Sonntag, August 23, 2009

Strassenbahn in Streetview

Interessant: der Google Street View Verfremdungsmechanismus erkennt die Fahrzeugnummer eines Cobras der VBZ, nicht aber diejenige eines Tram 2000.

Schweiz: SBB auf Pluspunktefang im Tessin

Laut NZZ vom Freitag sollen nun die Cisalpino-Züge in Chiasso nun doch wieder im kommerziellen Betrieb halten und nicht nur den technischen Stopp für den Systemwechsel machen. Vielleicht muss die SBB ihr Image im Tessin wieder etwas aufpolieren nachdem sie ja nicht gerade glänzten in den letzten Jahren, weder mit den technischen Störungen der Cisalpino Zügen noch mitder Schliessung der IW Bellinzona.

Freitag, August 21, 2009

Elektrische Meterspurbahn in Indien

Indian Railways betreibt eine einzige Meterspurlinie von Madras nach Villupuram mit elektrischen Lokomotiven für 25 kV 50 Hz. Die 140 km lange Linie wurde 1968 durch ein japanisches Konsortium bestehend aus Hitachi, Mitsubishi und Toshiba elektrifiziert. Die 82 t schweren YAM-1 Lokomotiven sind mit Siliziumgleichrichter und Wellenstrommotoren ausgerüstet. Sie haben eine Leistung von 1,2 MW und erreichen 80 km/h.



Donnerstag, August 20, 2009

Neue Strassenbahnen für Kolkata ?

In der indischen 16-Millionen-Stadt Kolkata verkehren die Strassenbahnen der Calcutta Tramway Company (CTC). Trotz ihres abbruchreifen Aussehens sind sie täglich auf einer der 29 Linien des über 200 km langen Streckennetzes im Einsatz und befördern Fahrgäste in zwei(!) Wagenklassen. Hier ein Beispiel:


Anfangs 2009 tauchte dieses Fahrzeug auf, von welchem 20 Stück bestellt werden sollen.
(World News)


Dienstag, August 18, 2009

Schlafwagenfahrt der besonderen Art

In Warngau, Oberbayern stemmen Partygäste einen schlafenden Betrunkenen samt Sofa in die Oberlandbahn. In Holzkirchen wurde die unerwünschte Fracht wieder ausgeladen. Merkur mit Bildern.

Sonntag, August 16, 2009

Alstom: Prima II für Marokko fertig gestellt

Die Prima II für Marokko scheint fertig zu sein und steht auf einem Gleis beim Alstom Werk Belfort. L'Alsace



Samstag, August 15, 2009

JR Cargo Sprinter



Nicht nur in der Schweiz verkehren elektrische Cargo Sprinter, sondern auch in Japan. Dieser Zug verkehrt seit 2004 zwischen Tokyo und Osaka für einen Paketdienst. Vmax ist 130 km/h. Die Antriebsausrüstung ist auf zwei Wagen an beiden Enden des Zuges verteilt. Somit verfügt die Komposition über acht angetriebene Drehgestelle. Wikipdia

Freitag, August 14, 2009

Cincinnati - die Stadt, die keine Schienen will


Ausgerechnet Cincinnati, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Bundesstaat Ohio, will keine Strassenbahn bauen - das 185 Mio $ Projekt sei zu teuer und in der jetzigen Krisenzeit unangebracht. Wird das Projekt abgelehnt, könnte es sein, dass es auch keine Staatsgelder für das geplante HGV-Netz in Ohio gibt. WHIO

Dienstag, August 11, 2009

Aus der Schweizerischen Eisenbahngeschichte

Ich habe kürzlich das Freilichtspiel Das dritte Gleis besucht, wo ein Stück Eisenbahngeschichte aus dem 19 Jh. erzählt wird, das vielleicht nicht alle auf Anhieb verstanden haben. Dabei geht es um eine der grössten Pleiten in der Schweizerischen Industriegeschichte, an der vor allem auch die öffentliche Hand beteiligt war - die Stadt Winterthur musste noch bis 1954 Schulden der pleite gegangenen Eisenbahngesellschaft bezahlen.

Hier die Geschichte der Schweizerischen Eisenbahnen in mit Fokus auf die Schweizerische Nationalbahn in Kurzfassung:

1845 erreichte die erste Eisenbahn die Schweiz bei Basel. 1847 eröffnete die Nordbahn (Spanischbrötlibahn) die Strecke Zürich-Baden, dann wurde nicht mehr weiter gebaut, weil das Geld ausgegangen war. Mit privater Finanzierung hautpsächlich aus dem Ausland entstanden fünf grosse Bahngesellschaften:
Mit der beginnenden Industriealisierung in der Mitte des 19 Jh. wünschte sich Winterhtur mehr unabhängigkeit von Zürich und dem gestandenen Bürgertum. Es sollte eine Volksbahn, die Schweizerische Nationalbahn (SNB) gebaut werden, die unabhängig von den bestehenden Bahngesellschaften vom Bodensee bis zum Genfersee fährt. Das Geld wurde von den anliegenden Städten und Gemeinden eingezogen. Die Bahn war nach nur vier Monaten Betrieb vom Bodensee bis Zofingen bankrott. Dafür gab es verschiedene Gründe:
  • ungeeignete Streckenführung an den wirtschaftlich starken Zentren vorbei
  • allgemeine Wirtschaftskriese nach dem Gründerkrach
  • Schikane durch die bestehenden Bahngesellschaften, z.B musste die SNB zwischen Winterthur und Effretikon ein drittes Gleis neben die bereits bestehende aber nicht ausgelastete Doppelspur der NOB bauen. => Thema des Freilichtspiels
    (Das Gleis wurde nach Übernahme der SNB durch die NOB wieder abgebaut, hätte aber heute sicherlich einen grossem Nutzen!)
  • Konkurenz durch die anderen Bahne, im besonderen durch die NOB auf der Verbindung Winterthur - Baden.
    Nach dem Eisenbahngesetz von 1872 musste der Güterverkehr zwingend über die kürzeste Verbindung geleitet werden. Die SNB Strecke über Kloten - Seebach - Wettingen war zwar kürzer als die bestehende NOB Verbindung über Zürich, doch die NOB baute noch vor der Eröffnung der SNB die Schipkapasslinie um eine noch kürzere Verbindung zu schaffen. die Strecke war so unmöglich trassiert, dass sie bereits 1936 wieder eingestellt wurde.
Nach dem Nationalbahndebakel und um den Einfluss ausländischer Banken beim Bau der Alpentransversalen einzudämmen sah man ein, dass es vielleicht doch besser wäre, die Bahnen zu verstaatlichen. Mit einem Rückkaufgesetzt wurden die Bahnen in Bundesbesitz gebracht, so dass sie 1902 als SBB den Betrieb weiterführen konnten.


Blogeinträge zum Freilichtspiel "Das dritte Gleis":
siebensachen: Grounding oder das dritte Gleis
Bahnonline.ch: Winterthur im Nationalbahnfieber: «Das dritte Gleis»

Montag, August 10, 2009

Transalpin nur noch ab Zürich ?

Ab 2010 sollen die österreichischen Railjetzüge bis nach Zürich fahren. Deshalb soll auch der Transalpin in Zürich beginnen und enden und nicht mehr in Basel, was den Baslern nicht passt. baz

Samstag, Juli 25, 2009

Neigezgunfall auf der Strecke Zagreb - Split

Am Freitag entgleiste ein Neigezug auf der Fahrt von Zagreb nach Split, wobei 6 Personen ums Leben kamen und 55 Verletzt wurden. Beinahe wäre es zu einer zweiten Katastrophe gekommen, weil ein Bahndienstfahrzeug an der gleichen Stelle ebenfalls entgleiste und mit übersetzter Geschwindigkeit an der Unfallstelle vorbeiraste, wo die Bergungsarbeiten im Gange waren.



Der mit vielen Rucksacktouristen besetzte Neigezug entgleiste bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h. Als mögliche Unfallursachen werden vermutet:
  • Gleisverwerfung durch die hohen Temperaturen
  • Schlecht unterhaltenem Oberbau
  • Bremsversagen, z.B. durch kurz zuvor ausgebrachtes Unkrautvertilgermittel, das den Reibwert der Schiene unbeabsichtigt heruntersetzt.
    (Dies würde auch begründen, weshalb das nachfolgende Bahndienstfahrzeug ebenfalls mit übersetzter Geschwindigkeit die Unfallstelle passierte.)

Kroatien kaufte 2005 für 34 Mio EUR bei Bombardier 8 Neigezüge, die auf der deutschen Baureihe 612 RegioSwinger basieren. Ausgerechnet der aus Split stammende und vorallem im Zusammenhang mit den ICE-Radsatzwellenbrüchen bekannt gewordene Radsatzspezialist Vatroslav Grubisic warnte vor dem Kauf der Züge, weil sie für den Einsatz in Kroatien ungeeignet wären. Die Neigezüge sind bereits mehrmals entgleist, so dass sich die Frage stellt, ob die Strecke überhaupt geeignet ist, für den Verkehr von Neigezügen.

Täglich verkehren drei Zugpaare zwischen Zagreb und Split, welche die Strecke in weniger als sechs Stunden zurücklegen. Die Strecke war auch schon während 3 Monaten für Unterhaltsarbeiten gesperrt.

Jutarnji
20Minuten
NZZ

Dienstag, Juli 21, 2009

News

  • Der erste Cisalpino II (ETR 610) ist vier Minuten zu früh am Ziel angekommen. (20minuten)

  • Bei Strassenbahn San Francisco (MTA, Muni) gibt es Verletzte nach einer Auffahrkollision. Offenbar hat der Wagenfüher des hinteren Zuges den automatischen Fahrbetrieb vor der Einfahrt in die Station ausgeschaltet, damit er zügiger in die Station einfahren kann und somit den Fahrplan besser einhalten kann. Diese Praxis ist offenbar seit Jahren gang und gäbe. Der Fahrer gibt nun gegenüber den Untersuchungsbehörden an, er hätte vor der Einfahrt ein Blackout gehabt. Der Automatische Fahrbetrieb zwischen Embarcadero und Westportal war lange für seine Unzuverlässigkeit bekannt. Die Fahrzeuge stammen von Ansaldo-Breda. (Local wire)



  • Wegen Wartungsmängel steht die halbe Berliner-S-Bahn still. Das Chaos ist kleiner als erwartet, wahrscheinlich wegen der Ferienzeit. Focus

  • Das Desing der Zeitungsboxen in der Zürcher-S-Bahn muss geändert werden wegen Brandgefahr. Erstaunlich, wie lange das geht, bis jemand das merkt! (Tagi)

Dienstag, Juli 14, 2009

Die Eisstrassenbahnen in Sankt Petersburg

Von 1895 bis 1910 wurden jedes Jahr im Winter auf der zugefrohrenen Newa bis zu vier Strassenbahnlinien eingerichtet, die anstelle von Fährverbindungen von Dezember bis März die beiden Flussufer verbanden. Auf dem Festland verkehrten erst ab 1907 lektrische Strassenbahnen, da zuvor die Pferdestrassenbahnen das Monopol zur Nutzung der Gleisanlagen in den Strassen hatten.



Mehr Bilder von der Eisstrassenbahn gibt es hier.

Die Eisstrassenbahnen verkehrten auf den folgenden Linien:

Eisstrassenbahnen in Sankt Petersburg

Neuer Cisalpino noch diesen Monat ?

Die neuen Cisalpino sollen noch diesen Monat fahren. Vorerst sollen drei ETR 610 auf der Strecke Genf-Mailand verkehren. Alstom muss ca. 90 Mio CHF Konventionalstrafe und 15 Mio CHF Mehraufwändungen bezahlen. Nachrichten

Sonntag, Juli 12, 2009

Guidovia di Genova



Diese eigenartige Bahn hat Ähnlichkeiten mit den gummibereiften Zügen der Pariser Metro und den spurgeführten Bussen. Sie führte von Genua zum Santuario di Madonna della Guardia und war von 1929 bis 1967 in Betrieb. Die Fahrbahn der 10,5 km langen Strecke bestand aus zwei 25 cm breiten Betonstreifen, auf welchen Fahrzeuge mit Gummireifen verkehrten. Die Spurführung erfolgte durch Stahlspurkränze an der Innenseite der Reifen, welche in Führungsschienen auf der Innenseite der Betonstreifen eingriffen. Die Bahn überwand ähnlich einer Zahnradbahn Steigungen bis 16 %.

Die Züge bestanden aus einem benzinbetriebenen 2-achsigen Triebwagen mit bis zu zwei Anhängern. Die Höchstgeschwindigkeit war auf 15 km/h beschränkt, so dass für die ganze Strecke ca. 45 Minuten benötigt wurden.

In den sechziger Jahren wurde der Betrieb nach Eröffnung einer Autobuslinie eingestellt. Das Trasse ist weitgehend erhalten und wird teils als Strasse, teils als Wander- und Fahrradweg weiter genutzt. Percorso Verde ex Guidovia

Funivie.org
Wikipedia
Val Polcevera
Famabu


Talgo 300 RD

Der spanische Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen plant den Bau eines Versuchszug Talgo 300 RD mit spurweitenverstellbaren Drehgestellen, der eine Geschwindigkeit von 300 km/h erreichen soll. Er wird die Bezeichnung S-130.5 tragen und soll über 12 Zwischenwagen und eine Leistung von 7 MW verfügen. Die Züge sind für den Einsatz von Madrid nach Asturien vorgesehen, wo sie einserseits Hochgeschwindigkeitsstrecken in UIC-Spurweite, anderseits den sich im Bau befindlichen Pajares-Basistunnel auf Breitspurgleisen befahren werden. via libre

Samstag, Juli 11, 2009

News

  • Die ÖBB will Railjet in Zukunft nur noch mit einem Zugbegleiter fahren lassen. Kurier

  • Das von KLM und NS Highspeed betriebene holländische HGV Netz wird Fyra heissen. Die Ansaldo-Breda-Züge werden frühestens Mitte 2010 verkehren. Bis dahin fahren Schnellzüge, die mit bei ATC gemieteten Güterzuglok der BR 186 bespannt werden. DMM

  • Bei GE sind die ersten beiden Class 70 Diesellokomotven für den europäischen Markt fertiggestestellt worden. Sie werden unter dem Name PowerHaul verkauft und sollen die Euro Norm IIIa erfüllen. Die ersten 30 Stück gehen an Frightliner in Grossbritanien. IRJ

    Die Lokomotiven sind mit Drehstromübertragung ausgerüstet und für den Einbau von ETCS Level 2 vorbereitet.


    Eine der ersten beiden Lokomotiven noch in der Grundierung im GE Werk Erie. Im Gegensatz zur abgebildeten Version für UK mit langem Vorbau werden die Versionen für das europäische Festland mit geschossenem kasten ausgeliefert.

  • Die italienische NTV baut für ihre 25 AGV Züge bei Nola in der Nähe von Neapel ein Depot. IRJ

  • Volkswagen betreibt seit 2007 ein Werk im russischen Kaluga, wo VW Octavia, Passat und Jetta montiert - in Zukunft kommen auch noch Caddy und Transporter dazu. Die Autoteile werden aus Tschechien, Polen und Deutschland ausschliesslich per Bahn herangeschafft. Die Infrastruktur wird so ausgebaut, dass Containerzüge mit bis zu 80 Wagen empfangen werden können. RZD

Drehstromlok in den Anfängen

Ich habe bei Drehscheibe diese Foto von Michael Hafenrichter gefunden:



Es zeigt die blaue DE 2500, eine der drei von Henschel und BBC gebauten Versuchslokomotiven, in Neckarelz. Die Anfangs der 70er Jahre gebauten DE 2500 waren die ersten Diesellokomotiven mit Drehstromübertragung - damals noch in Thyristortechnik. Sie wurden von der Deutschen Bahn nie übernommen und verblieben somit ständig im Besitz der Industrie.

btw: Die erste Elektrolokomotive mit Drehstromkraftübertragung und GTOs war ein 1973 aus einem Seetalbahn-Gepäcktriebwagen umgebauter Versuchsträger der damaligen BBC.

Freitag, Juli 10, 2009

Lokomotivfabrik Luhansk vor dem Ende?

Es geht wieder das Gerücht um, dass die Lokomotivefabrik Luhansk vor dem Ende sein könnte. Die Fabrik gehört zu 76% zur russischen Transmasholding, wobei unklar ist, ob der Kaufpreis jemals bezahlt wurde. Mit den schwindenden Umsätzen der Wirtschaftskriese und den ausbleibenden Bestellungen der RZD könnte eine der grössten Diesellokfabriken der Welt von der Bildfläche verschwinden. Aus Lugansk stammen die meisten Dieselloks der GUS-Staaten, die Taigatrommeln und die Ludmillas. Das Werk beschäftigte 9'000 Mitarbeiter und fertigte Zeitweise 2'400 Lokomotiven pro Jahr! forua Kiyv Post

Donnerstag, Juli 09, 2009

Liberalisierung des Reisezugverkehrs in Europa

Ab 2010 dürfen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) in Europa auch internationale Reisezugsleistungen im freien Netzzugang anbieten. Voraussetzung ist, dass die EVUs alle notwendigen Bedingungen bezüglich Personal, Ausbildung, Fahrzeuge, Wartung, Versicherung etc. erfüllen um das Sicherheitszertifikat des jeweiligen Netzes zu erhalten.

Das System ist seit einigen Jahren mit Erfolg beim Güterverkehr umgesetzt und wird nun auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Vorerst müssen aber nur internationale Leistungen liberalisiert werden, Leistungen im reinen Binnenverkehr müssen erst 2017 liberalisiert werden.

Auf die neu entstehenden Angebote darf man gespannt sein:

  • DB und ÖBB bieten in Zusammenarbeit mit Ferrovie Nord Milano (Halter des Sicherheitszertifikates) Züge auf der Brennerstrecke an. DMM

  • In Österreich fährt die Westbahn ab 2011 mit Stadler Rollmaterial auf der Strecke Wien - Salzburg. Aufsichtsratsvorsitzender ist Benedikt Weibel, der alte SBB Chef. SF DRS

  • KLM-Airfrance wollen Veolia Hochgeschwindikgeitsverkehr von und nach Frankreich anbieten. Interessant wird die Wahl der einzusetzenden Fahrzeuge. Handelsblatt

  • Die Deutsche Bahn will ICE Verbindungen durch den Kanaltunnel nach London anbieten. n24

  • NVM will in Italien Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit AGV Zügen anbieten.

Cisalpino mit zu hohen Gleiskräften ?

Laut einem Bericht von 20 Minuten leiden die neuen Cisalpino Züge unter zu hohen Gleiskräfte am Gotthard.

Unter Gleiskräften werden diejenigen Kräfte verstanden, die ein Fahrzeug auf das Gleis ausübt. Sie werden meistens mit Radsätzen gemessen, die mit Dehnmesstreifen versehen sind. Fahrzeuge mit zu hohen Gleiskräften beanspruchen das Gleis übermässig und erfordern höheren Unterhaltsaufwand für die Infrastruktur. Bahnen mit kurvenreichen Strecken sind besonders stark betroffen wenn die Gleiskräfte nicht eingehalten werden. Dies führte zum Beispiel dazu, dass die Österreichische Bundesbahn die deutschen BR 152 auf ihrem Streckennetz nicht zuliess und die Deutsche Bahn gezwungen war eigene Taurus-Lokomotiven als BR 182 zu beschaffen.

Donnerstag, Juli 02, 2009

Unfall Viareggio

Viareggio ist als Badeort am Mittelmeer bekannt:


Ausgerechnet im Bahnhof dieses Badeortes entgleiste in der Nacht auf Dienstag ein Flüssiggaszug. Bei der Einfahrt in den Bahnhof mit 90 km/h entgleiste der erste der 14 Wagen, der Tank schlug Leck, die Ladung strömt aus und explodierte. Ein Großbrand bricht aus, der zwei Gebäude stark beschädigt und zum Einstürzen bringt. Das Unglück hat bis jetzt 18 Tote und 26 Schwerverletzte gefordert. Erstaunlich schnell verbreiten die Medien, dass eine gebrochene Achse und Wartungsmängel zum Unfall geführt hätten. Bewiesen ist zur Zeit noch nichts, doch ist ein Foto einer gebrochenen Achse mit dem Datum vom 30.6.2009 im Umlauf.




Die Angaben zum Zug sind widersprüchlich. Sicher ist, dass der Zug im norditalienischen Trecate gestartet ist mit dem Ziel Gricignano di Aversa bei Neapel. Transportführer und technisch Verantwortlicher für den Transport ist Trenitalia, die dem Zug eine E 655 vorgespannt hatte. Der Zug war etwa 1'100 t schwer und war mit 650 t Gas beladen.

Die Wagen dürften ungefähr diesem Typ entsprochen haben. Sie gehören dem weltweit grössten Kesselwagenvermieter GATX. Diese Firma besitzt etwa 130'000 Wagen, davon 21'000 in Europa. Ende der 90er Jahre kaufte das Unternehmen mit Sitz in Chicago die europäische Vermietergesellschaften KVG (Kesselwagen Vermietgesellschaft, Hamburg und Wien) und Dec (DEC Sp. z o.o., Dyrekcja Eksploatacji Cystern, ehemalige staatliche polnische Verwaltung für den Betrieb von Zisternenwagen), welche auch den Unterhalt der Wagen ausführt.

Die Ladung gehörte der Raffinerie Saprom, die zu 74% Esso und zu 26% Erg gehört.

Nachtrag 3.7.2009
Bei der Bernerzeitung sind Zementwagen "rollende Bomben". (Rasmus' Gedanken)
Der Unfall in Viareggio ist zwar tragisch und spektakulär, aber in Italien sterben jeden Tag 15 Personen im Strassenverkehr, von denen keiner spricht. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass das Leben sicherer würde, wenn statt diesem Zug 65 Sattelzüge mit Flüssiggasauflieger auf der Strasse unterwegs wären.

Montag, Juni 29, 2009

Madrid: Cercania Station Sol ist fertig !

Endlich, endlich, die Cercania Station an der Puerta del Sol ist fertig. Die Züge fahren zwar schon seit einem Jahr durch den Tunnel (siehe hier), aber die Station war nicht fertig. Hoffentlich verschwindet nun auch die Baustelle auf dem Platz möglichst schnell.




Sonntag, Juni 28, 2009

Dampfkran noch im Einsatz ?

Viele kennen die Eisenbahnmodelle von Dampfkranen, wie z.B. dieses hier von Fleischmann:



Die Vorbilder dürften in Europa kaum mehr im Einsatz sein, sind aber in Indien immer noch aktiv. Dieser Kran wurde im Januar 2009 in Kollam (Kerala) fotographiert. Man beachte den heruntergeklappten Schornstein.




Donnerstag, Juni 25, 2009

Bahnübergänge



Ein beinahe Crash und ein verlorener Turnschuh.



Diesem LKW in einem Vorort von Buenos Aires, Argentinien hat es am 4. Dez. 2008 nicht mehr gereicht. Die auf dem Gleis verstreute Ladung Fernet Branca wurde eine Beute der Nachbarschaft. clarin.com

Indian Railway in der Welt der Stack Trains



Im Internet habe ich bei IRFCA diese Fotos eines doppelstöckigen Container Zuges gefunden, der Gerade in der Rbf von Amedhabad einfährt. Seit März 2006 verkehrt der Zug auf der 840 km langen Strecke zwischen Jaipur und dem Hafen Pipavav an der Arabischen See. Die Container werden auf normale Tragwagen verladen.



Route des ersten doppelstöckigen Containerzuges in Indien

Für die Zukunft ist geplant spezielle Güterzugstrecken zu bauen, wo doppelstöckige Container Züge mit elektrischen Lokomotiven befördert werden können. Die Züge sind 7 m hoch und werden eine Achslast von 32,5 t haben. Stone India hat unter dem Namen Omniversal Intelipanto einen Spezialpantographen entwickelt, der auf normalen Lokomotiven aufgebaut die Fahrleitung in 7,5 m Höhe erreichen kann.

Omniversal Intelipanto von Stone India


Unfall Metro Washington

Bei der Metro Washington ist am 22. Juni zu einer Auffahrkollision gekommen. Der Unfall ereignete sich auf der Roten Linie nördlich der Fort Totten Station während dem abendlichen Berufsverkehr (Google Maps). Beim Unfall wurden mehrere Personen verletzt und getötet.

Der Unfall düfte primär darauf zurückzuführen sein, dass die Gleisfreimeldeanlage nicht richtig funktioniert hat und den vor der Stationseinfahrt stehenden Zug nicht erkannte. Zum Zeitpunkt des Unfall verkehrten die Züge im automatischen Betrieb, wobei dem Wagenführer nur noch eine Überwachungsfunktion hat und bis auf die Türschliessung das Fahrzeug nicht mehr selbst bedient.

Die Wagenführerin des Unfallzuges war eine umgeschulte Busfahrerin, die erst seit drei Monaten Metro Züge führte. Sie betätigte die Notbremse ca. 120 m vor dem Aufprall, konnte die Kollision aber nicht mehr vermeiden. Bei der Unfallunntersuchung wurde festgestellt, dass die
routinemässige Prüfung der Bremse bereits vor zwei Monaten hätte erfolgen müssen.

Der Zug stammte aus der 1000er Serie, welche in den 70er Jahren durch die Firma Rohr gebaut wurden. Sie entsprechen bezügliche passiver Sicherheit nicht mehr dem heutingen Standart weil sie über keinen Aufkletterschutz verfügen. Das führt dazu dass bei einem Unfall die daran beteiligten Wagen sich übereinanderschieben können. Bei diesem Vorgang wird am höherliegenden Fahrzeug der Wagenboden aufgeschlitzt, so dass die Passagiere nach unten herausfallen und sehr schwere verletzt werden.



Bei der Metro Washington ist es schon zu mehreren Unfällen gekommen:

1982: Entgleisung wegen fehlerhafter Weiche eines Spurwechsels.

1996: Während einem Blizzard versagt das automatische Bremssystem während der Einfahrt in die Endstation Shady Grove. Der Wagenführer kann nicht händisch in das System eingreifen, so dass der Zug auf eine leere stehende Komposition auffährt.

2004: Ein nicht im Einsatz stehender Zug rollt rückwärts in eine Station und stösst dort mit einem regulären Zug zusammen. Der Fahrer des rückwärtsrollenden Zuges hatte wahrscheinlich geschlafen und die Fahrzeuge verfügten über keinen Rückrollschutz.

2006: Bei drei voneinander unabhängigen Unfällen werden Gleisarbeiter von fahrenden Zügen getötet. Die Geschwindigkeit wird in der Nähe von Streckengängern auf 30 km/h reduziert.

2007: Mehrere Züge der von CAF gelieferten 5000er Serie entgleist. Es wird vermutet, dass die Rad-Schiene-Kräfte ausserhalb der Toleranz sein könnten.

Dienstag, Juni 23, 2009

Umsteigen an den Grenzen

Nicht nur im Italienverkehr muss man an den Grenzen wieder umsteigen, sondern auch beim Verkehr mit Deutschland: der DB fehlen schweiztaugliche ICE Züge, so dass viele Verbindungen mit Zürich erst in Basel SBB Beginnen oder Enden. Das ganze wird als technische Störung deklariert, obwohl hier nichts technisch defekt ist.


Meine letzte ICE Reise hatte demzufolge keine besonders hohe Qualität, zumal das Umsteigen in Basel betrieblich schlecht gehandabt wird:

In Zürich stand der Zug verkehrt rum (1. Klasse an der Zugspitze) und absolut kein Hinweis auf den Anzeigetafeln, was das los ist. Kaum ausgefahren kommt die Durchsage, dass der Zug wegen einer technischen Störung nur bis Basel verkehren würde und Reisende nach Berlin bitte den Zug bla bla benutzen sollen. Ich frage mich, ob der von mir gebuchte Zug in Richtung Frankfurt ausfällt und ich gleich auch noch dem in Freiburg zusteigenden Kollegen auf die Betriebsstörung aufmerksam machen muss. Ich finde heraus, dass keine Betriebsstörung vorhanden ist, sondern nur der Zug in Basel gewechselt werden muss.

Schön, dass das Personal uns frühzeitig über eine betriebliche Unregelmässigkeit informiert, aber dann bitte auch so, dass der Inhalt passt. Ich hätte gerne gewusst, dass die fahrplanmässige Verbindung bestehen bleibt und ich somit nur das Fahrzeug wechseln muss. Meine Sorgen, dass ich mit der letzten Verbindung des Tages mein Ziel nicht erreichen würde, waren also vergebens. In Basel steht dann der Anschluss ICE auch am gleichen Bahnsteig bereit.

Die Freude über angenehmes Umsteigen war von kurzer Dauer, denn der nur-deutschlandtaugliche ICE stand in Basel wieder richtig rum, so wieder 400 m die Zugspitze laufen konnte. Bewegung ist zwar gesund, aber so ein richtiges Vorwärtskommen war doch nicht, weil mir erstens alle 2.-Klass-Passagiere entgegenkommen, zweitens der aus Zürich gekommene Zug für eine in Basel gebrochene ICE Verbindung nach Interlaken eingesetzt wird und sich somit zusätzliche Leute auf dem Perron befinden und drittens ist das Perron im Bahnhof Basel im Bereich der Aufänge zur Passerelle so schmal, dass man kaum durchkommt. Die Leute stauen sich dort regelrecht, zumal der Durchgang auf einer Seite noch durch einen Rollstuhl blockiert wird. Obwohl genügend Zeit war, haben sich einige Reisende schon stark gestresst gefühlt.


Auf der Rückreise in die Schweiz wieder das gleiche. Bereits beim Einsteigen werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wegen einer technischen Störung der Zug nur bis Basel verkehren würde. Ich denke schon, dass ich die Situation kennen würde, aber es kommt anders. In Basel steht kein ICE bereit, sondern ein Einsatzzug Zug mit Swiss-Express Re 4/4 II und EW II Wagen. Die von mir erhoffte Verpflegung aus Speisewagen oder Minibar fällt flach, dafür kann ich den Reisekomfort der 70er Jahre geniessen, der allerdings unter den heute üblichen hohen Geschwindigkeiten und dem damit verbundenen Lärm etwas leidet.

Wieder kommt eine Durchsage kaum haben wir den Bahnhof verlassen. Sie geht vöölig unter weil sie das Ächzen der Personenübergänge bei der rumplingen Fahrt über die Weichen der Ausfahrt nicht übertönen mag. An dere Länge vermute ich etwas weiteres ungewöhnliches, ausserdem meinte ich das Wort "Frick" herausgehört zu haben. Meine Vermutung bestätigt sich, dass der Zug nicht durch den Hauenstein, sondern über Frick - Brugg - Baden verkehrt und somit etwas später in Zürich ankommen könnte. Nach meiner Voraussehung kommt der Zug genau so spät an, dass ich meine Verbindung ins Wehntal entweder verpasse und eine Stunde warten kann oder ohne Billett in der S-Bahn sitze. Ich entschliesse mich, ein Billett in meinem pseudo-ICE zu kaufen und bezahle dafür den in dieser Situation völlig ungerechtfertigte 5-CHF-Zuschlag, der schon bald auf 10-CHF erhöht werden soll. Danke liebe Eisenbahn, dass ich auch noch drauf Zahle, wenn du einen Fehler machst.

Wider erwarten erreicht der Ersatz-ICE pünktlich sein Ziel und ich muss mich nicht einmal auf die S-Bahn beeilen, denn diese hat glücklicherweise gerade noch etwas Nachwehen von der Fahrleitungsstöhrung im Bahnhof Schwerzenbach.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Mitlwereile sind wir soweit, dass aus Managementfehlen technische Störungen werden.

Montag, Juni 22, 2009

Aérotrain


Aérotrain I80 vor dem Hangar auf der Wartungsplattform in Chevilly. In der Nähe der Werkstatt war ein kurzes Stück der Führungsschiene versenkbar ausgeführt, so dass das Fahrzeug die Strecke ohne Führung verlassen konnte. Am Fahrzeug angebrachten Lenkrädern erlaubten das Manövrieren auch ohne Führungsschienen.

In den sechziger Jahren entwickelte Frankreich eine Luftkissenbahn, die bis 430 km/h schnell fahren konnte. Für die Versuche wurden zwei Teststrecken gebaut.

Es bestanden Pläne für die Strecken Paris - Orléans, Paris - Lyon und Brüssel Genf. Die Projekte wurden zugunsten des TGV eingestellt. Einerseits wünschte sich die SNCF Züge in Rad-Schiene-Technik, damit sicha uch konventionelle Bahnstrecken befahren werden können, anderseits war der Aérotrain sehr laut und der Strahlantrieb konsumierte viel Treibstoff. 1977 fand die letzte Fahrt auf der Versuchsstrecke statt.

Der oben abgebildete I80 Zug wurde später auf Strahlantrieb umgebaut.






Aérotrain - die Versuchsstrecken in der Nähe von Paris

Sonntag, Juni 21, 2009

Elektrische Güterzüge für Amerika ?

Fahren schon bald wieder Güterzüge mit Elektroloks in Amerika? Eine Idee, die vor einigen Jahren als absolut Absurd abgetan worden wäre, scheint plötzlich wieder realitätsnah zu sein. (The Transport Politic)

Norfolk Southern überlegt sich die Elektrfizierung von Strecken, die auch im Reisezugsverkehr genutzt werden können.

BNSF denkt an die Verwendung von Lokomotiven, die sowohl mit Energie aus der Fahrleitung, wie auch von Dieselmotoren fahren können. Diese Dual Power Lokomotiven könnten Güterzüge auf elektrifizierten Strecken schneller beschleunigen und würden somit helfen, die Streckenkapazität zu erhöhen.

Während GE noch nicht weiss, ob sie mit der Entwiclung einer Dual Power Lokomotive beginnen soll, arbeitet Bombardier bereits daran. Die ALP-45 DP sind zwar für den Nahverkehr in New York und Montreal bestimmt, könnten aber sicher auch als Güterzuglokomotiven genutzt werden.

Bereits Ende der 50er Jahre gab es Dual Power Lokomotiven. Die FL9A Lokomotiven waren bei einigen Bahnen im Grossraum New York im Einsatz. Im verlängerten Kasten einer FL9 von EMD wurde die zusätzlich benötigte Ausrüstung für den Betrieb ab 650 V Stromschiene mitgeführt. Von den 60 Lokomotiven standen einige bis 2005 im Einsatz. Mit der damaligen Technik wurden die Lokomotiven sehr schwer und teuer im Unterhalt. Mehrere Umbauprogramme versuchten diese Lokomotiven zu verbessern, scheiterten aber letztendlich weil damals die dazu notwendige Technik noch nicht verfügbar war.

FL9AC von Metro North. Diese Lokomotiven wurden 1991
von ABB aus FL9 Lokomotiven umgebaut.



Hauptstromschema der FL9AC, die in den 90er Jahren
mt Stromrichter und Drehstrommotoren ausgerüstet wurden.


Samstag, Juni 20, 2009

Magnetschwebebahn

  • Die NZZ verbreitet das Projekt einer Magnetschwebebahn von Zürich nach Bern als News, obwohl es bereits seit 2006 besteht. Unter dem Namen Swiss Rapid Express soll die Bahn in 20 Minuten die beiden Städte verbinden. Die Linie könnte mit privater Finanzierung für knapp 10 Mia CHF gebaut werden. (NZZ, Projektbeschreibung)

  • Die amerikanische Firma Magplane arbeitet mit Harbn Electric zusammen an einer Magnetschwebebahn für den Kohlentransport. Wenn die Erporbung des Systems erfolgreich ist, soll eine 30 km lange Strecke gebaut werden, welche die Kohle zum Verladebahnhof bringt. (Wired)

    Es dürte sich wahrscheinlich um das Pipeline System von Magplane handeln. Die zylinderförmigen Wagen verkehren in geschlossenen Röhren und werden von Permanentmagneten getragen. Die Technologie ist hier beschrieben.

  • Magplane arbeitet auch an einem Projekt für den Nahverkehr in Chengdu. Ob es sich dabei um diese Fahrzeuge handelt, ist unklar.

  • In China soll der erste lokalentwickelte Magnetschwebezug bald sehrienreif sein. Der Testzug soll eine Vmax von 120 km/h erreichen können und soll als Nahverkehrsmittel eingesetzt werden. Sein Vorteil sei, dass er bereits nach wenigen Metern kaum mehr zu hören sei. German.China.org.cn

  • In Japan soll nächstes Jahr mit dem Bau der Chuo-Shinkansen von Tokio über Nagoia nach Osaka begonnen werden. Vorerst wird für 53 Mia USD der Abschnitt Tokio - Nagoya gebaut, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist. Obwohl zur Zeit noch 3 verschiedenen Streckenführungen diskutiert werden, beginnen bereits die Aktien von möglicherweise daran beteiligten Baufirmen zu steigen. Bei Yamanashi ist bereits eine Teststrecke gebaut, die später in die kommerzielle Strecke integriert werden soll. Gegner der Magnetschwebebahn haben Zweifel an der vorausgesagten Rentabilität des Projektes und warnen sowohl vor der Umweltzerstörung wie auch vor den Schäden, welche durch die elektromagnetischen Felder der Bahn hervorgerufen werden könnten.




    Eine der vorgeschlagenen Streckenführungen der Chou Shinkansen Magnetschwebebahn. Es soll eine von der bestehenden Shinkansen-Strecke in Rad-Schiene-Technik unterschiedliche Streckenführung gewählt werden, so dass bei Ereignissfällen wie z.B. Erdbeben, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wenigstens noch eine Strecke betriebsfähig bleibt.


    Bilder von der Testrecke bei Yamanashi und Erklärung der Technik


    View Larger Map - Teststrecke bei Yamanashi

Donnerstag, Juni 18, 2009

Der längste Bahnübergang ...

... war in Japan, ganze 130 m lang, aber nur für Fussgänger. Er befand sich in der Nähe von Tokio, wurde soeben aufgehoben. Mainichi Daily News


Größere Kartenansicht


Cargosprinter RTS

Bereits hier habe ich von der Wiederauferstehung der Cargosprinter geschrieben. nun ist eine zweite Komposition für RTS unterwegs, die in Chur Wechselpritschen von der Calanda Brauerei abholt.


Foto: Georg Trüb, Railpictures.net

Dienstag, Juni 16, 2009

Teildurschlag im Gotthardbasistunnel

Heute wurde die Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen. Der letzte Durchschlag erfolgt ca. 2011, ab Ende 2017 sollen die Züge fahren.

Sonntag, Juni 14, 2009

Bahnverbindungen nach Skandinavien

Der Blog Rasmus' Gedanken hat richtig herausgefunden, dass das öV Angebot in Gedser, Dänemark nicht gerade berauschend ist. Es fährt gerade mal ein Zug pro Tag, wobei am Sonntag eine andere Abfahrtszeit gilt.



Dass diese heute nicht mehr benötigte verwarloste Strecke einmal die schnellste Verbindung zwischen Kopenhagen und Berlin war, glaubt man heute kaum noch. Dies hat mich bewogen, etwas über die für den Schienenverkehr nutzbaren Verbindungen in der Ostsee zu sinieren, deren Geschichte eng mit der Teilung Deutschlands verbunden ist. Ich habe dazu mal eine Karte erstellt:


Die Karte zeigt die für überregionale Verbindngen genutzten Eisenbahnstrecken sowie die Fährlinien.

Die älteste Eisenbahnfähre nach Dänemark war die Verbindung Warnemünde - Gedser. Sie wurde ab 1886 für die Züge Kopenhagen - Berlin genutzt. Nach der Teilung Deutschlands war die Verbindung für Westdeutschland nicht mehr nutzbar, so dass einen neue Verbindung über Fehmarn und Lolland eingerichtet wurde, wo ab 1953 die Fähren zwischen Grossenbrode und Gedser verkehrten. 1963 wurde die Vogelfluglinie mit der Fehmarnsundbrücke und der Fährverbindung Puttgarden - Rødby in Betrieb genommen, so dass die Fähren von Westdeutschland nach Gedser wieder eingestellt wurden.


Die 1963 eröffnete Fehmarnsundbrücke (Wikipedia)

Eine 218 übernimmt Wagen aus Rødby (1984, Inselbahnen)

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands nahm der Verkehr nach Skandinavien stark zu. Um mehr Platz für LKWs und PKWs zu schaffen werden seit 1995 keine Bahnfahrzeuge mehr zwischen Warnemünde und Gedser befördert. Das Fährterminal wurde auf deutscher Seite an eine verkehrsgünstigere Stelle im Hafen Rostock verlegt.


Letzte Fahrt eines Reisezuges über Warnemünde - Gedser: VT 18.16 als Sonderzug Stolteraa im September 1995. Diese Prestigezüge für den internationalen Verkehr wurden in den sechziger Jahren als Konkurrenz zu den Westdeutschen TEE Zügen gebaut. Sie erreichten mit 2000 PS eine Vmax von 160 km/h und wurden auf der Verbindung Berlin - Kopenhagen zwischen 1964 und Ende der siebziger Jahre unter dem Namen Neptun eingesetzt.


1997 wurde die Grosse Belt Querung eröffnet, welche die Vogelfluglinie im Fernverkehr ersetzt. Regionale Verbindungen werden aber weiterhin zwischen Fehmarn und Lolland angeboten.

Grosse Belt Querung
Die Grosse Belt Querung besteht aus der Westbrücke, einer künstlichen Insel, der Ostbrücke und einem Eisenbahntunnel. Die Eisenbahn konnte nicht über die Hängebrücke geführt werden, weil man befürchtete, dass die fahrenden Züge die Brücke mit 1,6 km Spannweite zu Schwingungen anregen könnten.


Grosse Belt Querung
Die Grosse Belt Querung aus der Luft, Blickrichtung Westen. Im Vordergund ist die Strassenbrücke zu sehen. Die Pfeiler haben die Höhe des Eifelturms und stehen in 29 m tiefem Wasser. Im Hintergrund ist die künstliche Insel und die Westbrücke zu sehen.

Seit 2000 ist die feste Schienenverbindung nach Skandinavien Realität. Die Fernzüge im Personen- und Güterverkehr benutzen die Strecke über Jütland - Grosse Belt Querung - Kopenhagen - Öresundbrücke. Dadurch wurde auch der Eisenbahnfährbetrieb zwischen Helsingør und Helsingborg überflüssig.

2007 wird der Bau der Fehmarnbelt-Brücke beschlossen, die ca. 2018 eröffnet werden soll. Diese Brücke macht dänische Strecke Nykøbing Falster - Gedser überflüssig, so dass der einzige noch auf dieser Strecke verkehrende Zug 2010 eingestellt wird. Die Strecke hätte höchsten noch einen Nutzen gehabt, wenn eine feste Querung Rostock - Gedser gebaut worden wäre. Diese Verbindung wäre allerdings wegen ihrer Länge sehr teuer geworden, so dass sie parallel zur Fehmarnbelt-Brücke kaum realisiert wird.


Neben den oben genannten Verbindungen über Dänemark nach Schweden gibt es auch die direkte Verbindung Deutschland - Schweden mit der Königslinie. Sie wird auch heute noch vom privat Betriebenen Schlafwagenzug Berlin - Malmö genutzt. Die Fähre verbindet Rügen mit Trelleborg. Auf Rügen wurde das Fährterminal 1998 von Mukran nach Sassnitz verlegt. Von dort aus Starten auch Fähren für den Güterverkehr nach Litauen und der russischen Exklave Kalingrad.

Weitere Güterverkehrsverbindungen nach Schweden werden zwischen Rostock und Trelleborg, sowie zwischen Schinemünde und Ystad angeboten. Letztere wird durch die polnische Staatsbahn PKP betrieben.

FS Mecklenburg-Vorpommern
Das Fährschiff Mecklenburg-Vorpommern wird von Scandlines auf der Verbindung Rostock-Trelleborg eingesetzt. Es ist eines der grössten Fährschiffe der Welt und kann eine 3200 m lange Autoschlange sowie einen 950 m langen Zug verschlucken. Das Bild zeigt die Fähre im Hafen Trelleborg im Sommer 2008.

PKP Fährschiff Ystad - Swinemünde
Auf der Güterverkehrsverbindung Ystad - Swinemünde setzt die PKP das Fährschiff Jan Śniadecki
ein. Das Schiff wurde 1988 in Schweden gebaut. Foto aus dem Sommer 2008 im Hafen Ystad.




Freitag, Juni 12, 2009

Edmund Schlummer

hat von Bombardier zur  DB Schenker Rail Deutschland AG gewechselt. (Deutsche Bahn)

Europa: ERTMS Aufrüstung

Die Europäische Union beschliesst bis 2015 die Strecke München-Kufstein-Brenner-Verona mit ERTMS auszurüsten, die Strecken Stockholm-Kopenhagen-Roedby-Hamburg-München und Verona-Neapelsollen bis 2020 folgen. Die Strecken gehören zum Schienengüterverkehrs Korridor B, der somit bis 2020 vollständig mit ERTMS ausgerüstet sein wird. 


Karte der Euopäischen Union mit den Güterverkehrskorridoren in grün und den ERTMS Projekten in rot. 

Korridor A: Rotterdam-Duisburg-Basel-Genua
Korridor B: Stockholm-Kopenhagen-Hamburg-München-Innsbruck-Verona-Neapel
Korridor C: Antwerpen-Luxemburg-Basel/Lyon
Korridor D: Valencia-Lyon-Mailand-Ljubljana-Budapest
Korridor E: Dresden-Prag-Budapest/Wien-Constanta
Korridor F: Aachen-Krakau/Warschau-Terespol


Montag, Juni 08, 2009

Premiumabteil in SBB Zügen, Railjet und Cisalpino Züge


Die sda meldet, dass sich die SBB Gedanken über die Einführung von Premiumabteilen in den neuen Doppelstöcker machen würde. Diese Meldung ist nach meiner Meinung falsch.

Die SBB lässt sich die Züge mit dem Premiumabteil als Option offerieren. Ich denke nicht, dass diese Option eingelöst wird, denn zur Zeit der Ausschreibung lag die Erfahrung mit den Premiumabteilen des Österreichsichen Railjet noch nicht vor.

Das Wirtschaftsblatt schreibt im Zusammenhang, dass die ÖBB mit den Railjet Zügen überfordert ist und im Herbst eventuell 19 Kompositionen abbestellen wird:
"Dazu passt auch, dass das Drei-Klassen-Konzept des Railjets nicht wirklich aufgeht und die teure, personalintensive Premium Class bislang äußerst spärlich von Passagieren genutzt wird."
Dies erstaunt eigentlich nicht, denn auch der auf Geschäftsreisende ausgerichtete deutsche Metroplitan wurde bereits nach 5 Jahren wieder eingestellt. 

Im Zusammenhang mit den eventuell bei der ÖBB frei werdenden Railjet Zügen hätte ich eine Idee: diese Züge könnte doch die SBB beschaffen und anstelle der pannenanfälligen CIS Züge jeglicher Generationen im Italienverkehr einsetzen. Der Railjet ist natürlich kein Neigezug, aber die etwas verlängerte Fahrzeit würde das Publikum sicher akzeptieren, Hautpsache man kommt ohne Übelkeit und ohne Verspätung am Ziel an.  Die zweite Generation Cisalpinozüge könnten sicher dem Hersteller kostenfrei auf den Hof gestellt werden, nachdem sie nach zwei Jahren immer noch nicht in Betrieb sind.  



Railjet Premiumabteil (Wikipedia)

Samstag, Juni 06, 2009

Neue Fahrzeuge

Stadler Next

Die RBS hat den ersten von sechs neuen Stadler-Triebzügen erhalten. Die neue Baureihe nennt sich Next, was für Niederflur-Express-Triebzug steht. Die Fahrzeuge sind durchgehend begehbar. Die Abteiltüre zwischen der 1. und der 2. Klasse lässt sich ferngesteuert abschliessen damit vor der Einfahrt in Bern keine 2. Klasse Reisende durch die 1. Klasse gehen um besser aussteigen zu können. Die Triebzüge sind 120 km/h schnell und haben die beachtliche Leistung von 1,4 MW. Sitzplätze: 154, Gewicht: 78t, technische Bezeichnung: RABe 4/12. 

Mehr Infos hier.




Alstom Prima II

Am 3. Juni wurde die neuste Alstom Baureihe mit dem Namen Prima II vorgestellt. Die Lok soll in verschiedenen Konfigurationen für die vier gängigen Spannungssysteme zur Verfügung stehen. Die Lokomotive soll auch über einen Führertisch nach UIC 612 verfügen. Diese Norm ist äusserst fragwürdig weil sie zu einer unlogischen Anordnung der Bedienelemente auf dem Führertisch führt.  Die ersten Loks dieses Typs werden nach Marokko geliefert. Das Seriemuster soll schon bald in Wildenrath erprobt werden.




Metro Delhi
Im neu erbauten Bombardier Werk im indischen Bundesstaat Gujarat ist der erste Zug für die Metro Delhi fertig gestellt worden. Es sind 424 Züge bestellt. Railway Gazette 







SBB plant Service am Platz in der 1. Klasse

Provisorisch soll auf der Gotthardstrecke in der 1. Klasse für anderthalb Jahre lang das Essen an den Platz serviert werden. Das Angebot dürfte nur auf dieser Strecke einen Sinn machen. Aus Erfahrung von Deutschland ist der Service relative langsam und lohnt sich nur wenn die Leute längere Zeit im Zug sitzen und nicht zuviele das Angebot in Anspruch nehmen, da ansonsten das Personal überfordert ist.

Beitrag auf SF DRS (Tagesschau vom 5.6.2009):


Dienstag, Juni 02, 2009

Lufthansa Airport Express


Die Tage dieser Leiche düften wahrscheinlich gezählt sein. Es handelt sich um einer der drei zuletzt als Lufthansa Airport Express eingesetzten Triebzüge der Baureihe 403 aus den 70er Jahren. Die Einheiten wurden 1993 wegen Korosionsschäden an den aus dem Betrieb genommen. Die Fahrzeuge wurden 2001 von der Prignitzer Bahn übernommen mit dem Ziel, ein Zug mit den Teilen der beiden anderen Züge wieder fahrfähig herzurichten. Die Aktion scheint unrealistisch zu sein, weil die Aluminiumkasten in sehr schlechtem Zustand sind und überdies auch noch eine Asbestsanierung durchgeführt werden müsste. Die obige Foto von Stefan Pavel zeigt ein Zug, der in Putlitz abgestellt ist.

Montag, Juni 01, 2009

Russland

An der Konferenz "Strategische Partnerschaft 1520" in Sochi wurden einige Neuigkeiten bezüglich der russischen Bahn bekannt gegeben. Trotz Wirtschaftskriese scheint RZD genügend Geld zu haben um Bestellungen im Ausland zu tätigen. Erstaunlich ist das Fernbleiben der Deutschen Bahn. Hier eine Aufstellung der neuen und alten Investitionen: 

  • Für die Olympischen Winterspiele 2012 in Sochi will die russische Eisenbahn für 0.5 Mia EUR Züge bei Bombardier beschaffen. Es dürfte sich dabei um Regina Züge handeln, wie sie in Skandinavien bis Vmax 200 km/h eingesetzt werden. finanznachrichten



  • Die russische Version des Velaro Zuges von Siemens hat am 2. Mai mit 281 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Es sind 8 Züge zu 280 Mio EUR bestellt und zusätzlich ist ein Wartungsvertrag über 30 Jahre für 350 Mio EUR abgeschlossen. Die Züge sollen auf der Strecke Moskau - Sankt Petersburg und Moskau - Nishni Novgorod eingesetzt werden. newstix



  • Für die Verbindung Helsinki - Sankt Petersburg sind 4 Pendolino Züge bei Alstom bestellt. Sie werden Allegro heissen und sehen dem finnischen Sm3 ähnlich aus. Auftragsvolumen: 120 Mio EUR. Die Züge sollen 2010 abgeliefert werden. Russland-akutell



  • Siemens plant ein Joint Venture für den Bau von Elektrolokomotiven mit Sinara in Jekatarinaburg. Sinara ist aus den ehemaligen Ural Werken hervorgegangen und gehört dem Industriellen Dmitry Pumpyansky, der vor allem durch seine Röhrenwerke bekannt ist. Pro Jahr sollen 100 Stk 3 kV Doppel-Lokomotiven 2ES10 gebaut werden, die einer moderneren Variante 2ES6 entspricht. Guardian


    2ES6 in Moskau. 25 Lokomotiven dieses Typs sollen bis
    Juli 2009 abgeliefert sein.

  • Alstom beteiligt sich mit 25% an der ehemals staatlichen russischen Eisenbahnindustrie, die sich vor einigen Jahren unter dem Namen Transmashholding zusammengeschlossen hat. Der Preis des Aktienpaketes wird entsprechend der Rendite von Transmasholding in den Jahren 2008-2011 festgelegt. Eine erste gemeinsame Lokomotive soll Ende 2010 fertig gestellt werden. 

  • Die französische Staatsbahn SNCF plant eine Zusammenarbeit mit RZD bei Transporten für die Autoindustrie und in anderen Bereichen.  Rundschau

  • Für 4 Mia USD soll für den Güterverkehr eine direkte Breitspurverbindung Wien - Moskau erstellt werden. Die neue Strecke soll durch Slovakien in die Ukraine führen. Die Strecke soll den Landverkehr Europa - China beschleunigen.Moscow Times

Farbige Loks bei Renfe


TECO en Castellbisbal, ursprünglich hochgeladen von javier-lopez

Die 253 007 mit einem Containerzug Barcelona - Bilbao am 23. April 2009. Im Gegensatz zu den Hochgeschwindigkeitszügen, wo alle farbigen Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr gezogen werden, dürfen offenbar die Güterzüge auch mit versprayten Maschinen verkehren.