Sonntag, Mai 24, 2009

Die Eisenbahnpiraten von Manila


Es gibt nicht nur Videopiraten und Internetpiraten, sondern auch Eisenbahnpiraten. Sie sind in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, tätig. Ihr Geschäft besteht darin, illegal einen Eisenbahnbetrieb auf den Gleisen der Staatsbahn aufrecht zu halten.

Zwischen den offiziellen Zügen schieben die Piraten ihre aus Holz- und Metall zusammengebastelten Wägelchen von Hand über die Gleise und können damit bis zu 8 Leute im Nahverkehr befördern. Die Strecke führt von Santa Mesa über den Fluss Pasig nach Pandacan und Paco. 

Mehr Bilder: The First Post
Berichte: Straits Times , Associated Press via The Livable Blog


Strecke der Pirateneisenbahn in Manila


Die Tage der Pirateneisenbahn sind gezählt, den sie dürfte schon bald dem Modernisierungsprogram des Schienennahverkehrs in Manila zum Opfer fallen. Das Projekt Strong Republic Transit System (SRTS) will ein zuverlässiges und gut vernetzten Nahverkehrssystem von internationalem Standard anbieten. Dazu gehören neue Umsteigestationen zwischen den drei Hochbahnlinien und den Vorortsstrecken der Staatsbahn, sowie ein einheitliches Fahrkartensystem mit kontaktlosen Chipkarten für das ganze Netz und den Wiederaufbau der verlotterten Staatsbahn. 

Die informellen Siedlungen (lies "Slums") entlang der Gleise sind entfernt worden und die ersten moderne Fahrzeuge sind bereits aus Südkorea eingetroffen. Die dürften so schnell sein, dass den Piraten beim Herannahen des legalen Zuges kaum genügend Zeit verbleiben dürfte, die Passagier aufzuscheuchen und ihr Fahrzeug von den Schienen zu räumen. 


Der erste neue Triebwagen für den Vorortsverkehr von Hyundai , Südkorea.  
Die Scheiben sind mit Gitter gegen Steinwurf der Anwohner geschützt. Man beachte den
Sehschlitz im Gitter der Frontscheibe für den Tfz-Führer! 


Karte des geplanten Streckennetzes in Manila. Die blaue, rote und violette Linie sind 
bestehende Hochbahnen, die grüne Linie ist eine geplante Hochbahn. Der Rest sind Staatsbahnlinien.


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