurde extra ein Wagen umgebaut und auf einer zwei Meilen langen Strecke Holzplanken zwischen den Gleisen verlegt. Der Radfahrer war Charles M. Murphy. Sein Ziel war auf einer Fahrt mindestens eine Meile pro Minute zurück zu legen, was im auch gelang.

     

Donnerstag, August 16, 2012

Klappbrücke bei einer Schweizer Bahn

Das Bild unten zeigt gleich drei Dinge, die es nicht mehr gibt:

a) eine Klappbrücke
b) ein Drehstrombetrieb
c) eine Zahnradstrecke mit 25 % Steigung


Die Klappbrücke führte bei Grünenwald über die Zahnradstrecke der Standstad-Engelberg-Bahn, die bis 1964 mit Drehstrom betrieben wurde und an dieser Stelle mit 25 % aufwärts führte. Diese steile Streckenführung wurde erst 2010 beseitigt, nachdem während neun Jahren ein Umgehungstunnel durch geologisch schwieriges Gelände gebaut wurde.

Quellen:

Berninabahn

Hier eine kurze Einführung zur Berninabahn, die zusammen mit der Albulastrecke auch in Google Streetview  befahren werden kann. Die Beschreibung, wie das gemacht wurde ist hier.



Die Bahnstrecke befindet sich im äussersten Südosten der Schweiz und führt von St. Moritz im Engadin über den 2300 Meter hohen Berninapass nach Tirano in Italien, wobei die Südseite Steigungen von bis zu 70 Promille aufweist, die ohne Zahnrad bewältigt werden. Die Bahn wurde 1908 eröffnet und gehört seit 1943 zum Netz der Rhätischen Bahn. Der Betrieb der Meterspurstrecke erfolgt seit Beginn elektrisch mit Gleichstrom. Die Fahrleitungsspannung betrug anfänglich 750 V Gleichstrom, wurde aber 1935 auf 1000 Volt erhöht.

Passo del Bernina - ABe 8/12
Winterstimmung auf der Bernina mit einem Allegra-Zug von Stadler

Die Strecke ist bekannt für ihre Kunstbauten und andere Spezialitäten, welche Eisenbahnfans begeistern. Neben vier Kehrtunnels, gibt es drei Pendelpfeilerbrücken, ein Kreisviadukt und eine Kurve mit 45 m Radius und weltbekannter Aussicht. Es verkehren hier immer noch Gemischte Züge und es gibt auch Strassendurchfahrten und einen Grenzübertritt. Auf der Strecke verkehren neben den komfortablen Regelzügen mit Aussichtswagen auch viele historische Fahrzeuge. Im Winter kommt die Dampfschneeschleuder von 1910 zum Einsatz, im Sommer gibt es Züge mit offenen Aussichtswagen. Eine Reise lohnt sich vor allem im Frühjahr, wenn man vom winterlich verschneiten St. Moritz in das bereits sommerlich warme Tirano gelangt. Eine empfehlenswerte Rundreise ist von Zürich nach Chur, über die Albulabahn nach St. Moritz, von da über die Bernina nach Tirano, weiter nach Mailand und über die Gotthardbahn zurück nach Zürich. Unterwegs kann man z. B. im Bahnhofbuffet Alp Grüm oder im Bernina Ospizio übernachten, es kann aber sein, dass sie auf über zweitausend Meter etwas schlecht schlafen wenn sie aus dem Unterland kommen.

Aussichtswagen der Berninabahn
GmP 4668 @ Le Prese
Güterzug mit Personenbeföderung in der Strassendurchfahrt von Le Prese
06.08.2011, Montebello-Kurve
Montebello Kurve mit 45 m Radius
Bernina Express 953 @ Brusio
Kehrviadukt Brusio
2011-08-02 14-21-23 Switzerland La Rösa
Pendelpfeilerbrücke am Lago Bianco

View Bernina Bahn in a larger map

Dampfschleuder
Dampfschneeschleuder von 1910, immer noch im Einsatz bei Sonderfahrten



Weiteführende Seiten:
Historische Berninabahn
Streckenführung auf der Südrampe
Berninabahn bei Wikipedia

Mittwoch, August 15, 2012

Die hässlichsten Züge

Mir gefallen die folgenden Züge nicht:

Die BAM Ge 4/4 ist eine Meterspur-Lok mit Normalspurpuffer
für den Rollbockverkehr, welche das Gesicht der Lok verunstalten.
Wenn Hässliches auch nicht funktioniert ...

Cisalpino erste Generation: nicht nur hässlich, sondern
funktioniert auch nicht.

Cisalpino zweite Generation - auch nicht schön

Japan hat eine ganze Reihe hässlicher Hochgeschwindigkeitszüge:

Class E2

Class E4

Class 300

Holländischer Kopfläufer

Nochmals Japan: der Messzug  Doctor Yellow
Hässliches aus England:

Class 166

Class 92

Samstag, August 11, 2012

U-Bahn-Madrid: Unfall bei unerlaubter Probefahrt

Im U-Bahn-Betriebshof Loranca der Metro Madrid kommt es am 7. August zu einem schweren Unfall auf dem Gleis, das zur Prüfung der U-Bahn-Züge genutzt wird. Offenbar wollte der Chef des täglichen Unterhalts seiner Familie ein U-Bahnzug vorführen. Der Zug fährt über das Ende der Strecke hinaus und rammt den Abspannmast der Fahrleitung bevor er im Erdhügel zum stehen kommt. Die Führerkabine wird total zerstört. Der Familienvater stirb, seine Frau und der vierjährige Sohn werden schwer verletzt, das schweizerische Au-Pair-Mädchen stirbt ebenfalls.

Quellen:
ABC: Cuatro heridos in chocar MetroSur
20-Minuten: Schweizer Au-pair stirbt in Spanien
20-Minuten: Wer trägt die Schuld am Tod des Au-pair?

Der Betriebshof befindet sich an der Metro Linie 12, die auch als MetroSur bezeichnet wird. Die 2003 eröffnete Linie befindet sich vollständig ausserhalb des Stadtgebietes und verbindet die Städte Alcorcón, Leganés, Getafe, Fuenlabrada und Móstoles. Das Einzugsgebiet dürfte heute über eine Million Einwohner haben.



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Samstag, Juni 02, 2012

Modern Steam made in US

Nicht nur die DLM arbeitet alte Dampfloks mit neuer Technik auf, nein, es gibt jetzt auch ein Projekt aus den USA:

Eine Schnellzugsdampflok der Santa Fe Baureihe 3460 soll durch die Coalition for Sustainable Rail (CSR) mit neuer Technik wieder betriebsfähig gemacht werden. Die Lok wurde in einem Museum bei Topeka KS gefunden. Sie soll mit Biokohle-Pellets befeuert werden und einen neuen Kessel nach modernen Grundsätzen erhalten. Geplante Höchstgeschwindigkeit ist 200 km/h.


Das Spenderobjekt (Foto von 2009):


Mittwoch, Mai 30, 2012

Russische Amphibische Monorail

In einer Popular Science Zeitschrift aus dem Jahr 1933 habe ich ein ganz interessantes Einschienenbahn-Projekt gefunden: eine Monorail, mit Fahrzeugen, die auch im Wasser verkehren können. Die Idee stammt aus Russland und hätte dazu dienen sollen, die Mineralstoffe in Turkmenistan besser zugänglich zu machen. Das an einer Schiene hängende Fahrzeug hätte Geschwindigkeiten bis 290 km/h erreichen sollen, für die Überquerung des zwei Kilometer breiten Amudarja hätte das Fahrzeug die Führungsschiene verlassen und hätte die Strecke schwimmend als Katamaran hinter sich gebracht. In Moskau wurden bereits Modellversuche gemacht, doch dann dürften plötzlich andere Dinge wichtiger gewesen sein.


New York Eisenbahnfäre

Weiss dann jemand, dass im New Yorker Hafen noch eine Eisenbahnfähre verkehrt? Genauer ist es eigentlich keine Fähre, sondern ein Leichter mit Eisenbahngleisen drauf, der von Schleppern über die untere Bucht des New Yorker Hafens transportiert werden.

Die Bahn heisst New York New Jersey Rail und wird von der Hafenbehörde (Port Authority) betrieben. Es gibt auch Pläne einen Tunnel für Güterzüge zwischen New Jersey und Long Island zu bauen, aber ob dieses Projekt jemals realisiert wird, ist mehr als unsicher. Die Eisenbahnfähre ist derzeit die einzige vernünfitge Verbindung für Güterverkehr vom Süden nach Long Island, es sei denn es wird der Umweg über Albany genommen. Güterzüge sind nämlich nicht erlaubt in dem Stadttunnel von New York.

Google Map Ausschnitt vom Fähranleger auf der New Jersey Seite:

Größere Kartenansicht Der Beweis, dass die Bahn tatsächlich fährt. YouTube Video vom 19. Mai von der Brooklyn Seite: mehr Info: Working Harbour Blog

Freitag, April 06, 2012

Alwegbahn

Die Alwegbahn ist ein Monorailsystem, das in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde. Geldgeber war der schwedische Industrielle Axel Lennart Wenner-Gren, welcher der Bahn die aus den Anfangsbuchstaben seines Namen bestehende Bezeichnung Alweg spedierte. Bei Köln-Fühlingen wurde anfangs der 50er Jahre eine Versuchsstrecke errichtet, wo der erste Zug verkehrte. Das Fahrzeug läuft auf Rädern mit Luftbereifung auf einem Betonbalken und wird vom Balken durch seitlich laufende Räder geführt.

Die erste kommerzielle Anwendung war die Bahn im Disneyland Kalifornien, welche mit zwei Zügen 1959 den Betrieb aufnahm. Es verkehrten ein roter und ein blauer Zug, welche beide auf diesem Bild zu sehen sind. Die Disneybahn wurde mehrmals überarbeitet. Dieses Bild zeigt einen Mark VII Zug vor Space Mountain, eine Achterbahn vollständig im dunkeln. (Selbstverständlich sorgt auch hier das Internet für Horizonterweiterung - die Suche nach "Space Mountain lights on" bringt einiges zu tage.)  

Der Antrieb der Disney Züge war von Westinghouse Electric, welche das Transportgeschäft 1988 an AEG verkaufte, wodurch das Geschäft mit den Monrail-Zügen 1996 zu Adtranz und von da 2001 zu Bombardier gelangte.

Alwegbahnen werden auch heute noch gebaut. Dieses Bild zeigt die 2003 eröffnete Monorail in Kuala Lumpur:


Gerade die ersten Bilder dieses System vom Versuchszug in Köln-Fühlingen dürfte das Einschienenbahnfieber nach dem Zweiten Weltkrieg beflügelt haben - sehen die Fahrzeuge doch schnittig aus und lassen hohe Geschwindigkeiten vermuten. Der Schein trügt aber, denn die Federung ist relativ hart so dass keine hohen Fahrgeschwindigkeiten nicht möglich sind und das System bis heute nur für Ausstellungsbahnen und Flughafenbahnen Verwendung findet.

Samstag, März 31, 2012

Trailblazer

Die Trailblazer Monorrail wurde 1956 im Arrowhead Park in Houston, Texas erbaut. Die Bahn war 300 Meter lang und der einzige Wagen fasste 51 Personen. Er wurde von zwei Packard 8-Zylinder-Benzin-Motoren angetrieben, die oben im Fahrwerk untergebracht waren, wo auch der Wagenführer sass.
Das System wurde noch im Eröffnungsjahr wieder abgebaut und im State Fair Park in Dallas aufgebaut, wo es auf einer 500 Meter langen Strecke bis 1964 in Betrieb war - danach wurde die Monorail abgebaut und durch eine Von Roll S101 Gondelbahn ersetzt. Der Trailblazer Wagen ist erhalten geblieben und dient als Küche eines Wohnhauses in Wills Point TX, Bilder siehe hier.

Mehr Bilder von der Monorail hier, hier und hier  ... und hier bei Avax News.



Never-Stop Railway

Diese Bahn hat sich bei diesem Avax News Artikel versehentlich zu den Monorail Systemen geschlichen, weil bereits bei der Getty Image Library das Bild fälschlicherweise unter dem Stichwort "Monorial" eingeordnet war. Die Fahrzeuge laufen aber wie normale Eisenbahnwagen auf Achsen mit zwei Rädern und haben nicht mit einer Monorail zu tun.



Das System hiess Never-Stop Railway und wurde für die British Empire Exhibition in Wembley gebaut. Es dürfte eines der ersten People Mover Systeme gewesen sein, das den Leuten eine unbeschwerliche Fahrt zwischen den Ausstellungshallen erlaubte. Während zwei Jahren war die Bahn ohne grössere Störungen in Betrieb. Die 88 unbemannten Wagen verkehrten auf einer doppelspurigen Strecke mit Wendeschleifen an den Enden. Die Fahrbahn bestand aus Betonbalken, auf welchen die Wagen rollten und an deren Innenseite die Führungsrollen der Wagen anlagen.

Der Antrieb erfolgte indem die Wagen in das Gewinde von grossen Schrauben eingriffen, welche in einer Grube zwischen den Fahrbahnbalken längs angeordnet waren. Durch die Steigung des Gewindes konnte die Fahrgeschwindigkeit der Wagen bestimmt werden. In den Stationsbereichen bewegten sich die Fahrzeuge so langsam dass die Fahrgäste trotz der Bewegung ein- und aussteigen konnten.  

Der Betrieb der Bahn ist in diesem Pathe-Film  ab ca. 1:12 zu sehen. Obwohl die Bahn als solches fahrerlos war, gab es in kurzen Abständen Streckenposten, welche den Betrieb der Bahn überwachten.

Dieses Bild zeigt ein während dem Bau der Bahn eingesetzter Traktor, welcher mit dem Führungssystem der Wagen ausgerüstet ist. Noch fehlen die Schrauben für den Antrieb der Bahn in der Grube zwischen den Fahrbahnbalken.

Mittwoch, März 28, 2012

Brennan Monorail

Bei Avax News habe ich diesen Beitrag mit Bilder von Monorail Systeme gesehen. Habe gedacht es könnte interessant sein etwas mehr über die Bilder zu erzählen:

Brennan Monorail 
Dieses Einschienenbahn benutzt Fahrzeuge, die mit zwei gegenläufigen Kreiseln stabilisiert sind und dadurch auf einer Schiene fahren können ohne umzufallen. Die Spurführung erfolgt durch die Eisenbahnräder mit doppelten Spurkränzen. Ähnliche Systeme wurden auch von anderen Ingenieuren vorgeschlagen, konnten sich aber nicht durchsetzen. Das Militär war zwar fasziniert, wie schnell sich die Gleise für eine solche Bahn verlegen lassen, konnte sich aber nicht wirklich für das System begeistern. Ein Problem dürfte sein, dass die Kreisel aller Fahrzeuge dauernd angetrieben sein müssen, damit diese nicht umfallen, und bei Ausfall des Kreisels eben doch umfallen.



Die ersten drei Bilder des Avax News Beitrag zeigen die Versuchsanlage mit den Modellfahrzeugen, welche der irisch-australische Ingenieur Louis Brennan bei seinem Haus in Gillingham, Kent UK aufgebaut hatte. Die Schienen waren auf Holzschwellen verlegte Gasrohre, die Brücke war ein 15 Meter langes Drahtseil. Das im Eisenbahnmuseum York erhaltene batteriebetriebene Fahrzeug wurde von zwei Kreisel mit 12,7 cm Durchmesser stabilisiert. Ein Bild des Museumsstückes ist auf dieser Seite ganz unten zu sehen.

Einschienerp
Die weiteren Bilder der Brennan Monorail zeigen das Versuchsfahrzeug, wie es 1910 an der Englisch-Japanischen Ausstellung in London zu sehen war. Das Fahrzeug wurde von einem 20 PS Benzinmotor mit elektrischer Kraftübertragung angetrieben und konnte bis zu 50 Besucher befördern - einer davon soll auch Churchill gewesen sein.

Sonntag, März 04, 2012

Zugunglück in Polen

Ein Frontalzusammenstoss zweier Schnellzügen bei der Station Szczekociny forderte nach ersten Meldungen mindestens 16 Tote und 56 Verletzte. Der Umfall ereignete sich während Bauarbeiten. Die Strecke konnte nur einspurig befahren werden. Die Züge prallten um ca. 21:15 frontal aufeinander. Sie waren mit 100 resp. 150 km/h (!) unterwegs. Mehrere Wagen kletterten aufeinander auf und keilten sich ineinander. Ein Zug war von Przemyśl an der Ukrainischen Grenz in Richtung Norden unterwegs, der andere von Warschau nach Krakau. Zugmaschinen waren ET22 und ET09. Vermutung gehen dahin, dass ev. die Lokführer übermüded waren. Die Sicherungsanlagen dürften nicht auf dem letzten Stand der Technik gewesen sein.

Szczekociny-train-collision





Sonntag, Februar 19, 2012

Weniger bekannte Bombardier Loks

Bombardier baut nicht erst seit dem Kauf von Adtranz Lokomotiven, es gab sie schon früher. Sie stammten aus den Montreal Locomotive Works (MLW), die ursprünglich die kanadische Fertigung von Alco waren. Bombardier kaufte die Werke mit dem Ziel an das Know-how des Lokomotivbaus zu gelangen und damit in den amerikanischen Markt für Hochgeschwindigkeitszüge einzusteigen.

Einige dieser kanadischen Alco Loks fanden auch den Weg nach Europa:

13 Lokomotiven wurden 1979 nach Portugal als Baureihe 1960 abgeliefert. Die 6-achsigen Streckenlokomotiven haben 2350 PS und sind mit Zugheizung ausgerüstet. Der Dieselmotor ist aus der Alco 251 Serie und die Fahrmotoren sind von GE Kanada.




Weitere ähnliche Bombardier Loks gingen auch in den Irak, nach Australien und Tunesien, wie diese Aufstellung zeigt.

Sonntag, Februar 12, 2012

Das Ende von vier Orientexpresswagen

Nördlich von Menton bei Sospel an der Tendalinie scheinen 2007 noch vier alte Orientexpress-Wagen gestanden zu haben.  Sie hätten einem Engländer gehört, welcher die Wagen später an den Betreiber eines Restaurantes weitergegeben hat. Die Wagen scheinen nicht mehr dort zu stehen, da mindestens #4229 & #3998 im Mai 2011 in Richtung französischem Jura abtransportiert wurden, #3950 wurde wahrscheinlich abgebrochen.

Es handelt sich um folgende Wagen:

  • CIWL 4229, Italienischer Speisewagen
  • CIWL 3898, Belgischer Schlafwagen
  • CIWL 3950, Französischer Schlafwagen 
  • (ein vierter mir unbekannter Wagen)
Quellen:

Mittwoch, Dezember 28, 2011

HGV in China: Testzug, neue Strecke und Unfall Wenhou

Testzug für 500 km/h vorgestellt
CIT500, der am 22. Dezember vorgestellt wurde
Chinas staatliche Eisenbahnfabrik CSR stellte pünktlich auf das Jahresende den neuen Testzug CIT500 vor. Der Zug basiert auf der Baureihe CRH380AL, wurde aber für die Versuche auf 6 Wagen gekürzt indem alle antriebslosen Zwischenwagen weggelassen wurden. Zusätzlichen aerodynamischen Verkleidungen im Frontbereich vermindern den Luftwiderstand. Die installierte Leistung beträgt 22.8 MW (30'600 PS). China Daily
Mehr Bilder hier und hier.

Mit dm Zug sind Versuchsfahrten über 500 km/h geplant, so dass der von einem CRH380BL (16-teiligen Siemens Velaro) am 9. Januar 2011 in China aufgestellte Rekord von 487.3 km/h gebrochen werden kann. Ich denke aber nicht, dass der in Frankreich mit einem TGV-Versuchszug gefahrene Weltrekord von 574.8 km/h durch diesen Zug in Gefahr ist.

Die Meldung wurde sowohl von DMM, wie auch von Bild falsch interpretiert. Der neue Zug ist den Rekord noch nicht gefahren und ist auch kein CRH380AL. Bei DMM wird die diesjährige Meldung mit einer Meldung vom letzten Jahr vermischt. (Stand 28.12.2011 08:30 MEZ)


Strecke Guangzhou - Shenzhen eröffnet
Seit dem 26. Dezember fahren die Hochgeschwindigkeitszüge auch auf der Linie von Guangzhou nach Shenzhen. Die Fortsetzung nach Hongkong soll 2015 fertig sein. NTD


Unfall Wenhou
Der chinesische Hochgeschwindigkeitsverkehr erlitt dieses Jahr einen jähen Rückschlag durch den Auffahrunfall zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Wenzhou. Der Unfall ereignete sich wahrscheinlich durch einen Auslegungsfehler in der Signalanlage, welcher dazu führte, dass nach einem Blitzschlag ein Signal nicht mehr auf Halt ging, was vom Personal unbemerkt blieb. Ein offizielles Statement zur Unfallursache ist nie erschienen. Die Behörden versuchten den Unfall zu vertuschen  in dem Baumaschinen aufgefahren wurden, welche den Auftrag hatten, die zertrümmerten Züge an Ort und Stelle zu vergraben. Erst Proteste der Bevölkerung führten zu einer Untersuchung. (Tagesschau)







Montag, Dezember 19, 2011

Vert-A-Pac: eine innovative Transportidee der 70er

In den 70er Jahren wurden in den USA unter dem Namen Vert-A-Pac eine spezielle Variante von Autotransportern gebaut, welche nur für die Chevrolet Vega Modelle verwendet werden konnten. Die Autos wurden mit dem Kühler nach unten in senkrechter Lage befördert, wodurch pro Eisenbahnwagen 30 Autos geladen werden konnten statt nur deren 18 wie auf den herkömmlichen Wagen.

Im gesamten wurden 410 Wagen dieser Bauart eingesetzt, wobei oft nur das Oberteil, das sogenannte Car Rack (dt. "Autogestell") der Eisenbahngesellschaft während der Flachwagen vom Vermieter TTX stammte.

Die Beladung erfolgte in dem die zu befördernden Autos auf die heruntergeklappten Seitenwände des Bahnwagens gefahren wurden und die Seitenwände danach von einem Grossstappler wieder geschlossen wurden. Während dem Transport hingen die Autos in senkrechter Lage an vier im Untergestell angebrachten Haken .

Damit die Chevy Vega trotz ihrer senkrechten Lage unbeschadet das Ziel erreichten, mussten einige konstruktive Vorkehrungen für den Transport getroffen werden:
  • eine zusätzliche Rückstauklappe in der Umlaufschmierung des Motors verhindert, dass während dem Transport das Öl in den Verbrennungsraum des ersten Zylinders gelangte
  • die Verschlusskappen der Batterie mussten am hinteren Rand angeordnet werden, so dass keine Batteriesäure auslaufen konnte
  • eine zusätzliche Leitung entleerte in der senkrechten Lage die Schwimmerkammer des Vergases in die Tankentlüftung
  • die Flasche für die Scheibenwaschanlage musste 45° schräg angeordnet werden
  • temporär angebrachte Kunstoffkeile entlasteten während dem Transport die Aufhängung von Motor und Getriebe 
Vert-A-Pac Wagen der Southern Pacific

Beladen eines Vert-A-Pac Wagens

Innenleben eines Vert-A-Pac Wagens

mehr Bilder vom Beladen der Vert-A-Pac Wagen

Quellen:

Samstag, November 19, 2011

CEVA Spatenstich

Selten werden hundert Jahre alte Eisenbahnprojekte realisiert, aber die Bahnverbindung Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse ist eines davon. Der Bau der Strecke vom Schweizerischen Genf-Cornavin zum französischen Anneemasse wurde bereits 1912 in einem Staatsvertrag zwischen der Eidgenossenschaft und dem französischen Staat festgelegt, konnte aber nicht realisiert werden weil kurz danach der Erste Weltkrieg ausbrach.

2002 wurde das Projekt wieder neu aufgegleist und am 15. November fand der offizielle Spatenstich statt, bei dem symbolisch ein Prellbock im Rangierbahnhof La Praille zertrümmert wurde. Das Vorhaben wurde in den letzten Jahren noch durch Einsprachen blockiert, die aber nun endlich beseitigt sind. Die grenzüberschreitende Vorortsstrecke bindet ein Wohngebiete von einer Million Einwohnern an die Stadt Genf an, soll 2017 betriebsbereit sein und kostet 1,6 Mia CHF. Die Bahnhöfe werden vom französischen Stararchitekten Jean Nouvelle, der in der Schweiz mit dem  KKL in Luzern bekannt wurde.

Bhf von Jean Nouvelle

Streckenführung CEVA

Dienstag, November 15, 2011

Die Huckepack-Lokomotiven

Dieses Bild zeigt einen seltsamen Eisenbahnunfall aus dem Jahre 1885:

Foto: P.B. Hausenknecht

Der Unfall ereignete sich am 17 Februar wenige Meilen östlich von Batavia NY auf der New York Central & Hudson River Railroad. Ein Zug mit drei Lokomotiven (#295, #296 und #336), sowie zwei Gepäckwagen versuchte sich während eines Blizzards von Le Roy NY nach Batavia NY durch zu schlagen, blieb aber in einer Schneeverwehung kurz vor dem Ziel stecken.

Es blieb nichts anderes übrig, als ein Bote aus den Reihen des Zugpersonals loszusenden um in Batavia NY Hilfe anzufordern. Es wurde ein Schneepflug ausgesandt, welcher von der Lokomotive #470 geschoben wurde. Weil die Stelle des steckengebliebenen Zuges falsch beschrieb wurde, raste der Schneepflug mit etwa 40 mph in den Havaristen. Der Schneepflug schob sich unter die erste Lokomotive (#295), so dass diese angehoben und über den Schneepflug auf die schiebenden #470 geworfen wurde, die zweite Lokomotive (#296) blieb auf dem Schneepflug aufkletternd liegen und während die dritte Lokomotive (#336) auch schon beinahe vom Pflug angehoben wurde. Wie durch ein Wunder gab es nur zwei leicht Verletzte unter dem Personal, da dieses sich bereits nicht mehr auf den Maschinen befand oder sich in letzter Sekunde noch in Sicherheit bringen konnte.

Beim Aufräumen der Unfallstelle wurde die #470 auf eigenen Rädern mit der auf ihr liegenden #295 in den Bahnhof Batavia überführt, wo die Siamesischen Zwillinge einige Tage in einem Abstellgleis standen bis die Pläne für das weitere Vorgehen gemacht waren: Zur Befreiung der #295 aus ihrer misslichen Lage wurde eine tiefe Grube ausgehoben, die #470 hinein gefahren und mit Erde zugeschüttet, darauf wurden Schienen verlegt  und die #295 auf eigenen Rädern von der #470 gerollt. Beide Loks wurden wieder aufgebaut und kehrten in den Dienst zurück.