Montag, März 30, 2009

Wasserfassen während der Fahrt

Kann eine Dampflok während der Fahrt mit Wasser betankt werden?

Ja, das geht, vorausgesetzt, dass sie über einen Tender mit einer spezielen Schöpfeinrichtung verfügt und die Gleise mit Wassertrögen versehen sind. Diese Einrichtungen ermöglichten, dass die Damfploks während der Fahrt Wasser aufnehmen konnte ohne dass der Zug anhalten musste. Sie wurden in England, Frankreich und in den USA angewendet.

Zwischen den Gleisen waren spezielle Wassertröge angebracht ... 


Wassertrog zwischen den Gleisen der 
New York Central. Der Trog war etwa 
45 cm breit, 15 cm tief und etwa 500 m lang.




... und der Tender der Lok war mit dieser Schöpfeinrichtung versehen: 

Wasseraufnahme während der Fahrt
Tender 22C306 mit Schöpfeinrichtung ausgestellt im Eisenbahnmuseum Mulhouse. 
Die Schaufel konnte durch den Heizer über den roten Hebel vor dem Trog abgesenkt werden.  
Das Wasser wird alleine aufgrund des Staudrucks durch ein Steigrohr in den Tender befördert. Meist wurde Wasser bei Geschwindigkeiten zwischen 60 und 80 km/h gefasst.


Das Schöpfsystem barg auch einige Gefahren.

Die grösste ging von dem mit hohem Druck in den Tender schiessende Wasser aus. Der Heizer konnte nur sehr schwer feststellen, ob der Tender schon voll war oder noch weiter geschöpft werden musste. Wurde der Tender überfüllt drückte das Wasser die Deckel des Tanks auf und strömte über den Tender. Das Wasser hatte bei höheren Geschwindigkeiten eine solche Energie, dass die Stirnwandtüre des nachfolgenden Reisezugwagens eingedrückt werden konnte oder die Fensterscheiben der kreuzenden Züge barsten.  (Den Reisenden in den vordersten Wagen wurden ohnehin vom Zugspersonal befohlen, die Fenster während dem Wasserfassen geschlossen zu halten).


Bei der Benutzung des Wasserschöpfsystemes
überlaufender Tender.
(Bild: 
Sammlung James Alexander Jr.)

Weiter konnte der nicht richtig angehobene Saugrüssel sich an Bahnübergängen oder Weichen verhaken und zu Entgleisungen führen oder es wurden Fremdkörper wie Unrat oder sogar Schildkröten in den Tender befördert, die dann wiederum den Ansaug für das Kesselspeisewasser verstopfen konnten.



England

Das System für die Wasseraufnahme in England zeigt dieser kleine BBC Film. Er zeigt wie die Tröge zwischen den Gleisen eingebaut werden und wie die Züge während der Fahrt Wasser aufnehmen. 

Einer der wichtigsten Züge, die von diesem System Gebrauch machten, war der Flying Scotsman, der zwischen London und Edinburgh verkehrte. Der Zug fuhr erstmals im Mai 1928 die 630 km lange Strecke ohne Halt. Für die 8 stündige Fahrt war nicht nur das Wasserschöpfsystem notwendig, sonder es mussten auch zwei Führerstandsbesatzungen mitgeführt werden. Das Personal konnte sich währen der Fahrt ablösen, weil der Führerstand vom Zug aus zugänglich war. Der Tender verfügte über einen schmalen Tunnel im Wassertank, der über einen Faltenbalg mit den Reisezugwagen verbunden war. 


Die Lokomotive des Eröffnungszuges ist erhalten geblieben. Mit einem 
zweiten Tender wurde der Wasservorrat vergrössert, so dass man bei 
Sonderfahrten das umständliche Wasserfassen unterwegs vermieden 
werden konnte. Obiges Bild zeigt die Lok bei Sonderfahrten in Amerika. 
Man beachte die automatische Kupplung und den provisorischen 
amerikanischen Schienenräumer! Das ist übrigens auch die Lok, die 
m MS Train Simulator enthalten ist. 

Kurioserweise waren die Wassertröge in England noch in Betrieb, als die Dampfloks schon lange verschwunden waren. Die Dieselloks besassen nämlich immer noch einen kleinen Dampfkessel für die Zugheizung. Auf der Lok wurde Dampf erzeugt, der durch den ganzen Zug geleitet wurde und am Ende des letzten Wagens ins Freie entwich. Die Dieselloks verfügten deshalb am Anfang auch noch über eine Schöpfvorrichtung um ohne zu halten den Wasservorrat des Heizkessel aufzufüllen!


USA

In den USA wurde das Wasserschöpfsystem auf den Strecken New York - Chicago und Philadelphia - Pitsburgh verwendet. 


Empire State Express nimmt währen der Fahrt von New York nach 
Chicago Wasser auf. Auf diesem Bild von 1905 ist der Trog im Gleis 
neben dem Zug gut zu sehen. (Wikipedia)

 
Ein Güterzug schöpft Wasser aus einem Trog zwischen den Schienen in Michigan. 
Man beachte das unter dem Tender hervorspritzende Wasser und die Betonplatten 
neben dem Gleis, die verhindert, dass die Schottersteine weggeschwemmt werden.
(Foto:
Jim Findley)


Frankreich
In Frankreich wurde das Schöpfsystem auf den Strecken von Paris nach Bordeaux und nach Le Cherbourg / Le Havre eingesetzt. Auf diesen Strecken verkehrten wichtige Reisezüge, welche die Hauptstadt mit den Seehäfen verbanden, die wiederum Ausgangspunkt der Transatlantikverbindungen waren


Links:
Non-Stop Runs and Water Troughs in New Zealand Railway Magazine, 1927.
Scooping Water in the Age of Steam von James Alexander Jr..¨
Wassertröge in England - BBC Film, der die Montage der Tröge und einige wasserfassende Züge in England zeigt.
Schöpftender der Compagnie des chemins de fer de l'État (Französisch)

ESNTrain fällt aus

Die Erasmus-Organisation wollte ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem 500 m langen Sonderzug quer durch Europa feiern. Das Projekt hatte eine eigene ESNTrain-Webseite, doch leider fällt nun der Sonderzug aus. Der Grund ist, dass es offenbar Diferenzen zwischen den Veranstaltern und der ÖBB bezüglich der finanziellen Vorleistungen gegeben hat. 

Pressemitteilung ESNTrain

Tango in Zürich

Beim Tagi gibt es einen Beitrag zur Tango Strassenbahn in Zürich inkl. Videofilm. Wenig erstaunlich ist, dass die Basler offenbar zur neuen Strassenbahn ähnliche Reklamationen haben wie die Zürcher zum Cobra: die Sitze sind hart und schmal. 

Obendrauf pfeift das Tram munter vor sich hin - entgegen der Aussage im Interview muss das aber nicht sein. Neue Antriebstechnik lässt sich auch so gestalten, dass sie nicht pfeift.

Ähnlich wie beim Cobra gibt es Sitzgruppen, die auf Fahrwerkteilen aufgebaut sind. Die Fahrt für dei Journalisten führte übrigens von der Zentralwerkstätte der VBZ zur Wendeschleife im Farbhof und wieder zurück. 

Wer übrigens selbst einmal mit dem Tango fahren möchte, kann es 


Ab morgen Dienstag fährt das Tram auf der Linie 7 in den folgenden Kursen:

Abfahrten in Stettbach: 6.06, 7.34, 9.11, 10.49, 12.26, 14.04, 15.41, 17.17,
18.56, 20.31 (Einfahrt wahrscheinlich im Depot Irchel ca.  20.49h)

Abfahrten in Wollishofen: 6.47, 8.22, 10.00, 11.37, 13.15, 14.52, 16.29,
18.06, 19.45



Mehdorn geht

Mit Abfangen von Gewerkschaftsmails kann mit in Deutschland wohl kaum Pluspunkte sammeln.

Samstag, März 21, 2009

Cuesta Grade



Diese fotogene Strecke liegt an der Westküste der USA etwa auf halbem Weg zwischen Los Angeles und San Francisco.  Auf dem Bild fährt ein Auto Zug der Union Pacific in Richtung Norden.

Die Stelle befindet sich hier:

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100 Velaro für China

Siemens wird weitere 100 Velaro CH3 nach China liefern. Die Züge sind 400 m lang und werden für die Höchstgeschwindigkeit von 420 km/h ausgelegt. Sie sollen aber normalerweise nur mit 350 km/h zwischen Peking und Shanghai verkehren.

Kleine Zeitung
Welt

Hinweise an Siemens und die Journalisten:
  • der Eurostar, der durch den Kanaltunnel fährt ist praktisch gleich lang, nämlich 394 m
  • die ICE3 Achsen haben nichts mit den Velaro-Zügen zu tun, die Achsen aus einem anderen Material haben

Freitag, März 20, 2009

Altavelocidad.org am Ende

Die von Fernando Puente betriebene spanische Internetseite über Hochgeschwindigkeitszüge wurde leider am 18. März eingestellt. Schade!



Ok, die auf der letzten von Google gecachten Frontseite sichtbare Diesellok ist nicht gerade Hochgeschwindigkeit. Es handelt sich um die 311D von PCC, die ein umgebaute DR V200 (Taigatrommeln) sind, die heute in Polen mit gerade mal Vmax 100 km/h verkehren. (Ehrlich gesagt, die alte V200 war schöner!)

Mittwoch, März 18, 2009

Schweizerrelikt in Chile




Kasten von eines schweizerischen Triebwagens, der auf der Transandenbahn im Einsatz war und in Maestranza de Talca, Chile vor sich hinrostet. In den 50er Jahren liefert Schindler mehrere dieselektrische Triebwagen für die Andenbahn. Die Fahrzeuge standen bis Ende der 80er Jahre im Einsatz. Ein Triebwagen ist erhalten geblieben und soll wieder aufgearbeitet werden. Der Kasten auf dem Foto ist aber mittlerweile verschrottet.

Quelle: FerroHistoria Serie Schindler

Montag, März 16, 2009

Neue Diesellokomotiven für Kasachstan

Kazachstan hat im September 2006 ein Vertrag über 310 Diesellokomotiven mit General Electric unterschrieben. Die ersten 10 Lokomotiven wurden 2008 in Erie(PA) gebaut, die restlichen 300 sollen in einem neuen Werk in Pavlodar, Kazakhstan gebaut werden. 

Die Kasachischen Bahnen spielen eine wichtige Rolle für Gütertransporte aus China auf dem Landweg unter Umgehung von Russland. In Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde. Neben grossen Ölvorkommen werden wichtige Legierungsmetalle wie Chrom, Vanadium und Molybdän abgebaut und in den Westen exportiert.

TE33A der Kasachischen Eisenbahn. Auffällig gegenüber dem 
ursprünglich veröffentlichten Projektbild ist die ungeteilte 
Frontscheibe der tatsächlich gebauten Loks. (Paravoz)

Die Loks gehören zur neusten Serie GE-Diesellokomotiven, die unter dem Namen Evolution vermarktet werden. Gegenüber der Vorgängerserien Dash-8 und Dash-9 sollen die Evolution Serie wesentlich weniger Brennstoff verbrauchen und weniger Schadstoff ausstossen. Der 12-Zylinder-Motor hat die selbe Leistung wie der 16-Zylinder-Motor der Vorgänger, nämlich 4'400 PS. Für den Antrieb werden Drehstrommotoren verwendet. Bei GE werden die Lokomotiven als ES44ACI bezeichnet. 


Projektbild von General Electric



Update 16.5.2009:
Mehr Bilder von den neuen Loks in Kasachstan



Sonntag, März 15, 2009

Türkei: Hochgeschwindigkeitsstrecke Ankara - Eskisehir eröffnet

Seit Samstag ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke Ankara - Eskisehir in Betrieb. Die Spanischen Triebzüge verkehren mit Vmax 250 km/h. Die Strecke ist ein Teil der Stecke Ankara - Istanbul, die in den Jahren 2010 oder 2011 eröffnet werden soll. Weitere Strecken nach Konya und Sivas sind im Bau. Weitere Hochgeschwindigkeitszüge werden von einem Koreanisch-Türkischen Konsortium gebaut.


Karte der geplanten türkischen Hochgeshwindigkeitsstrecken. Weiter ist ein Tunnel unter dem Bosporus im Bau, der eine Verbindung zum eruopäischen Streckennetz herstellt. (Der Tunnel ist keine Hochgeschwindigkeitsstrecke.)




Triebzug von CAF, Spanien. Das Fahrzeug ist mit der Renfe S-120 verwandt. Bis jetzt sind 10 Züge abgeliefert.


Hochgeschwindigkeitszug des türkisch-koreanischen Konsortiums der Firmen 
Tuvasas und Rotem. Die schnittigen KTX II Züge werden in Sakarya gebaut und sollen 350 km/h 
schnell sein. 



 

Freitag, März 13, 2009

Flughafen Zürich: Skymetrozüge werden verlängert

Die unterirdische Skymetro verbindet am Flughafen Zürich Kloten das Airside Center mit dem Dock E. Die Züge werden durch Luftkissen getragen und mit umlaufenden Drahtseilen bewegt. Da das System mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen kommt und ausserdem die Schengen- und die Nicht-Schengen-Passagierströme getrennt geführt werden müssen, wird die Bahn auf Sommer 2009 mit einem dritten Zug versehen. (tagblatt


Skymetrozug in der Haltestelle (ZRHWiki)

Technische Beschreibung des Systems: hier ab Seite 12

Donnerstag, März 12, 2009

Erzbahn Kiruna


Die schlechte Nachrichten für Leute, die die Erzbahn im Sommer 2009 besuchen wollen:

In Folge stark eingebrochener Nachfrage nach Erz und Erzprodukten wird die Produktion vom 28 Juni bis 31 Juli praktisch vollständig eingestellt. Während dieser Zeit wird in den beiden Gruben Kiruna und Malmberget nicht abgebaut und fünf der sechs Pelletswerken werden geschlossen. Einige Züge dürften trotzdem fahren, da in der Pressemitteilung von LKAB darauf hingewiesen wird dass die Bahn nicht geschlossen sei. Während der Sommerzeit dürfte vor allem der Unterhalt und Ausbau der Strecke Kiruna - Narvik für 30 t Achslast weitergehen. Das Hauptgleis ist bereits ausgebaut, es sollen aber noch mehr Kreuzungsstationen für die höhere Achslast eingerichtet werden, wobei auch die Ausweichgleise für die 800 m Züge verlängert werden.

Die gute Nachricht:
In Google Maps ist nun auch Luleå in hoher Auflösung verfügbar. Dies ermöglicht nun auch einen Blick auf die Erzumschlaganlage Sandskär aus der Luft:


... und wenn wir ganz genau hinschauen, sehen wir auch wie ein Erzzug mit einer IORE gerade am Entladen ist.


Größere Kartenansicht

Montag, März 09, 2009

Class 66

Die in Kanada von EMD gebauten Dieselloks verbreiten sich mehr und mehr in Europa und dem Rest der Welt. Mittlerweilen sind 640 Lokomotiven geliefert und weitere 170 Lokomotiven bestellt.

Unter den Aufträgen befinden sich 80 Lokomotiven für Ägypten und 60 Lokomotiven für Euro Cargo Rail (ECR), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn. Die ECR Lokomotiven sind für den Einsatz in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland vorgesehen.  

Die Informationen stammen von der äusserst empfehlenswerten niederländischen Seite www.railfan.nl, die eine Sektion über die Class 66 enthält.  



Drei neue Class 66 Lokomotiven von ECR auf dem Weg zu
ihrem Einsatzort Kijfhoek, ein grosser Rangierbahnhof bei Rotterdam. 

Eine BNSF SD70 bringt 16 Class 66 Lokomotiven an den 
Hafen in Kanada. Die vorderste ist für ECR, der Rest für Ägypten. 
Man beachte den Kupplungswagen zwischen der SD70 
und den Class 66 Lokomotiven.  (Bild: Geoff Williams)

Sonntag, März 08, 2009

Küssen verboten !

Am Bahnhof in Warrington im Nordwesten Englands ist an gewissen Stellen Küssen verboten. Das Verbot wurde bei den Türen  des Bahnhofs eingerichtet um verhindern dass Ansammulungen von stehenden Leuten, den Fluss der Reisenden stören. Begrüssungen und Verabschiedungen sollen demnach nur an bestimmten gekennzeichneten Zonen stattfinden. 
 

Küssen verboten! Schild im Eingangsbereich der 
Warrington Bank Quay Railway Station.

Erstaunlich ist, dass der Bahnhof erst kürzlich umgebaut wurde und offenbar den echten Bedürfnissen der Reisenden nich wirklilch Platz eingeräumt wurde. Das erinnert an den neuen Hauptbahnhof in Berlin, wo zugunsten von Verkaufsflächen und Bahnhofsnebenbetrieben die eigentlichen Bahnhofseinrichtungen, wie Fahrkartenschalter und Gepäckaufbewahrung vernachlässigt wurden. Heute scheinen die meisten Bahnhöfe zu Einkaufszentren zu mutieren, die nebenbei noch Bahnhofdienstleistungen anbieten.


Warrington liegt im Nordwesten Englands. Die Station sieht nicht besonders belebt aus bis auf die einzelne Class 66, die auf einem Nebengleis steht. Seit dem die Pendolino Züge auf der Verbindung London - Glasgow und Super Voyager Züge auf der Verbindung  Birmingham und Schottland eingeführt worden sind. 
 
Begrüssungszone am Bahnhof Warrington

Freitag, März 06, 2009

Tunnel Helsinki - Tallinn

Es gibt die wage Vorstellung einen Tunnel zwischen Helsinki und Tallinn zu bauen. Der Tunnel wäre 80 km lang und würde nur dem Güterverkehr dienen. Ob sich die Investition von 15 Mia EUR in das Projekt ausbezahlen ist eher fragwürdig. Mit dem Verzicht auf Personenverkehr liessen sich die Kosten für Sicherheitsmassnahmen reduzieren ähnlich wie bei der niederländischen Betuweroute. Presse 


Projekt eines Tunnels zwischen Finnland und Estland.

Donnerstag, März 05, 2009

Russland: ER200 Triebzug auf seiner letzten Fahrt

Der russische Hochgeschwindigkeitszug ER200 verkehrte Ende Februar zum letzten Mal. Die drei 25-jähringen Zuggarnituren litten mehr und mehr unter Defekten. Sie werden in Zukunft von den Velaro RUS Zügen abgelöst.





Der erste Velaro RUS auf dem Weg zu einem Treffen mit dem ER-200 in Ljuban. 
Man beachte den vollen Führerstand. Bild: parovoz

Der erste Velaro RUS Zug ist in der Nähe von Sankt Petersburg auf Versuchsfahrten. Der Zug soll ab Dezember 2009 zwischen Moksau und Sankt Petersburg verkehren. Eine Fahrkarte zwischen den beiden Städten soll in der 2. Klasse 128 CHF kosten.

Russland Aktuell

Trolleybusüberlandlinien

Heute sind nur noch wenige Trolleybusse auf Überlandlinien im Einsatz. Infrastruktur und Fahrzeuge sind teuer und die Linienführung kann nach dem Bau der Oberleitung nur mit hohen Kosten geändert werden. Trotzdem wären Trolleybusse umweltfreundlich und können mit Leichtigkeit auch gross Steigungen überwinden.

Die meisten Überlandlinien sind in Osteuropa in Betrieb, wo auch die längste Trolleybuslinie der Welt zu finden ist. Sie verkehrt zwischen Simferopol und Yalta auf der Halbinsel Krim in der Ukraine. Die Strecke ist 86 km lang und wurde an Stelle einer Eisenbahn gebaut.  Das grösste Trolleybusnetz befindet sich in Moskau, wo sich auf einem 1'300 km langen Netz 1'600 Busse bewegen.

In der Schweiz gibt es nur noch eine Überlandtrolleybuslinie zwischen Vevey, Montreux und Villeneuve, wobei diese Städte eigentlich bereits zu einer Agglomeration zusammengewachsen sind. Einzig beim Schloss Chillion gibt es noch ein kurzer Abschnitt, wo entlang der Strecke keine Häuser stehen.

Früher gab es in der Schweiz mehrere Überlandlinien. Die Trolleybusse fuhren im St. Galler Rheintal auf der Strecke Altstätten–Heerbrugg–Berneck (ca. 10 km) sowie von Thun zur Beatenbucht entlang des rechten Thunerseeufers. Diese Betriebe benutzten die ungewohnt hohe spannung von 1000 V Gleichstrom.

Weitere Betriebe gab es im Val de Ruz bei Neuenburg und zwischen Freiburg und Farvagny (13 km). Letzterer war die erste Trolleybusstrecke in der Schweiz überhaupt. 

Hier einige Bilder:
Georgischer Trolleybus auf einer Überlandlinie mitten in der Landschaft - ein ungewohnter Anblick.
Die Linie ist wahrscheinlich heute noch in Betrieb.

Trolleybus der Linie Simferopol-Alushta-Yalta in der Ukraina. Eine Reise auf der Beinahe 
90 km langen Linie dauert ungefähr 2,5 Stunden. Die Plätze müssen vorreserviert werden.
(Bild: Railfaneuropa)


Trolleybus der Linie Vevey-Montreux-Villeneuve. Dies ist die einzige in der Schweiz verbleibende Trolleybuslinie, die auf dem Trassee der ersten Strassenbahn der Schweiz verkehrt. (Bild: Gerry Corck)


Trolleybus in Altstätten SG. Man beachte die grosse Schneemenge.
Der Betrieb wurde 1977 eingestellt. (Bild: Rheintalbus)


Trolleybus der Linie entlang dem rechten Thunerseeufer in der
Endschleife bei der Beatenbucht. (Bild: Electric Trolleybus Homepage)

Trolleybus im Val de Ruz bei Neuenburg.
(Bild: BBC)


Trolleybus der Linie Fribourg - Farvagny. Die Strecke war nur von 
1912 bis 1932 in Betrieb. Die Fahrzeuge waren noch nicht ausgereift 
und waren sehr störanfällig. (Bild: Wikipedia)

Mittwoch, März 04, 2009

Ladungsverlust

Falsch beladene Eisenbahnwagen können kippen:



Vor einigen Jahren ist an der Gotthardsüdrampe ein nur einseitig beladener Schiebewandwagen ebenfalls umgekippt, hat sich dann aber auch wieder selbst aufgestellt. Das entgleiste Fahrzeug lief mehrere Kilometer neben den Schienen und zerstörte diverse Achszähler und ähnliche Anlagen.

Deutsche Züge am Bodensee

Hier wieder einmal ein Stück ungenauer Journalistenarbeit am Schweizer Fernsehen in der Sendung Schweiz Aktuell vom 3. März:



Der Beitrag handelt über deutsche Güterzüge, die über die Eisenbahnlinie südlichen entlang des Bodenseeufers durch die Schweiz fahren. Dadurch können die Züge durchgehend elektrisch bespannt werden, ausserdem ist die Strecke auch noch einige Kilometer kürzer.



An dieser Strecke sind noch keine Lärmschutzwände gebaut - einerseits weil die Güterzüge bei der Studie über den Eisenbahnlärm in der Schweiz noch nicht gefahren sind, anderseits weil die Lärmschutzwände an manchen Stellen den Blick auf den See versperren würden.

Der Mehrverkehr auf der Bodenseelinie konnte erst in den letzten Jahren entstehen weil die Formalitäten im europäischen Eisenbahnverkehr vereinfacht worden sind. Obwohl der Reporter altes Rollmaterial sichtet, sehe ich nichts dergleichen.

Im Beitrag ist ein Zug mit Hbis-Schiebewandwagen (wahrscheinlich Papier) und ein Zug mit Abfallcontainern zu sehen.

Zug mit 2-achsigen Schiebewandwagen. Es könnten z.B. Hbbillns 305 sein.


Hbbillns 305 (Foto Heikos-Bahnseite)


Der gleiche Wagen wie oben aber leiser: Die SBB beschaffte 1996 den
gleichen Typ, aber versuchsweise mit Trommelbremsen ausgerüstet. 
Die Wagen sind mit einem auffälligen grünen Anstrich und der Aufschrift 
Decibello unterwegs. (Bild: Rollmaterialverzeichnis Schweizerbahnen)


Zug mit Müllcontainer auf ATCS Wagen


Auserdem erfindet der Journalist das Wort Stromlok und der Thurgauer SVP Ständerat Hermann Bürgi gibt es Rodelmaterial.

Im Beitrag fehlten aus meiner Sicht folgende Punkte:
  • Der Verkehr durch die Schweiz produziert weniger CO2 als wenn er durch Deutschland geführt würde.

  • Es gibt auch leisere Varianten der Hbis Wagen mit Trommelbremsen, aber niemand will diese bezahlen.

  • Der Abfall (wahrscheinlich aus dem Ruhrgebiet) müsste nicht unbedingt so weit transportiert werden nur damit er verbrannt werden kann.

Die Problematik vom Lärm der Verkehrswege wird übrigens im Film Home von Ursula Meier sehr gut aufgenommen. In diesem absurden Drama wird die Lebensfreude einer Familie von einer neu eröffneten Autobahn mehr und mehr eingenommen bis sie resigniert ihr Heim verlässt. Der Film ist etwas skuril, aber empfehlenswert. Jetzt in den Schweizer Kinos.



Dienstag, März 03, 2009

Vorzeitiges Aus für Renfe 252 ?


Siemens 252 Renfe, ursprünglich hochgeladen von VaTrenes

Die Renfe benötigt immer weniger Lokomotiven der Reihe 252, weil lokbespannte Züge mehr und mehr von Triebwagen abgelöst werden. Versuche, die Lok im Güterzugsverkehr einzusetzen scheinen eher fehlgeschlagen zu haben, so dass wahrscheinlich ein Teil der Loks abgestellt wird.

Einsturz Stadtarchiv Köln

Um 14 Uhr ist das Historische Stadtarchiv Köln eingestürzt. Ein direkter Zusammenhang mit dem sich im Bau befindlichen Nord Süd Stadtbahn ist naheliegend, da bereits letztes Jahr Sekungsrisse festgestellt wurden. Welt

Auf der Google Karte ist die Baustelle vor dem Gebäude ersichtlich.

Verbesserungen für den SBB Fahrplan im Internet

Der SBB Fahrplan im Internet funktioniert nicht schlecht, einiges könnte aber noch verbessert werden. Ich habe letzthin für meine Schwester eine Fahrt von Zürich nach Alpiglen im Berner Oberland herausgesucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass wichtige Informationen für gelegentliche öV fehlen.
  1. Welches Rollmaterial wird verwendet ?


    Die angebotenen Züge sollten genauer beschrieben sein. Für die SBB-Züge gibt es die Information bei reisezuege.ch. Eine kleine Ikone sollte zeigen, wie der Zug aussieht. Ist es ein Doppelstöcker, ICN oder ICE ? Meine Schwester mag keine Doppelstöcker und merkt vielleicht in Bern nicht, dass sie in einen deutschen Hochgeschwindigkeitszug einsteigen muss um von Bern nach Interlaken zu gelangen.

    Im Bahnhof würde man den Zug auch schneller finden, wenn man das richtige Suchbild hat. Dies wäre gerade in Interlaken Ost ein Hilfe. Die Züge der Brünigbahn unterscheiden sich optisch klar von der Berner Oberlandbahn, aber was hilf es, wenn der Nutzer den Unterschied nicht kennt ?


  2. Was steht auf der Zielanzeige ? Was steht auf dem Abfahrtsanzeiger ?



    In der Übersicht fehlt die Information über den Endbahnhof. Es steht zwar, dass in Grindelwald den Zug nach Alpiglen genommen werden muss, aber was steht denn an diesem Zug angeschrieben?


  3. Wer ist die Betreibergesellschaft ?



    Im Fahrplan ist nirgends zu finden, wer die Züge fährt. Ich weiss, dass für die Verbindung ab Interlaken Ost ein Zug der Berner Oberlandbahn benutzt wird, aber wissen das wirklich alle?


  4. Gleiswechsel



    Die im Fahrplan angezeigte Information über den Gleiswechsel ist falsch. In Dielsdorf fährt der angegebene Zug immer auf Gleis 2, in Oberglatt immer auf Gleis 3 und in Zürich Museumsstrasse wird erst kurz vor Zugseinfahrt festgelegt, ob Gleis 23 oder 24 benutzt wird.

    Die angegebenen Gleisnummern sind richtig, aber die Information ...



    ... ist falsch, denn es liegt nichts aussergewöhnliches vor.



  5. Sitzplatzverfügbarkeit
    Schön dass sich die SBB die Mühe nimmt, auf Züge mit freien Sitzplätzen hinzuweisen, aber die Info ist in der dargebotenen Art für den Kunden nutzlos.

    Die Verbindung Dielsdorf - Alpiglen präsentiert sich so:


    Beim Klicken auf das Info-Symbol bei der Verbindungen 3 kommt folgendes zum Vorschein:


    Die Info für den IC 708 sieht so aus:


    .... und ist somit für mich nicht relevant, weil Bern nicht meine Zieldestination ist.

    Die Info für den CIS sieht so aus:

    ... und ist für mich auch nicht relevant, da ich nicht bis Domodossola reise.

    Bis hierhin habe ich mindestens dreimal geklickt ohne dass ich neue Erkenntnisse gewonnen habe. Die Informationen über die Sitzplätze würde sich vielleicht besser darstellen lassen indem auf "Komfortverbindungen mit vielen Sitzplätzen" und "Verbindungen mit beschränktem Sitzplatzangebot" hingewiesen würde. Diese Info müsste aber bereits in der Übersicht zur Verfügung stehen.

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