Samstag, Mai 04, 2013

Einspurige Hochgeschwindigkeitsstrecken

In Spanien macht man sich Überlegungen, wie man das Hochgeschwindigkeitsnetz trotz Wirtschaftskrise fertig bauen kann. Es ist die Idee aufgekommen gewisse wenig befahrene Verbindungen nur einspurig auszuführen, wie z.B. die Verbindung Granada - Archidonavon, welche Granada an die HGV Strecke Madrid - Malaga anbindet. Eventuell könnte auch die HGV Strecke durch den Pajares Tunnel nur einspurig ausgeführt werden. Dies würde erlauben, die zweite Röhre mit einem Breitspurgleis auszurüsten und die Passstrecke zu schliessen.

In der Schweiz kennen wird schon einspurige Strecken, die mit 200 km/h befahren werden: die
Ausbaustrecke Solothurn–Wanzwil welche Solothurn an die Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist anbindet. 


Freitag, Mai 03, 2013

Indonesien: Führerlose Lok fährt 17 km

Am Sonntag 28. April 2013 fährt auf der Insel Java die Diesellokomotive CC 20328 der Indonesischen Staatsbahn ohne Lokführer 17 km weit, bevor sie in einer Kurve entgleist. Während dem Bereitstellen der Lokomotive für den Schnellzug Argo Sindoro begann diese plötzlich zu fahren als das Personal einen Kontrollrundgang um die Lokomotive machte. Die Fahrt dauerte rund eine Viertelstunde. Die Lokomotive durchfuhr dabei drei Bahnhöfe bevor sie bei einer scharfen Linkskurve in der Nähe eines Bahnüberganges entgleiste und drei Ziegenställe rammte. Es kam niemand zu Schaden da sich der Unfall am Morgenum 04:20 ereignete. Ein Anwohner sagte, die Entgleisung hätte sich wie ein Erbeben angehört. Die Lokomotive hätte sich nur fünf Meter von seinem Haus entfernt befunden und ihr Motor sei immer noch gelaufen, bis nach zehn Minuten ein Bahnangestellter aufgetaucht sein und die Lokomotive ausgeschaltet hätte. Bis jetzt ist unbekannt, weshalb die Lokomotive ohne Personal davon gefahren sei.

Die Lokomotiven der Baureihe CC 203 sind von GE zusammen mit der Indonesischen Eisenbahnindustrie Ende der 90er Jahre gebaute 2000 PS Diesellokomotiven des Typs U20C. Sie besitzen einen langen Vorbau an dessen einem Ende ein Führerhaus angebracht ist, das über die ganze Breite des Rahmens reicht. Der Schnellzug Argo Sindo ist ein Luxuszug, der nur 1. Klasse führt und täglich von Semarang nach Jakarte und zurück fährt. 

CC 20328
CC 20328 zu besseren Zeiten
Argo Sindoro pulang P.U.K MRI
Schnellzug Argo Sindoro



Runaway Indonesien auf einer größeren Karte anzeigen

Sonntag, April 28, 2013

Henschel Diesellokomotiven in Vado Ligure

In Vado Ligure sind zwei Henschel DHG 700 C Loks der Hafenbehörde Savona zusammen mit einem Zweiwegfahrzeug Zephy Lok 16.300 abgestellt. Obwohl nach dem YouTube Video noch im Mai 2011  Containerzüge unterwegs waren, die mit einer der Henschellok und vorgespanntem Zweiwegfahrzeug gefahren wurden, scheint es ruhig um die Containerzüge geworden zu sein. Ich habe auf jeden Fall noch nie einen fahrenden Containerzug gesehen und die Wagen im Hafenareal scheinen auch schon länger nicht mehr benutzt worden zu sein.

Henschel DHG 700 C
DHG 700 C geparkt neben dem Zweiwegfahrzeug
Henschel DHG 700 C
Die andere steht unter einer Brücke geparkt




Die Strecke schien erst kürzlich neu ausgebaut worden zu sein, was an der neuen Brücke über den Fluss zwischen Vado und Zinola zu sehen ist.

Eisenbahnbrücke über den Quiliano
Neue Brücke über den Quiliano
Railway to Vado Ligure
Blick in Richtung Hafen

Passaggio a livello Zinola
Blick in Richtung Savona beim Bahnübergang in Zinola. Das Hafenanschlussgleis war einst
Teil der alten Strecke in Richtung Ventigmiglia, welche dem Meer entlang führte und auch die
Orte Vado Ligure, Sportorno, Noli und Varigotti bediente. Die alte Station in Vado Ligure ist
heute eine feine Pizzeria.

Doppelstockzüge in Indien

Indien steigt in das Zeitalter der Doppelstockwagen ein:

Erster der Presse vorgestellter Wagen (1. April 2010)

Zwischen Howrah und Dhanbad verkehrt seit dem 1. Oktober 2011 ein Zug mit Doppelstockwagen
HWH DHN DOUBLE DECKER

Später kam noch ein Zug auf der Strecke Bombay - Amedhabad hinzu.




Zwischen Bungalore und Madras verkehrt seit 25. April 2013 ein Zug mit zwanzig(!) Doppelstockwagen, die 128 Reisende fassen können. Die Einstiege befinden sich wie bei den Wagen für die Zürcher S-Bahn über den Drehgestellen. Die Sitzanordnung ist 2+3. Zugmaschine ist eine WAP-7. Die Wagen sind für Vmax 150 km/h gebaut. Der Zug legt die 360 Kilometer lange Strecke in sechs Stunden zurück. Betreiber ist die South Western Railway, eine der 17 Regionalgesellschaften von Indian Railways.

Doppelstockzug Chennai - Bangalore mit WAP-7

Mehr Bilder:




Samstag, April 27, 2013

Revsionsdaten von SBB Fahrzeugen

Ok, vielleicht brauch mal jemand Revsionsdaten von SBB Fahrzeugen. Ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber das Baujahr der Fahrzeuge, für die man sich interessiert, liegt ev auch schon weiter zurück.

www.egger-jetzer.ch / MM-Fahrzeuge / Revsionsdaten



Der elektrische Betrieb der Milwaukee Road

Eine Bahn, die bekannt war für große Elektroloks war die Milwaukee Road. Diese Eisenbahn baute als letzte Gesellschaft eine transkontinentale Verbindung von Chicago durch die Prärie nach Westen nach Seattle im Bundesstaat Washington. Die nach nur drei Jahren Bauzeit 1909 fertig gestellte Strecke war zwar kürzer als diejenigen der Konkurrenz, kam aber zu spät um vom grossen Verkehr vor der Eröffnung des Panamakanals 1910 zu profitieren und führte außerdem durch abgelegenes Gebiet ohne grössere Städte.

Route der Milwaukee Raod, rot die beiden elektrifizierten Abschnitte (Grafik: The American Railroads)
Als Besonderheit wies die Milwaukee Road zwei mit 3000 V Gleichstrom elektrifizierte Streckenabschnitte auf. Die am Westende der Strecke gelegene 333 km lange Coast Division überwand die Cascade Range, die weiter östlich gelegene 705 km lange Mountain Division überwand die Rocky Mountains. Sie wurden 1919 bis 1972 (Coast Division) respektive von 1917 bis 1974 (Mountain Division) elektrisch betrieben.

Die Energie wurde von Wasserkraftwerken erzeugt und über 110 kV Hochspannungsleitungen zu ins gesamt 22 der Strecke entlang verteilten Unterwerken mit rotierenden Umformern verteilt.

Lokomotiven

EF-1 Familie


EF-1 (Erste EF-1, heute ausgestellt im Lake Superior Railroad Museum)

Ab 1915 wurden bei Alco (mechanischer Teil) und General Electric (elektrischer Teil)  30 Doppellokomotiven EF-1 für den Güterverkehr und 12 Doppellokomotiven EP-1 für den Reisezugverkehr beschafft. Die EP-1 unterschieden sich von der Güterverkehrsversion durch eine geänderter Übersetzung und einen ölgefeuerten Dampfkessel für die Zugheizung. Ab 1919 wurden alle EP-1 in EF-1 umgebaut.


EF-2 
EF-3  
In den 30er Jahren wurden jeweils drei Lokhälften zu EF-2 zusammengekuppelt, wobei der Führerstand der mittleren Loksektionen nicht mehr genutzt wurde. Diese wurden später zu EF-3 umgebaut indem an der Mittelsektion der Rahmenteil mit dem Führerstand und dem Laufdrehgestell abgetrennt wurde.

EF-5 
Ab 1951 wurden vier Lokhälften fest zu einer Lok verbunden, was die EF-5 ergab.

EP-1A
EP-1A waren 1950 aus EF-1 umgebaute Personenzuglokomotiven, die eine stromlinienförmige Front besaßen.

EP-2 Bipolar

Die 1919 ei General Electric beschafften fünf EP-2 wurden auch "Bi-polar" genannt. Anders als bei den damals üblichen Antriebstechniken waren bei diesen Lokomotiven die Rotoren der Fahrmotoren direkt auf den ungefederten Antriebsachsen montiert, während der Stator in den gefederten Rahmen montiert war. Damit sich die beiden Bauteile im Betrieb nicht berühren musste der Luftspalt der Motoren unüblich gross gewählt werden, was den Wirkungsgrad herabsetzte. Trotzdem bewährten sich die Lokomotiven mit den charakteristischen tonnenförmigen Vorbauten während über vierzig Jahren im täglichen Betrieb - meistens vor Schnellzügen.

EP-2 Bipolar

EP-3

Die zehn bei Westinghouse bestellten EP-3 hatten die selben Aufgaben zu erfüllen wie die EP-2 Lokomotiven, konnten aber auf Grund einer Forderung der Regulierungsbehörde nicht bei GE bestellt werden, der mechanische Teil stammte von Baldwin. die mit Hohlwellenantrieb ausgerüsteten Loks waren ähnlich der zuvor an die New Haven Railroad gelieferten EP-2. Anders als die Loks an der Ostküste, die sehr erfolgreich waren, konnte die EP-3 nicht überzeugen. Die mechanische Struktur der Lok war zu schwach für den Gebirgsbetrieb und die mittleren Achsen der Drehgestelle hatten seitlich zuwenig Spiel. Dies führte dazu, dass es immer wieder zu Rahmenbrüchen und Achsbrüchen kam. Die Loks wurden deshalb bereits in den 50er Jahren ausrangiert.

EP-3



EF-4 Little Joe


Diese Lokomotiven entstammen eines wegen dem Kalten Krieg nie ausgelieferten Auftrages über 20 Lokomotiven  für die russische Staatsbahn. 12 Lokomotiven gelangten zum Schrottpreis von 1 Million zur Milwaukee Road. Die Loks wurden mit zusätzlichem Ballast versehen um ihre Schleuderanfälligkeit zu verringern. Der zweite Führerstand wurde ausgebaut um einen kühlen Raum für Steuerstromgeräte zu schaffen, der unabhängig vom Maschinenraum mit den Vorwiderständen der Motoren war. Die Loks wurden jeweils am Ende der Strecke gedreht, was aber betrieblich nicht als Nachteil betrachtet wurde.

Die beiden für den Einsatz vor dem Luxuszug Olympian Hiawatha hatten eine Sonderlackierung und wurden als EP-4 bezeichnet. Nachdem der Zug 1961 eingestellt worden war, kamen diese Loks auch vor den Güterzügen zum Einsatz.
Little Joe 1974 kurz vor der Betriebseinstellung

Samstag, April 20, 2013

Frecciarossa 1000 auf dem Weg nach Vado Ligure

Frecciarossa auf dem Weg von der Trenitalia Versuchsanstalt Osmannoro nach Vado Ligure ins Bombardier Werk.

Der Zug abfahrbereit in Florenz (Foto: Alessio Pascarella)


Entlang der ligurischen Küsten bei Manarola, Cinque Terre:
Foto: www.trainzitaliafoto.com, Enrico






... und nach der Ankunft in Vado Ligure ETR 1000

ETR 1000





Fotografen auf der Pirsch

Donnerstag, März 21, 2013

Unfälle auf dem SBB Streckennetz 2013

Hier mal die Liste aller Unfälle auf dem SBB Streckennetz von 2013:
  • 13.04.2013 Genf-Sécheron
    Ein IC Bt Steuerwagen wird über den Prellbock hinausgestossen.
    20 Minuten
  • 08.03.2013 Cossonay        
    Am 843 fährt in Rangierfahrt übers Gleisende und fällt in die Venoge.
    An dieser Stelle hat sich schon 1948 ein ähnlicher Unfall ereignet, bei dem eine Krokodillokomotive in den Fluss viel. Vermutlich zu schnell gefahren oder Bremswirkung des Zuges unterschätzt.

  • 07.03.2013 Bern                      
    Entgleisung eines Siemens NDW Wagen in Weyermannshaus.
    Die Bergung der verunfallten Fahrzeuge gestaltet sich schwierig. Die beiden Fahrzeuge ohne Innenausbau stammten aus den Siemens-Werken bei Wien, sind aber nicht von den gleichen Stellen aus versandt worden. Die Überfuhr erfolgte in Regelgüterzügen bis Bern, die Entgleisung geschah bei der Überstellung nach  Villeneuve zu Bombardier für den Innenausbau. Es stellt sich heraus, dass die baugleichen Wagen mit unterschiedlichen Gewichten angeschrieben waren, einmal 39 t, einmal 55 t. Weiter war bei einem der Wagen die Luftfederung nicht in Betrieb. Wahrscheinlich sind die Notlaufeigenschaften des unfertigen Fahrzeuges nie überprüft worden.

  • 13.03.2013 Genève     Kollision eines KISS Zuges mit zwei anderen KISS Zügen
    Scheint sich um einen Bedienfehler beim Kuppeln zu handeln:
    Die V-Vorgabe wird erst nach dem drücken eines Knopfes freigeschaltet. Wenn der Lf zuerst nicht feststellt, weshalb der Zug nicht fährt, dann auf den Knopf drückt ohne zuerst die ev. zu grosse Vorgabe an Zugkraft und/oder Geschwindigkeit weg zu nehmen. Solche Steuerung sollten aus meiner Sicht nicht umgesetzt werden, denn sie führen immer wieder zu Unfällen.

  • 07.03.2013 Genève     Entgleisung eines KISS Zuges (ohne Passagier)
    Bei einer umgebauten Weiche war der Weichenantrieb nicht festgeschraubt. Beim Stellen der Weiche verschob sich der Antrieb statt die Zunge.
  • 06.03.2013 Bözbertunnel
    Ein einseitig beladener Schotterwagen entgleist. Die Verladevorschriften wurden nicht eingehalten.
  • 04.03.2013 Neubaustrecke
    Zwischen Solothurn und Olten verliert ein ICN eine Kardanwelle.
    An der Kardanwelle war ein Schmierkanal verstopft. Es dürfte sich um einen Einzelfall handeln. 
  • 28.02.2013 Kloten Entgleisung eines Güterwagens ohne Sicherheitszertifikat.
    Das BAV reagiert als erstes mit einem Entzug der Netzzugangsbewilligung des Vereins Mikado 1244, der Sachverhalt ist aber überhaupt nicht so klar, wie versucht wird, in der Presse darzustellen - außerdem ist die SBB an diesem Unfall sehr wohl beteiligt:
    Der 1966 als Tbis abgelieferte Güterwagen wurde 1996 in einen Dienstwagen mit der Bezeichnung X und einer neuen Wagennummer umgezeichnet. Diese Anschrift wurde am Fahrzeug nie angebracht, weshalb es bei der Verschrottungsaktion 2007 nicht gefunden werden konnte, aber 2008 trotzdem aus den Dokumenten der SBB gestrichen wurde. Das Fahrzeug wurde auch nie offiziell an den Verein Mikado 1244 übergeben.
    Die Ursache der Entgleisung des fast leeren Güterwagens konnte noch nicht nachvollzogen werden. Es könnte sein, dass das Fahrzeug sich vor der Entgleisung aufgeschaukelt hatte und die Radscheibe erst in der Folge der Entgleisung gebrochen war.
  • 27.02.2013 Basel Bad. Bf. Kollision eines Lokomotivzuges mit einem Güterzug in Basel Badischer Bahnhof. Flankenfahrt weil einer der Züge ein geschlossenes Signal überfahren hatte. 
  • 16.02.2013 Schwerzenbach   Entgleisung S-Bahn in Schwerzenbach wegen eines Schienenbruches. Das etwas an dieser Stelle nicht stimmt wurde bereits von dem Zug gemeldet, welche die Strecke zuvor passiert hatte. Die Betriebsleitstelle verfügte aber keine Fahrt auf Sicht. An dem Gleisstück wurden zuvor Schweissarbeiten durchgeführt. Es wird vermutet, dass beim Erwärmen der Schienen zur Vorbereitung der Arbeiten dies zu heiss geworden sind und dadurch ihre Festigkeit verloren haben.
  • 02.02.2013 Ecublens
    Ein Regionalzug fährt in einen Erdrutsch
  • 10.01.2013 Neuhausen am Rheinfall
    Kollision einer S-Bahn (GTW) mit einem Interregio (Re 4/4 II Leon). Der GTW hat die Station trotz geschlossenem Ausfahrsignal verlassen. Das Signal war nicht mit ZUB ausgerüstet, weshalb der fehlbare GTW über den Gefahrenpunkt hinaus gelangen konnte.

Freitag, März 08, 2013

Diese amerikanischen Dieselloks sehen doch alles gleich aus !

.... oder vielleicht doch nicht ?

Die dänische Seite Guide to locomotives and trains hilft beim Auseinanderhalten der neueren Generationen von Dieselloks und erklärt auch gleich noch, wie das mit den verschiedenen Güterwagentypen ist. Gut gemacht!



... und wie ist das mit den Abkürzungen, die vor allem bei älteren Modellen verwirrend sind:
Die Seite Diesel "Acronyms" - an Explanation ist eine Hilfe.

Donnerstag, März 07, 2013

Vergammelnde Resten zweier historisch wertvollen Elektroloks

Ungefähr hier auf dem Gelände des Depot Monumentenstrasse des Deutschen Technikmuseums Berlin gammeln zwei historisch wertvolle Zeugen des frühen Elektrolokomotivbaus vor sich hin:

Quelle: Drehscheibe Online
Vorne ist der grösste jemals gebaute Fahrmotor für eine Elektrolokomotive zu sehen. Dieser war einmal in die Schnellzugslokomotive EP 235 der KPEV eingebaut, die auf dem schlesischen Netz in Betrieb war. Man beachte die Dachhaube, welche eigens für die Abdeckung des im Durchmesser 3,6 Meter grossen Fahrmotors notwendig wurde. Mehr Informationen zu dieser Lok gibt es auf Zackenbahn.

KPEV EP 235
Hinter dem Riesenfahrmotor ist die Ruine einer E-Lok zu erkennen. Es handelt sich dabei um die ES 2 der KPEV, welche 1911 in Dienst gestellt wurde und gewissermaßen die zweite elektrische Vollbahnlok im Triebfahrzeugbestand einer deutschen Bahn war.

KPEV ES 2

USA: Zwei ältere Grafiken

.... aber immer noch gut:

Güterverkehr in US: hellrot - Schiene, dunkelrot - Strasse, blau - Mississippi

Kombinierter Verkehr


Freitag, März 01, 2013

"Historischer Güterzug" entgleist

Was tatsächlich entgleist war eine Überfuhr von Zürich-Altstetten via Kloten nach Siegershausen TG, die vom Verein Mikado 1244 als Transportführer im Auftrag der Draisinen Sammlung Frick durchführte.

Im Zug waren folgende Fahrzeuge eingereiht:

Quelle: Blick


Donnerstag, Dezember 27, 2012

HGV Statistik 2012


  • Auch wenn China mit 9300 km am meisten HGV Strecken hat, gibt es in diesem Land pro Kopf am wenigsten HGV und Eisenbahn im Vergleich zu den anderen aufgeführten Ländern. Von den USA sprechen wir hier schon gar nicht, denn die würden gerade mal 2 km pro Mio Einwohner haben, vorausgesetzt, man zählt den Acela Express als HGV obwohl der Zug nur auf ganzen 29 km des Northeast Corridors seine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h fahren kann. Zum Vergleich: Die Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist der SBB ist 45 km lang und kann mit 200 km/h befahren werden. Wenn das als HGV zählt, würden die Schweiz 5,7 km pro Mio Einwohner erreichen. 
  • Spanien ist ein anderer Rekorhalter:
    - Es gibt kein Land mit soviel HGV pro Einwohner
    - Es gibt kein Land mit einem grösseren Anteil an HGV Strecken am gesamten Sreckennetz
  • Frankreich hat immer noch das grösste Eisenbahnstreckennetz pro Kopf, kurz vor Deutschland. 

Artikel und Präsentationen zum Thema HGV


Peking - Guangzhou High Speed Line

Am 26. Dezember wurde der durchgehende Betrieb auf der Strecke Peking - Guangzhou aufgenommen. Guangzhou ist das große Wirtschaftszentrum mit ca. 10 Mio Einwohner auf dem Festland in der Nähe von Hongkong, manchen ist es besser bekannt unter dem Namen Kanton. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist 2300 Kilometer lang, ganze tausend Kilometer länger als die Verbindung Peking - Shanghai.

Streckenplan:


Die Strecke wird mit 300 km/h befahren , was eine Reisezeit von 8 Stunden ergibt gegenüber der früheren Reisezeit von 22 Stunden. Eigentlich wäre die Strecke für eine höhere Geschwindigkeit ausgelegt, die maximal Geschwindigkeit wird aber vermutlich aus Energiespargründen nicht ausgefahren.

Der erste Zug in Richtung Norden erlitt etwas Verspätung weil zeitweise die Geschwindigkeit wegen Schnee auf 180 km/h reduziert werden musste. Schnee hat die Neigung sich an den Zügen anzusetzen, zu vereisen und in Brocken wieder vom Zug abzufallen. Die sich lösenden Eisbrocken können schwere Schäden anrichten wenn sie nach dem Abfallen mit Teilen des Zuges kollidieren.

Es wird berichtet, dass die Verpflegung im Speisewagen mangelhaft gewesen sei und es zum Teil zu sehr langen Wartezeiten gekommen sei, bis das im Mikrowellenofen aufgewärmte Essen hätte in Empfang genommen werden können.

Abstellfeld in Wuhan mit CHR380AL Zügen

Auf den Pressebildern erscheinen vor allem CRH380AL Züge. Das sind 16-teilige HGV Züge, die in China entwickelt wurden. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Kawasaki E2-1000 mit Siemens Velaro Drehgestellen und in China entwickelter Kopfform. In den Jahren 2010 bis 2011 wurden 100 Stück gebaut. die installierte Leistung beträgt 20 MW, die Beschaffungskosten sind 56 Mio $ pro Zug.


Quellen:
NZZ: In acht Stunden von Peking nach Guangzhou
South China Monring Post: Food takes a back seat on high-speed train from Guangzhou to Beijing
South China Monring Post: Live updates: from Guangzhou to Beijing on the new bullet train


Sonntag, Dezember 16, 2012

Die leistungsfähigsten Loks der Welt

In Umgangssprache wären das die Loks mit den meisten PS, nicht etwa am meisten Zugkraft.

Auf vier Achsen ist das sicher die BLS 465 aus der Lok 2000 Serie. 9520 PS
Re465 012-3

Auf sechs Achsen, aber immer noch unter einem ungeteilten Lokkasten waren es für lange Zeit die Re 6/6 der SBB, die heute Re 620 heissen. 10908 PS Re620 055-4

Sie wurden aber geschlagen von den neuen Chinesischen Baureihen, welche über 1,6 MW pro Fahrmotor installiert haben. Es sind dies die Bauarten HXD1B, HXD2B und HXD3B. Jeder Typ hat eine Leistung von 12874 PS (9,6 MW), jeder Auftrag umfasst 500 Lokomotiven.

HXD1B von der Lokomotivfabrik Zhouzhou in Zusammenarbeit mit Siemens


HXD2B von der Lokomotivfabrik Datong in Zusammenarbeit mit Alstom


HXD3B von der Lokomotivfabrik Dalian in Zusammenarbeit mit Bombardier
HXD3B0080 20120429



Bahn News


  • Am Freitag kam es nach schweren Schneefällen in Ligurien zu Problemen im Bahnverkehr. Die Strecken Genua - Milano und Genua - Turin waren zeitweise gesperrt wegen Fahrleitungsstörungen und umgestürzten Bäumen. In Genua Sampierdarena war die Weichenheizung ausgefallen. Die Strecke Genua - La Spezia war unterborchen wegen einer Überschwemmung im  Tunnel bei Biassa. (Il Secolo XIX)
  • Am Sonntag streiken die Eisenbahner in der Toscana.
  • Die EU verlangt das bis 2019 die Infrastruktur klar von der Deutschen Bahn getrennt ist. (focus)
  • Auf der Baustelle des Koralmtunnels wird die TBM auf der steirischen Seite installiert.
    Die Mitarbeiter und Besucher der Tunnelbaustelle werden mit aktiven RFID Tags versehen, welche die Ortung von Personen im Gefahrenfall wesentlich erleichtert. (Wikipedia)
    Die Baubewilligung für einen 19 km langen Streckenabschnitt auf der kärtner Seite wurde vom Verwaltungsgericht aufgehoben weil die Lärmemissionswerte bereits in der Planung nicht eingehalten würden. (Wirtschaftsblatt)
  • Die Arbeiten auf der Strecke Mendrisio - Stabio sind auf Kurs, so dass der kommerzielle Betrieb wie vorgesehen im Dezember 2014 aufgenommen werden sollte.

Mittwoch, Dezember 12, 2012

Bahn News


  • In Lenzburg kommt es zu einer Streifkollision zwischen einem Postzug und einem Stadler FLIRT. Es gibt keine Verletzte, aber die Strecke ist fast den ganzen Mittwoch gesperrt weil sich die Bergung des FLIRT als schwierig erweist.
    Die Unfallursache könnte ev ein Bremsversagen sein. Beide Züge haben Scheibenbremsen, welche unter gewissen Bedingungen (winterliche Verhältnisse, Flugschnee) zu Bremsversagen führen können. Die Containertragwagen sind mit Knorr Aluminiumbremsscheiben ausgerüstet. Sie sind bekannt für ihre schlechte Bremswirkung - hauptsächlich auch wegen Eisbildung im Gestänge und haben auch schon früher zu Unfällen beigetragen wie z.B. 2004 in Dietikon.
  • In Deutschland gibt es Bombenalarm am Bahnhof: zuerst in Köln, dann in Essen. In Köln muss das Video vom McDonald ausgwertet werden weil Gleis 1 keine Viedoüberwachung hat.
  • Bei den Stadlerzügen in Österreich fliegen die Türen weg wenn ein Railjet mit 230 km/h entgegenkommt. Kurier
  • Wegen Schnee und Eis hat die DB die Vmax auf den HGV Strecken auf 200 km/h gesenkt. Dadurch können Schäden an den Fahrzeugen durch herumwirbelnde Eisbrocken reduziert werden. DPA
  • Die rollende Landstrasse Regensburg - Trento über den Brenner fährt wieder, obwohl diese von Ökombi aufgegeben wurde. Der Betrieb wird durch Trenitalia und Lokomotion sichergestellt. wochenblatt
    Man beachte die bunte Kriegsbemahlung der Lokomotion Loks. Diese wird übrigens exklusiv im Bombardier Werk Kassel aufgebracht - auch für die Siemens Loks.

Montag, September 10, 2012

UNESCO World Heritage Railraods

Wer mit der Rhätischen Bahn fährt hört auf der Albula Strecke nach Thusis, das es sich hier um die dritte Bahn des UNESCO Weltkulturerbes handelt. Ich habe mich dann gewundert, welches die anderen zwei Bahnen sind.  Es handelt sich um die Semmering Bahn in Österreich und um drei schmalspurige Gebirgsbahnen in Indien, die zu einem Objekt zusammengefasst wurden, nämlich die Darjeeling Himalayan Railway, die Nilgiri Mountain Railway und die Kalka Shimla Railway.

Die Semmeringbahn ist die älteste Gebirgsbahn der Welt. Sie wurde 1854 in Betrieb genommen und man war damals gar nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, mit einer Eisenbahn die Alpen zu überqueren oder ob vielleicht doch eher eine Atmosphärische Eisenbahn, eine Eisenbahn System Fell oder eine Seilbahn nach System Agudio nötig wäre.

Die Albulabahn ist technisch Spektakulär und die Berninabahn ist der höchste Alpenübergang und erst noch ohne Scheiteltunnel.

Die Darjeeling Himalayan Railway weist nur 60 cm Spurweite auf und überwindet auf 80 km Streckenlänge beinahe zweitausend Meter Höhendifferenz. Die Strecke folgt der Strasse, führt wenige Zentimeter an den Häusern vorbei, weist sechs Spitzkehren und mehrere Kreiskehrschleifen auf. Als die Dampflokomotiven noch fuhren, sassen auf diesen diverses Hilfspersonal das einerseits Kohle zerkleinerte und anderseits von Hand Sand auf die Schienen streute. Ich empfehle im besonderen den BBC Film unten, der die Stimmung der Bahn vortrefflich wiedergibt. Ich bin die Bahn 1996 gefahren, als noch keine Dieselloks auf der Strecke fuhren.


Die Nilgiri Mountain Railway ist bekannt für die von SLM gebauten Dampfloks, welche schon rein visuell ihre Schweizer Erbe nicht leugnen können.

SLM Lokomotive bei der Nilgiri Eisenbahn
Die Khalka Shimla Railway schloss die indische Sommerhauptstadt Shimla an das Eisenbahnnetz an, denn jeden Sommer verlegte die britische Kolonialregierung während den Sommermonaten ihre Regierung nach Shimla. Die Bahn ist vor allem auch bekannt für die Schienenbusse.

Khalka Shimla Schienenbus


Samstag, August 18, 2012

Windschatten fahren mit der Bahn

Bei den Steherrennen ist es üblich, dass der Schrittmacher ein Motorradfahrer ist, der dem Radfahrer Windschatten gibt.

Steherrennen Bielefeld 2011

Weniger bekannt sein dürfte, dass auch einmal ein Zug als Windschattenspender gedient hat. Für eine Werbekampagne der Long Island Railroad im Jahr 1899 wurde extra ein Wagen umgebaut und auf einer zwei Meilen langen Strecke Holzplanken zwischen den Gleisen verlegt. Der Radfahrer war Charles M. Murphy. Sein Ziel war auf einer Fahrt mindestens eine Meile pro Minute zurück zu legen, was im auch gelang.